„Krypto“ und Klima: Schadet Bitcoin der Umwelt?

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„Krypto“ und Klima: Schadet Bitcoin der Umwelt?

Experten und Politiker üben immer wieder Kritik an der Umweltbilanz von Bitcoin & Co. Medienberichte vergleichen den ökologischen Fußabdruck beim Bitcoin-Mining sogar mit dem ganzer Städte oder Staaten. Während die Linke mit dem Klimaargument gleich ein Verbot von Bitcoin fordert, stellt sich die Frage: Wie umweltschädlich sind Kryptowährungen wirklich? Und wie kann das Krypto-Ökosystem in Zukunft verträglicher für das Klima werden?

Eine aktuelle Studie der TU München untersucht die jährlichen CO2-Emissionen im Bitcoin-Netzwerk. In einem Post auf der Universitäts-Homepage vergleichen die Wissenschaftler die Klimabilanz des Bitcoin mit der von Jordanien oder Sri Lanka.

Die Münchner Forscher Christian Stoll, Lena Klaaßen und Ulrich Gallersdörfer veröffentlichten am 12. Juni die Ergebnisse ihrer Untersuchung. Demnach schätzen sie den Stromverbrauch des Netzwerkes auf 45,8 TWh. Daraus resultierten Kohlenstoffemissionen zwischen 22.0 und 22.9 Mt (Megatonnen) CO2. Kohlenstoffdioxid verstärkt den Treibhauseffekt und stellt damit einen beschleunigenden Faktor für die globale Erwärmung dar. Aber wieso verbraucht Bitcoin so viel Strom?

Erhöhter Energieverbrauch durch Mining schadet dem Klima

Es ist vor allem das Mining, welches große Mengen an Energie kostet. Beim „Schürfprozess“ neuer Bitcoin zur Bestätigung von Transaktionen kommt der Proof-of-Work-Mechanismus zum Einsatz. Dieser ist nicht nur sehr energieaufwendig, sondern steigert auch seinen Verbrauch mit der Zeit. Aus diesem Grund konzentrieren sich Miner inzwischen auf Produktionsstandorte im Norden Europas. Dort lockt nämlich der niedrige Strompreis. Eine Lösung für den Schaden am Klima liefert dieses Verhalten jedoch nicht.

Bitcoins Wege zur Klimaverträglichkeit sind vielfältig

Wie kann das Bitcoin-Konzept also seine Zukunft sichern und ökologisch nachhaltig werden?


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Zum einen ist es natürlich möglich, die Energie für das Mining aus erneuerbaren Ressourcen zu gewinnen. Es gibt auch Stimmen, die Anreize bei der Weiterentwicklung alternativer Blockchain-Technologien und insbesondere neuer Konsens-Modi fordern. Ein Ansatz ist der Proof-of-Stake-Mechanismus, der auf dem Anteil der Token im Gesamtnetzwerk statt auf der Rechenkapazität beruht. Eine Umstellung der Konsens-Modi ist allerdings mit Sicherheitsrisiken verbunden und bleibt deshalb in der Szene umstritten.

Um die Nachhaltigkeit von dezentralen Währungskonzepten – auch in Bezug auf das Klima – zu beurteilen, lohnt es sich, einen distanzierteren Blick auf globale Wirtschaftsprozesse zu werfen. Eine egalitäre und soziale Form des Warenverkehrs bringt Machtverschiebungen mit sich, die letztendlich die wahren Klimasünder betreffen. Dies sind nämlich nach wie vor internationale Großkonzerne, die ihre globalisierte Industrieproduktion zu Lasten des Klimas und der Bevölkerung ausrichten.

Wie genau sich Bitcoin an die Herausforderung des Klimawandels anpassen wird, ist noch nicht absehbar. Fest steht aber, dass auch das Klima im Transformationsprozess des globalen Finanzsystems eine Rolle spielen wird.

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