Gesamtmarkt Kursanalyse: Ethereum und DeFi stellen alles in den Schatten

Stefan Lübeck

von Stefan Lübeck

Am · Lesezeit: 9 Minuten

Stefan Lübeck

Stefan Lübeck arbeitet als freiberuflicher Analyst für BTC-ECHO. Stefan ist seit über einem Jahrzehnt Trader und Chartanalyst am klassischen Markt und weiterte seine Analysen Mitte 2017 auf den Kryptomarkt aus. Der studierte Soziologe kann somit auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der charttechnischen Analyse zurückgreifen, welche er als aktiver Daytrader für sich nutzt.

Ethereum--Münze im Einkaufswagen, im Hintergrund ein steigender Kurs

Quelle: Shutterstock

Teilen
Jetzt anhören
BTC49,884.00 $ 4.36%

Die abgelaufene Handelswoche war eindeutig geprägt von der Nachfrage an Ethereum (ETH) sowie Altcoins aus dem Bereich der dezentralisierten Finanzprodukte (DeFi). Während Bitcoin (BTC) weiter in einer Seitwärtsspanne verläuft, konnten einige neue Projekte frische Allzeithochs ausbilden.

Jegliche Rücksetzer am Gesamtmarkt werden aktuell für Neueinstiege genutzt. Positiv gestimmte Anleger kaufen gezielt einige Altcoin-Projekte in bislang ungeahnte Höhen. Allen voran das Interesse an Kryptowährungen des DeFi-Sektors scheint weiter ungebrochen. Diese Entwicklung sorgt aktuell für eine deutliche Outperformance von Ethereum (ETH) gegenüber der Leitwährung Bitcoin (BTC). Erwähnenswert ist auch die Kursentwicklung von Chainlink (Link) welche in den letzten Wochen für immer neue Allzeithochs sorgt.  

Beste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Ethereum (ETH)

Kursanalyse Ethereum (ETH) KW05
bitcoin-trading-kurs

Krypto-Trading lernen

Der Einsteigerkurs für den Handeln von Bitcoin und digitalen Währungen

3 Stunden Videokurs mit Profitrader Robert Rother
Jetzt traden lernen


Kursanalyse auf Basis des Wertepaares ETH/USD auf Bitfinex

Der in der letzten Kursanalyse vom 22. Januar angesprochene Kursrücksetzer währte nur kurz. Ausgehend vom Wochentief bei 1.049 USD stieg der Ether-Kurs in den letzten Handelstagen deutlich gen Norden und markierte am heutigen Montagmorgen ein neues Allzeithoch bei 1.482 USD. Insbesondere das zunehmende Interesse an Ether-Ökosystem ausgelöst durch die DeFi-Projekte, welche als Basis-Investment Ethereum nutzen, sorgen nun auch bei der zweitgrößten Kryptowährung für deutlich anziehende Kurse.   

Bullishe Variante (Ethereum):

Die Ether-Kurs kennt nach einer kurzen Konsolidierung weiterhin nur eine Richtung. Ethereum verteidigte abermals den EMA20 (rot). Solange dieser gleitende Support nicht nachhaltig unterschritten wird, stehen die Zeichen vorerst weiterhin auf Kaufen. Finden sich oberhalb der 1.400 USD und insbesondere der 1.303 USD genug Anschlusskäufer, die den Ether-Kurs nachhaltig oberhalb des alten Allzeithochs bei 1.425 USD stabilisieren, rückt das 200er Fibonacci-Extension bei 1.591 USD in den Blick. Wird auch dieser Widerstand erfolgreich überwunden, ist ein direkter Anstieg bis an das 261er Fibonacci-Extension bei 2.057 USD einzuplanen. Hier ist abermals mit Gewinnmitnahmen zu rechnen.

kryptokompass

Mit Staking passives Einkommen generieren - Die Top Staking Coins

Wir sagen den Negativzinsen den Kampf an!

