MA20: Wenn die Bitcoin-Bullen wieder den Kurs bestimmen

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MA20: Wenn die Bitcoin-Bullen wieder den Kurs bestimmen

Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Experte Prognosen über den Bitcoin-Kurs von sich gibt. Doch gibt es eine Möglichkeit der Vorhersage eines Bullenmarktes? Ein gleitender Mittelwert kann Hinweise geben. 

“Permabull xyz sieht Bitcoin Ende 2018 bei soundso vielen US-Dollar stehen”. “Investor sagt: Bullenmarkt kommt im Oktober”. “Wenn die Mitarbeiter der Kreissparkasse Bottrop ihre Boni ausgezahlt werden, ist mit einem riesigen institutionellen Investment zu rechnen”. Die Liste an Meinungen über den Bitcoin-Kurs lässt sich nur mühsam vervollständigen. Denn es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Investor, Finanzexperte, Permabull oder Permabear sich zu dem Thema äußert.

Längst nicht alle dieser Meinungen sind nichts wert. Im Februar hat Tom Lee von Fundstrat seine bullishe Position in einem interessanten Vortrag erläutert. Es gibt Preisprognosen, deren Begründung auf Basis einer soliden Fundamentalanalyse erfolgt. Zu oft jedoch wird nur die Ankunft des Messias institutionellen Investors prophezeiht oder Feiertage als Begründung für eine kommende Bullen- oder Bärensaison gesehen. Hier kann man ganz klar festhalten, dass diese Meinungen nichts anderes als Meinungen sind.

Mit Mark Hanna von Wolf of Wall Street muss man immer wieder konstatieren: “Nobody… and I don’t care if you’re Warren Buffet or if you’re Jimmy Buffet. Nobody knows if a stock is gonna go up, down, sideways or in fucking circles.” Entsprechend sind auch Aussagen Marke “Experte xyz sieht den Bitcoin-Preis Ende 2018 bei 50.000 US-Dollar” zu bewerten. It’s all a fugazi.

Begründete Einschätzungen sind etwas Anderes. Auch wenn man nicht weiß, was die Zukunft bringt, gibt es öfter Anzeichen. Geschichte wiederholt sich nicht, aber reimt sich manchmal, wie die alte Spruchweisheit sagt. Ein derartiges “Reimen” möchten wir bei Bitcoins Preishistorie betrachten. Es handelt sich um das Verhalten vom Bitcoin-Kurs um den MA20 im Wochenchart.

Wochenchart? MA20? Was ist das?

Bevor wir den MA20 im Wochenchart betrachten, klären wir kurz beide Begriffe: Der Wochenchart ist die Abbildung eines Preisverlaufs, bei dem immer die Abschlusskurse jeder Woche dargestellt sind. Ein Jahr verfügt dabei dann über 52 derartige Datenpunkte – jeweils einen für jede Woche. Der Wochenchart für den Bitcoin-Kurs seit Ende 2017 sieht wie folgt aus:

Bei dem MA20 handelt es sich um einen so genannten gleitenden Mittelwert oder auf englisch moving average. Preisentwicklungen, gerade bei Kryptowährungen, können teilweise recht verrauscht sein. Man kann diese Preisentwicklung glätten, indem man für jeden Zeitwert einen Mittelwert der letzten zwanzig Werte bildet.

Für einen Trader sind derartige Mittelwerte jedoch wegen etwas anderem interessant: Derartige gleitende Mittelwerte können einen wichtigen Support beziehungsweise eine wichtige Resistance darstellen, also Kurslevel beschreiben, die schwer zu unter- beziehungsweise überschreiten sind. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, entsprechend hier der MA20 im Wochenchart des Bitcoin-Kurses:

Wir sehen hier die Entwicklung des Bitcoin-Kurses von 2012 bis 2018. Blassblau ist der MA20 eingezeichnet. Mit Pfeilen sind besondere Momente eingezeichnet, in denen der Kurs über den MA20 stieg (grün), unter denselben fiel (rot) oder den gleitenden Mittelwert lediglich berührte (blau). Wie man dem Chart entnehmen kann, stellt der MA20, wenn der Kurs über demselben ist, einen guten Support dar, während er bei schlechten Kursen eine stabile Resistance ist.

Besonders gut sieht man das in der Kursentwicklung seit Ende 2015, sprich seit dem letzten grünen Pfeil. Nachdem der Bitcoin-Kurs Anfang Oktober 2015 über den MA20 stieg, konnte er bis zum 29. Januar 2018 (mit einem roten Pfeil eingezeichnet) über diesem Niveau bleiben. Fünfmal versuchte der Bitcoin-Kurs unter den MA20 zu fallen, konnte jedoch immer wieder ansteigen. Das gegenteilige Verhalten kann man seit Januar 2018 sehen, als der Bitcoin-Kurs unter den MA20 fiel. Alle drei Ausbruchversuche über den MA20 blieben bisher erfolglos.

Der MA20 als Einschätzung zum Bitcoin-Kurs

Daraus lässt sich eine grobe Regel ableiten. Wenn der Bitcoin-Kurs über dem MA20 liegt, sieht es nach einem Bullenmarkt aus, darunter nach einem Bärenmarkt. Natürlich kann man einwenden, dass das kein in Stein gemeißeltes Gesetz ist. Grau sind die “failed attempts” eingezeichnet, als der Bitcoin-Kurs den gleitenden Mittelwert kreuzte, ohne dass der Markt von Bullen auf Bären oder umgekehrt umschwenkte. Es ist jedoch zu betonen, dass es insgesamt bisher nur vier derartiger failed attempts gab. Das sind 20 Prozent, was als Fehlerrate für derartige Signale sehr gut ist.

Wann bestimmen die Bullen also wieder den Bitcoin-Kurs? Statt zu sagen, dass “der Bullenmarkt Ende 2018 kommt”, oder “wenn die institutionellen Investoren kommen” kann man hier tatsächlich eine Bedingung mit dem Bitcoin-Kurs verknüpfen. Wenn der Bitcoin-Kurs für mehrere Wochen über dem MA20 liegt, kann man wieder von einem Bullenmarkt sprechen.

BTC-ECHO

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