Sovereign, Marshall-Inseln beschließen eigene Kryptowährung “Sovereign”

Marshall-Inseln beschließen eigene Kryptowährung “Sovereign”

Die Regierung der Marshall-Inseln will ihre eigene Kryptowährung, den „Sovereign“, einführen. Dies veröffentlichte die Regierung des Zwergstaates in dieser Woche über Social Media. Ein entsprechender Gesetzesentwurf konnte am Montag verabschiedet werden, sodass der Weg für die Insel-Währung nun frei ist. Nach der Türkei und dem Iran ist der Pazifikstaat damit das dritte Land, welches auf den geglückten Start des venezolanischen Petro mit der Herausgabe einer eigenen Währung reagiert.

Erst Petro, bald Sovereign? Die Liste der Länder mit der Hoffnung, künftig selbst eine nationale Kryptowährung herauszugeben, wächst um ein weiteres Mitglied. Der Sovereign, zu deutsch Souverän oder Herrscher, soll künftig die finanziellen Belange der Marshall-Inseln vorantreiben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am Montag, dem 26. Februar, verabschiedet.

„Der Zweck dieses Gesetzes ist die Erklärung und Herausgabe eine digitalen dezentralen Währung auf Basis der Blockchain-Technologie als öffentliche Ausschreibung der Republik der Marshall-Inseln“,

heißt es in dem Gesetzesentwurf.

Die frohe Kunde verbreitete die Regierung des Zwergenstaates, der mit lediglich knapp 72.000 Einwohner eines der kleinsten Länder der Welt ist, über den staatlichen Telegram-Account.

„Dass wir endlich unsere eigene Währung herausgeben und neben dem US-Dollar nutzen, dies ist ein historischer Moment für unser Volk. Es ist ein weiterer Schritt, unsere nationale Freiheit zu verwirklichen“,


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so Präsidentin Hilda Heine gegenüber Finance Magnates. Die Marshall-Inseln führen keine eigene Nationalwährung. Aufgrund der geschichtlichen Nähe und einem Assozierungsabkommen mit den USA sind hier einzig US-Dollarnoten im Umlauf. Dies soll der Sovereign ändern.

Die Technologie hinter der Währung soll aus israelischem Hause stammen. Das Start-up Neema will dabei auf öffentliche Protokolldaten zurückgreifen, um die Sorge krimineller Nutzung möglichst klein zu halten. Zudem sollen Accounts mit den Identifikationsdaten der Regierung verknüpft werden, dies berichtete die israelische Tech-Nachrichtenseite CTech.

Marshall-Inseln: Steuerparadies in der Südsee

Ähnlich wie Venezuela soll die Herausgabe des Sovereign im Zuge eines Initial Coin Offerings (ICO) erfolgen. Die damit einhergehende Finanzspritze dürfte in dem Inselstaat gern gesehen werden. Denn neben abnehmendem Tourismus und überschaubarer Produktion von Südfrüchten, hinkt die heimische Wirtschaft.

„Die Regierung der Marshall-Inseln wird die Erträge investieren, um ihre Bestrebungen gegen den Klimawandel, für grüne Energie, Krankenvorsorge sowie gegenüber den Betroffenen der US-Nukleartests und Bildung voranzutreiben. Der Sovereign soll direkt an die Bürger verteilt werden“,

beschreibt Präsidentin Heine das Vorhaben.

Die missliche Wirtschaftslage im Land hängt zudem mit der Steuersituation zusammen. So gelten die Inseln als Steueroase und sind von der EU-Kommission auf deren schwarzen Liste geführt. Einzig die US-Entschädigungen für die Atombombenversuche in der Region,  halten die vom Klimawandel bedrohten Inseln buchstäblich über Wasser. Jährlich schicken die USA bis zu 62,7 Millionen US-Dollar in den Pazifik.

Die Erben des Petro

Die Marshall-Inseln sind nicht das erste Land, das auf den geglückten Verkaufsstart des venezolanischen Petro vergangenen Monat mit einer eigenen Digitalwährung reagiert. Vergangene Woche etwa hatte in der Türkei die regierungsstützende Partei MHP den Vorschlag für die Herausgabe einer eigenen türkischen Kryptowährung, des Turkcoins, veröffentlicht. Ebenfalls nachziehen will der Iran. Stimmen aus dem iranischen Kabinett verkündeten entsprechende Pläne der Zentralbank des Landes.

Die Ankündigungen beweisen: Erfolge schaffen Nachahmer. Staatliche Kryptowährungen liefern in den Augen vielerlei Regierungen begehrte Antworten auf die Fragen und Kontrollbedürfnisse, die die digitalen Bezahlalternativen dieser Tage aufwerfen. Sie bändigen die Faszination und leiten vor allem deren Finanzkraft in den eigenen Haushalt. Abermals scheint es nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Staat nachziehen wird.

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