Erfahre mehr im führenden Magazin für Blockchain und digitale Währungen (Print und Digital)
☑ 1. Ausgabe kostenlos
☑ Jeden Monat über 70 Seiten Krypto-Insights
☑ Keine Investmentchancen mehr verpassen
☑ Portofrei direkt nach Hause

Zum Kryptokompass Magazin


Überspringt Ethereum auch diesen Widerstand bei 2.057 USD, aktiviert sich das nächste Kursziel in Form der 361er Fibonacci-Extension, welche bei 2.811 USD verläuft. Bleibt das Interesse am DeFi-Sektor und damit auch an Ethereum weiterhin hoch, ist in den kommenden Monaten auch ein Durchmarsch bis an die 3.277 USD sowie maximal 3.565 USD vorstellbar. Diese beiden Kursziele stellen die nächsten wichtigen Widerstandsmarken dar. Wo der Run auf den DeFi-Sektor endet ist aktuell nur schwer auszumachen. Wird auch das 461er Fibonacci-Extension in den kommenden Monaten überwunden, sind der Vollständigkeit halber noch das 561er Fibonacci-Extension bei 4.319 USD sowie das 661er Fibonacci-Extension bei 5.073 USD zu nennen. Ob und wie schnell diese Marken in 2021 erreicht werden, ist bei dem aktuellen Hype schlichtweg nicht zu sagen.

Bearishe Variante (Ethereum)

Kommt es wider Erwarten doch zu einer Korrektur des Ether-Kurses und Ethereum rutscht abermals zurück unter die 1.303 USD, fungiert zunächst der EMA20 (rot) wieder als wichtige Support-Marke. Wird dieser gleitende Support nachhaltig gebrochen, kommt es im Bereich der 1.126 USD, spätestens aber an der 1.042 USD zum Showdown. Ein Unterschreiten des Verlaufstiefs bei 1.042 USD wäre ein erster relevanter Bruch des Trends und dürfte in weiteren Abgaben münden. Der Ether-Kurs könnte in der Folge unmittelbar bis an die 922 USD korrigieren. Wird diese Unterstützung per Tagesschlusskurs ebenfalls unterschritten, ist mit einer Korrekturausweitung bis an die 837 USD zu rechnen.

In diesem Bereich findet sich das alte Verlaufshoch aus dem Jahr 2018 sowie das Ausbruchslevel der aktuellen Rallye. Bullishe Anleger werden spätestens an dieser Chartmarke wieder verstärkt in Ethereum investieren. Sollte tatsächlich auch dieser Support nachhaltig unterboten werden, wird der Ether-Kurs unmittelbar in Richtung der 770 USD wegbrechen. Hier verlaufen aktuell der EMA100 (gelb) sowie das Ausbruchslevel vom Jahresanfang. Schaffen es die Bären tatsächlich, auch diesen Supportbereich dynamisch unterbieten und die 720 USD wirkt nicht stabilisierend, ist eine Korrekturausweitung an die 675 USD sowie maximal 636 USD vorstellbar. Hier verläuft der EMA200 (blau). Unter diesem Support wäre die bullishe Rallye endgültig vorbei. Solange die Bullen jedoch jede aufkommende Kursschwäche für neue Einstiege nutzen, ist das bearishe Szenario sehr unwahrscheinlich.

Indikatoren (Ethereum)

Der RSI korrigierte am gestrigen Donnerstag den 21. Januar kurzfristig in die neutrale Zone, stieg in den letzten Handelstagen aber wieder deutlich gen Norden auf aktuell 65. Damit hat der RSI abermals ein Kaufsignal generiert. Auch der MACD konnte sein kurzfristiges Verkaufssignal direkt negieren und bastelt an einem frischen Long-Signal. Auf Wochensicht tendieren beide Indikatoren seitwärts, was bei einem RSI-Wert von 93 nicht verwundert. Damit ist der RSI nur noch 4 Punkte von seinem Allzeithoch aus dem Juni 2017 entfernt. Auch wenn beide Indikatoren aktuell am Anschlag rangieren, darf dieses nicht als Idee für einen Short-Einstieg genutzt werden. Bullishe Rallyes haben die Angewohnheit über Wochen und gar Monate im überkauften Terrain zu verweilen. Erst ein Verkaufssignal auf Tagesbasis könnte eine mögliche Top-Bildung indizieren.

