Kreditkarte statt Bitcoin: Was meint Jimmy Song?

Kreditkarte statt Bitcoin: Was meint Jimmy Song?

Bitcoin-Developer Jimmy Song sorgte in der vergangenen Woche mit einem Tweet für reichlich Verwirrung in der Bitcoin-Community und darüber hinaus. So schlug er vor, Bitcoin-Transaktionen über den Umweg Kreditkarte abzuwickeln, weil dies praktikabler wäre. Entspricht das noch der Grundvorstellung von Bitcoin als Peer-to-Peer-Geld?

Anstatt die globale Krypto-Adaption weiter zu pushen, indem er Bitcoin-Transaktionen ermutigt, ruderte Bitcoin-Developer Jimmy Song mit einem Tweet in die entgegengesetzte Richtung. So schlug Song vor, wieder verstärkt auf Zahlungen mit Fiatgeld zu setzen – genauer gesagt auf die Nutzung von Kreditkarten.

„Wenn ihr Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen wollt, habe ich hier für euch eine Strategie, die sinnvoller und bequemer ist, als viele einzelne On-Chain-Transaktionen zu tätigen:

  1. Tätigt die Zahlungen mit eurer Kreditkarte
  2. Zahlt die anschließende Gesamtrechnung, indem ihr den entsprechenden Anteil eurer Bitcoins verkauft.“

Fiat: Besser für Transaktionen geeignet?

Viele Leser mögen sich jetzt verwundert die Augen reiben: Schreibt Jimmy Song, einer der wichtigsten Gesichter des Bitcoin-Ökosystems, gerade wirklich, dass sich Fiat besser für Transaktionen eignet als Krypto?

Noch überraschender: Er scheint mit seiner Ansicht in der Bitcoin-Führungsriege nicht allein zu sein. Samson Mow, CSO von Blockstream, verteidigt Song. Ebenfalls bei Twitter schrieb er:

„Nutze das beste Werkzeug für die jeweilige Aufgabe. Jimmy Song möchte damit ausdrücken, dass man seine BTC auf die effizienteste mögliche Weise nutzen soll. Diejenigen, die ihn nun dafür kritisieren, bewegen sich auf einem fragwürdigen moralischen Boden, dass alle Bitcoin-Transaktionen On-Chain stattfinden müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies sinnvoll und kosteneffizient ist.“

Das beste Werkzeug für die jeweilige Aufgabe? Nach dieser Definition ist für die Aufgabe „Transaktion“ das Werkzeug „Fiatgeld“ am besten geeignet.

Aussagen von Song und Mow führen gesamte Bitcoin-Ökonomie ad absurdum


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In der originalen Ausgabe des Bitcoin-White-Papers heißt es, Bitcoin sei ein „elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungssystem“. Die Betonung liegt dabei nicht zufällig darauf, dass man Bitcoin dazu nutzen sollte, um damit zu bezahlen. Der revolutionäre Gedanke dabei, das Übergehen eines Mittelsmannes, hebt den Bitcoin erst vom traditionellen Fiatgeld ab.

Jetzt zu sagen, man solle für Transaktionen lieber Fiat nutzen, widerspricht dem Grundkonzept von Kryptowährungen und führt die Bitcoin-Ökonomie ad absurdum. Es ist, als würde Elon Musk zum Kauf eines Tesla anregen, für die Parkplatzsuche in der Innenstadt jedoch einen Smart empfehlen.

Und überhaupt: Wenn eine Bitcoin-Transaktion tätigen bedeutet, seine Bitcoin in Fiat zu tauschen und damit zu bezahlen – aus welchem Grund sollte ein Nutzer dann überhaupt Bitcoin halten? Diese Frage ist Wasser auf die Mühlen der BTC-Kritiker, die den Wert des Bitcoins an seiner Funktion als Zahlungsmittel festmachen, anstatt an seiner Rolle als Wertaufbewahrungsmittel.

Speziell in der Konfrontation mit dem Lager der Bitcoin-Cash-Befürworter hatte sich die Unterscheidung zwischen der Store-of-Value- und der Use-of-Payment-Funktion von Kryptowährungen manifestiert. Die Argumentation des BCH-Lagers ist dabei, dass eine Währung, die nur auf die reine Wertaufbewahrungsfunktion setzt, am Ende des Tages überhaupt keinen Wert darstellt. Der Wert, den eine Währung hat, erwächst nämlich (unter anderem) erst aus seiner Rolle als Zahlungsmittel.

Entsprechend genüsslich stürzt sich Bitcoin- Cash-Verfechter Roger Ver auf die Aussage seines Kontrahenten Jimmy Song. Laut Ver sei es „seine“ Version des Bitcoins, die sich unter allen Kryptowährungen am besten für den direkten Zahlungsverkehr eignet. Indem Jimmy Song Kreditkartenzahlungen den Vorzug vor BTC-Transaktionen gibt, macht er es Roger Ver somit zumindest recht leicht.

Wie ist eine solche Aussage zu erklären?


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Jimmy Song und – in seiner Verteidigung – auch Samson Mow haben der BTC-Community also einen Bärendienst erwiesen. Doch wie konnten sie sich überhaupt zu einer solchen Aussage hinreißen lassen?

Die Grundaussage der beiden ist, dass nicht jede einzelne 50-Cent-Transaktion über die Bitcoin-Blockchain laufen sollte. Vielmehr solle erst einmal ein angemessenes Transaktionsvolumen aufgebaut werden, ehe man eine Transaktion tätigt. So gesehen geht die Argumentation in Richtung einer Second-Layer-Lösung – bloß dass der Second Layer in diesem Fall Fiat heißt.

Hier zeigt sich eine grundlegende Richtungsfrage: Was soll eine universelle Kryptowährung leisten? Ein ultimatives Zahlungsmittel für jede noch so kleine Transaktion im Alltagsleben sein? Oder ein Wertspeicher, mit dem man entweder einzelne große oder gebündelte kleine Transaktionen tätigen kann?

Die gute Nachricht: Diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen. Jeder kann die Kryptowährung seiner Wahl nutzen und mit deren Vorzügen und Nachteilen leben. Denn das ist der große Unterschied zu Fiatwährungen: Kryptowährungen sind freiwillig.

BTC-ECHO

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