Mehr Chancen für Kreative Krypto-Marktplatz Zora erhält Funding von 2 Millionen US-Dollar

Jacob Gleiss

von Jacob Gleiss

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Jacob Gleiß studiert seit 2018 Journalismus und Unternehmenskommunikation an der HMKW in Berlin. Er interessiert sich besonders für die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Zora, ein auf Ethereum basiertes Modeunternehmen hat mit Hilfe des Risikokapitalfonds Kindred Ventures ein Startkapital von 2 Millionen US-Dollar sammeln können. Kindred Ventures ist ein Unternehmen, das sich auf die Finanzierung von Start-ups spezialisiert. Es hat bereits in 80 Unternehmen investiert und auch selber einige Technologie-Start-ups hervorgebracht.

Medienberichten zufolge soll Zora 2 Millionen US-Dollar von Kindred Ventures als Finanzierung für ihr Unternehmen bekommen haben. Zoras Geschäftsidee ist, alle Waren des Unternehmens als Token anzubieten, um für eine dynamische Bewertung der Waren zu sorgen.

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Dies funktioniert wie folgt: Der Preis eines Produktes ändert sich je nach Angebot und Nachfrage. Umso mehr Leute ein Produkt kaufen, desto teurer wird es und umgekehrt. Dies hat zur Folge, dass eine Person, die frühzeitig in ein Produkt investiert, dieses mit Gewinn wiederverkaufen kann, bevor sie das Produkt überhaupt erhalten hat.

Der Vorteil hierbei ist, dass die Produktenwickler den gesamten Wert den sie geschaffen haben, auch verdienen. Verkauft ein Künstler ein Gemälde für einen gewissen Preis, beispielsweise 300 US-Dollar, so erhält er genau dieses Geld für sein Produkt. Es ist möglich, dass sein Gemälde nach einer gewissen Zeit viel mehr wert ist. Der Käufer, der das Gemälde ursprünglich für 300 US-Dollar erworben hat, kann es nun für beispielsweise 2.000 US-Dollar verkaufen. Der Künstler sieht von diesem Geld allerdings nichts. Durch die Erfassung des Schöpferwertes (Creator Value Capture) soll sich dies nun ändern. Zora selbst erklärt diesen Prozess wie folgt:

Auf Zora können Entwickler zwei Preise festlegen: Startpreis und Maximalpreis. Wenn Community-Mitglieder einen Token kaufen und verkaufen, wird der Preis nach oben oder unten verschoben. Dies macht den Preis dynamisch, da es die Preisfindung für die Artikel durch den Markt eröffnet. Wenn Leute den Token kaufen, bewegt er den Preis näher an sein Maximum. Wenn sie verkaufen, nähert es sich seinem Minimum. 

Nachhaltige Wirtschaft für Schöpfer

Zum ersten Mal erhalten Hersteller eines Produktes nun den gesamten Wert den sie geschaffen haben. Gleichzeitig werden Menschen, die frühzeitig an der Wertschöpfung teilnehmen, belohnt. Es herrscht quasi eine Win-win-Situation.

Dee Goens und Jacob Horne haben Zora im Mai 2020 ins Leben gerufen. Der ehemalige Coinbase-Mitarbeiter Horne wollte schon immer ein eigenes Modelabel gründen.

Ich dachte immer, eine Modemarke wäre etwas, was ich nach Krypto tun würde. Ich liebe Krypto, aber es fühlte sich zu sehr nach Finanzen an und es schien, als würde etwas fehlen. Dann begann ich mit der Idee zu spielen, diese beiden Leidenschaften zu kombinieren und Saint Fame zu gründen,

erklärt Horne gegenüber dem Technologie-Nachrichtenportal TechCrunch.

„Unisocks“: Der erste Drop

Den ersten Verkauf startete Zora mit den „Unisocks“. Bei „Unisocks“ handelte es sich um eine limitierte Anzahl an rosa-weißen Socken. Insgesamt waren 500 Paar Socken verfügbar. Es wurde ein Token erstellt, der gegen diese Socken eingelöst werden konnte. Je mehr Socken von den Leuten gekauft wurden, desto höher wurde der Preis des Token. Verkauften die Leute die Socken wieder, sank der Preis. Die Leute konnten nach Lust und Laune kaufen und verkaufen und ihren Token letztendlich gegen die Socken eintauschen. Goens und Horne wollten mit ihrer Idee jedoch noch einen Schritt weiter gehen.

Sie gründeten ein Online-Modehaus namens Saint Fame. Gleichzeit erstellten sie einen Token namens $ FAME. Dieser war, genau wie bei „Unisocks“ gegen ein realen Gegenstand eintauschbar. In diesem Fall handelte es sich um ein Hemd. Der große Unterschied war, dass der Token bereits herausgegeben wurde, bevor klar war, wie das Hemd überhaupt aussieht. Es war nur bekannt, dass das Design des Hemdes von Matthew Vernon, einem digitalen Produktdesigner entworfen werden würde. Die Leute kaufen praktisch nur seine Idee, ohne das Ergebnis zu kennen.

Voller Erfolg durch Tokenisierung

Mit dem Verkauf des Hemdes konnte Saint Fame insgesamt 17.000 US-Dollar erzielen. Der Startpreis des Hemdes lag bei 8 US-Dollar. Inzwischen ist er auf 233 US-Dollar gestiegen. Der Normalpreis eines solchen Hemdes liegt bei 60 US-Dollar. Bei diesem Preis hätte die Modemarke nur 6.000 US-Dollar verdienen können. Durch das Token-Verkaufsmodell stieg der Wert jedoch mit jedem einzelnen Kauf algorithmisch an.

Zora plant zukünftig eine Self-Service Version des Marktes zu entwickeln. Diese soll Entwicklern und Unternehmen ermöglichen, ihre Produkte auch ohne direkte Partnerschaft auf dem Markt anzubieten. Gegenüber TechCrunch erklärt Hornes erklärt sein Ziel: Zora soll noch dieses Jahr 100 Marken auf den Markt bringen.

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