Schlechteste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Stellar (XLM)

Kursanalyse Stellar (XLM) KW05

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares STR/USD auf Poloniex

Seit der Ausbildung des Jahreshochs bei 0,35 USD am 7. Januar befindet sich der Kurs von Stellar im Korrekturmodus. Noch in der Vorwoche versuchte der XLM-Kurs den Widerstand bei 0,318 USD mehrfach zu überwinden, scheiterte per Tagesschlusskurs aber erneut an dieser Kursmarke. Am Freitag fiel der Kurs von Stellar zwischenzeitlich zurück an das Verlaufshochs vom 25. November und damit zurück unter den EMA20 (rot), konnte diesen Support aber auf Tagessicht verteidigen. In den letzten zwei Handelstagen handelte Stellar knapp weiter knapp oberhalb des EMA20 bei aktuell 0,271 USD.

Bullishe Variante (Stellar)

Schaffen es die Bullen, Stellar per Tagesschluss zurück über die 0,301 USD zu befördern, rückt zunächst der Widerstand bei 0,318 USD wieder in den Blick. Wird auch diese Kursmarke überwunden, ist zeitnah mit einem erneuten Test des Jahreshochs zu rechnen. Erst wenn jedoch das 38er Fibonacci-Retracement bei 0,370 USD dynamisch durchbrochen wird, aktiviert sich das nächste Kursziel in Form des 50er Fibonacci-Retracements bei 0,476 USD. Bleiben die Anleger im Zuge eines steigenden Gesamtmarktes weiter positiv gestimmt, wäre mittelfristig auch ein Durchmarsch bis an das 61er Fibonacci-Retracement bei 0,582 USD vorstellbar.

Spätestens an dieser Widerstandsmarke ist mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Überwindet der XLM-Kurs hingegen per Tagesschluss auch die 0,582 USD, rückt das mittelfristige Kursziel bei 0,649 USD in den Blick der Anleger. Dieser starke Widerstand aus 70er Fibonacci-Retracement und horizontaler Widerstandslinie dürfte erneut von Verkäufen begleitet werden. Weitere Kursziele für die erste Jahreshälfte lauten 0,78 USD sowie 0,92 USD. An der 0,92 USD verläuft das Allzeithoch aus dem Januar 2018.    

Bearishe Variante (Stellar)

Fällt der XLM-Kurs hingegen per Tagesschlusskurs zurück unter den EMA20 und gibt auch den Support bei 0,249 US-Dollar auf, kommt es zum erneuten Test des Verlaufstiefs bei 0,229 USD. Können die Bären diesen Support dynamisch unterbieten ist ein Rückfall bis an die 0,206 USD einzuplanen. Gibt auch diese Unterstützung keinen Halt, ist eine Korrekturausweitung bis an den Kreuzsupport aus Supertrend und EMA100 (gelb) bei 0,189 USD wahrscheinlich. An diesem starken Support verlaufen auch die Trendkanaloberkante sowie eine horizontale Unterstützungslinie. Von diesem Niveau werden die Bullen abermals versuchen, das Ruder zu übernehmen.

Schaffen es die Bären hingegen, auch diesen Support dynamisch zu unterbieten, ist ein Kursrückgang bis an die 0,159 USD einzuplanen. Der Kurs von Stellar pendelte im Dezember 2020 mehrfach um dieses Kursniveau. Wird auch diese Unterstützung nach unten gebrochen, aktiviert sich das Kursziel bei 0,142 USD. Hier befindet sich der EMA200 (blau), weshalb mit verstärkter Gegenwehr des Bullenlagers gerechnet werden muss. Sollte auch diese Unterstützung dynamisch unterboten werden, rückt das maximale bearishe Kursziel bei 0,119 USD in den Blick der Anleger. Hier verläuft das Ausbruchslevel vom 23. November 2020. Solange Stellar jedoch oberhalb des roten Abwärtstrendkanals notiert, ist das bullishe Szenario zu bevorzugen.

