Libra, Libra: Australische Behörden fordern weitere Informationen

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Libra: Australische Behörden fordern weitere Informationen

Weltweit zeigen sich Politiker skeptisch gegenüber Libra. Zu wenig sei über die Währungspläne von Facebook bekannt, die wahren Intentionen des Plattformgiganten blieben im Verborgenen. Nun haben auch australische Regulatoren ihren Unmut kundgetan. Während sie noch weitere Informationen fordern, betont der Bundesbankvorstand hierzulande die Notwendigkeit einer globalen Regulation.

Erst in der vergangenen Woche haben Vertreter der wirtschaftsstärksten EU-Staaten über ein mögliches Libra-Verbot beraten. Nun werden auch in Down Under die Bedenken gegen Facebooks geplante Kryptowährung lauter. Die australischen Regulatoren plagen hierbei ähnliche Sorgen wie ihre europäischen Kollegen. Man wisse zu wenig über Libra, die Risiken ließen sich folglich nicht kalkulieren.

Konkret berichtete Reuters mit Verweis auf die Tageszeitung The Australian, dass acht verschiedene Regulierungsbehörden ihre Macht nutzen möchten, um Facebook dazu zu zwingen, mehr Details über seine Währungspläne offenzulegen. Laut dem Bericht vom 5. November gelangten die Behörden diesbezüglich zu einer Übereinkunft. Dieser Entscheidung war im Oktober ein unbefriedigendes Treffen mit Facebook-Vertretern vorausgegangen. An der Initiative beteiligt sich neben diversen australischen Finanzregulatoren auch das Office of the Australian Information Commissioner, das für den Datenschutz zuständig ist.

Australische Behörden betonen Notwendigkeit einer Libra-Regulation

Ein Spezialkomitee der australischen Finanzaufsicht Securities and Investment Comission (ASIC) sprach indes bereits im Juli eine deutliche Warnung aus. Falls Libra sich nicht effektiv regulieren lasse, bestünden demnach erhebliche Risiken für Investoren und Konsumenten. Die ASIC warnt zudem vor dem Betrugspotenzial des Libra-Ökosystems. Die Behörde vermutet weiterhin die Existenz von zusätzlichen Risiken und Gefahren, die sich erst zeigen, sobald weitere Informationen vorliegen.

Wie Reuters berichtet, ließ Facebook eine diesbezügliche Liste mit Fragen von The Australian unbeantwortet. Stattdessen verlautbarte ein Sprecher des Zuckerberg-Konzerns die folgende Erklärung:

Als Mitglied der Libra-Assoziation werden wir weiterhin an einem Dialog teilnehmen, der sicherstellt, dass diese globale Finanzinfrastruktur in einer Weise regiert wird, die den Menschen, denen sie dient, entspricht.

Bundesbankvorstand äußert Bedenken zu Facebooks Währungsplänen


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Unterdessen bekräftigte auch Joachim Wuermeling, ein Vorstandsmitglied der Bundesbank, die skeptische Haltung gegenüber Libra. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung machte er eine Reihe von Vorbehalten geltend. Das Hauptproblem sieht er darin, dass Libra eine ähnliche Palette von Diensten anbietet wie eine Bank, ohne wie eine solche reguliert zu werden. Folglich sei etwa denkbar, dass Nutzer ihre eingezahlten Gelder nicht zurückerhalten. Zudem verweist Wuermeling auf die Möglichkeiten zur Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Ähnlich wie die Australier verlangt deshalb auch der Bundesbankvorstand von Facebook weitere Informationen.

Gleichzeitig birgt jedoch auch die enorme Reichweite der Social-Media-Plattform potenzielle Gefahren. Angesichts der riesigen Nutzerzahlen von Facebook könnte auch Libra Millionen von Nutzern anlocken. Da Libra als Stable Coin durch einen Korb an Fiatwährungen abgesichert ist, hätte dies zur Folge, dass große Mengen an Geldern und Staatsanleihen unter die Kontrolle des Konzerns gelangen. Das hieße laut Wuermeling, dass Facebook „der größte Gläubiger einzelner Staaten“ wird. Als Konsequenz könnten sich politische Abhängigkeiten einstellen.

Der Bundesbankvorstand betont letztlich die Notwendigkeit einer globalen Regulation. Da Libra und vergleichbare Projekte überstaatliche Phänomene sind, greifen die Kontrollanstrengungen einzelner Staaten zu kurz. Vonnöten sei ein internationaler Gesetzesrahmen sowie entsprechende Institutionen, die weltweit seine Einhaltung garantieren. Bei Banken ist das im Übrigen auch heute bereits der Fall.

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