Kraftstoff-Export über die Blockchain: Sinochem macht’s vor

Kraftstoff-Export über die Blockchain: Sinochem macht’s vor

Sinochem nutzt die Blockchain-Technologie für einen Kraftstoff-Export. Unternehmen weltweit testen den Einsatz der Blockchain für den Energiehandel.

Das chinesische Erdöl-Unternehmen Sinochem Group führte mit Hilfe der Blockchain-Technologie erfolgreich einen Kraftstoff-Export durch. Die Testsendung, beginnend in der chinesischen Stadt Quanzhou nach Singapur, wurde von der Tochtergesellschaft Sinochem Energy Technology abgewickelt. Dies war die erste erfolgreiche Sendung, bei der die wesentlichen Bestandteile der Lieferkette durch ein blockchain-basiertes Warenhandelssystem ausgeführt wurde.

Erhebliche Einsparung von Finanzierungskosten mit Sinochem

Sinochem führte bereits zuvor Experimente im Bereich der Blockchain durch. Im Dezember fand eine erste simulierte Transaktion über einen Rohölimport mit Hilfe der Blockchain statt. Diese umfasste digitale Frachtbriefe und Smart Contracts, welche die Transaktion verschlankten. Dadurch konnten 20-30 % der Finanzierungskosten eingespart werden. Sinochem betonte in seinem Dezember-Statement:

„Die Standardisierung durch die Blockchain wird die Transparenz von Transaktionsgeschäften sowie das gesamte Risikomanagement in Chinas petrochemischer Industrie verbessern“.

Weitere Tests durch Global Player im Energiesektor

Der globale Energiesektor hat ebenfalls Interesse an der Blockchain-Technologie gezeigt: Mehrere Globalplayer experimentieren mit blockchain-basierten Energiehandelsplattformen. Ölkonzerne wie BP und Eni haben ihre Tests bereits im Juni 2017 gestartet. Europäische Energieunternehmen wie Enel und E.ON testen eine von Ponton entwickelte Blockchain-Plattform. Einer der größten Energielieferanten Australiens, Origin Energie, führt Tests mit Power Ledger durch.

China auch ansonsten Vorreiter in Sachen Blockchain

Wenn es darum geht, geistiges Eigentum mit Hilfe von Patenten zu sichern, steht China im vergangenen Jahr unangefochten an der Spitze. Die Volksrepublik verzeichnete im Jahr 2017 eine Zahl von 225 Patenten im Bereich Blockchain. Darunter befinden sich auch sechs der neun global aktivsten Unternehmen. Damit lässt sie ihre Mitstreiter weit abgeschlagen zurück. Dies ist mitunter auf die Unterstützung der Regierung zurückzuführen. Diese plant u. a. den Aufbau eines eigenen Investment- und Entwicklung-Centers. Darüber hinaus wollen sie damit Firmen stärken, die ihr Geschäftsmodell auf der Blockchain aufbauen wollen.

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Über Chiara Bachmann

Chiara BachmannChiara Bachmann studiert im Master Wirtschaft & Recht mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Aschaffenburg. Sie interessiert sich nicht nur für Anwendungen in der Finanzbranche, sondern auch für den gesellschaftlichen Wandel, den die Blockchain mit sich bringen kann. Es ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit auch Frauen für die Thematik zu begeistern.

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