Indikatoren (Stellar)

Der RSI verläuft an der 55 seit mehreren Tagen seitwärts und rutscht bislang nicht zurück in die neutrale Zone. Ein Kursanstieg würde beim RSI-Indikator damit ein neues Kaufsignal generieren. Der MACD-Indikator hat hingegen ein Verkaufssignal generiert welches aktuell kursbegrenzend wirkt. Auf Wochensicht weisen beide Indikatoren weiterhin ein Long-Signal auf, haben zuletzt aber an Dynamik verloren und tendieren richtungslos seitwärts.

Stabilität der Top 10

Die Top-10 Altcoins leiden wie in der Vorwoche weiter unter Gewinnmitnahmen. Mit Ausnahme von Ether (ETH), der 15 Prozent hinzugewinnt sowie Polkadot (DOT) und Chainlink (LINK) mit jeweils 10 Prozent Kursplus, weisen alle anderen großen Altcoins im Wochenvergleich einen Kursabschlag auf. Zwar können sich alle Top-10 Altcoins von ihren Wochentiefs lösen, verlieren auf Wochensicht aber 3 Prozentpunkte an Wert. Insbesondere Stellar (XLM) mit knapp 9 Prozent Kursrückgang sowie der Binance Coin (BNB) mit 7 Prozent Kursabschlag tendieren diese Woche schwächer. Auch Cardano (ADA) mit 4 Prozent sowie Bitcoin Cash (BCH) mit drei Prozent Kursrückgang leiden aktuell unter Gewinnmitnahmen. Mit Blick auf die Rangliste der zehn größten Kryptowährungen gibt es mehrere Platzveränderungen. Chainlink robbt sich sukzessive weiter nach oben und springt auf den sechsten Ranglistenplatz. Hingegen verlieren Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash jeweils einen Platz und rangieren wie bereits im Dezember 2020 erneut hinter Chainlink.  

Gewinner und Verlierer der Woche

Die Entwicklung bei den Top-100 Altcoins zeigt diese Woche ein heterogenes Bild. Nach einem zwischenzeitlichen Kursrutsch in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar kann sich der Gesamtmarkt zum Wochenschluss deutlich erholen.  Rund die Hälfte der 100 größten Altcoinprojekte weist einen Kurszuwachs auf. Obwohl die Leitwährung Bitcoin im Wochenvergleich 10 Prozent nachgibt, stemmen sich somit insbesondere die Altcoins gegen den korrektiven Trend und weisen ein Kursplus auf. Im Durchschnitt steigen die Outperformer knapp 8 Prozentpunkte im Wert an. Viele Anleger nutzen auch diese Woche die aktuelle Kursschwäche von Bitcoin und investieren somit weiter in andere chancenreiche Kryptowährungen.

Wie bereits in der Vorwoche zeigen sich Altcoins aus dem Bereich der dezentralisierten Finanzprodukte abermals bullish. Die Liste der Wochengewinner wird angeführt vom Enjin Coin (ENJ) mit einem Kursanstieg von 78 Prozentpunkten. Ebenfalls deutlich im Wert zulegen können Decentraland (MANA) und Hedera Hashgraph (HBAR) mit gut 50 Prozent Kursaufschlag. Die Liste der Wochenverlierer wird angeführt von IOST (IOST) mit einem Kursrückgang von gut 15 Prozentpunkten. Wie bereits in der Vorwoche leiden auch der auf anonyme Bezahlungen spezialisierten Altcoins Monero (XMR) und Dash (DASH) weiter unter Gewinnmitnahmen. Beide Projekte verlieren auf Wochensicht knapp 15 Prozentpunkte an Wert. Der Umstand das diese Bezahlcoins bei einigen Börsen in naher Zukunft nicht mehr gehandelt werden können, sorgt zunehmend für Unruhe bei Anlegern in diesem Sektor.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,82 Euro.


Teilen

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise

1. Ausgabe kostenlos testen

Das Bitcoin & Blockchain Magazin

1. Ausgabe kostenlos testen

Das Bitcoin & Blockchain Magazin

Das führende Bitcoin & Blockchain Szene Magazin

In Print und Digital verfügaber

Neue Investmentchancen verstehen und ergreifen

Jeden Monat über 60 Seiten Insights, Analysen, KnowHow

Streng limitiert

Kostenlose Ausgabe testen oder gratis Prämie sichern

BTC-ACADEMY