Kenia: Tomaten auf der Blockchain im Kampf gegen Armut

Tanja Giese

von Tanja Giese

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Die Kryptobörse Bancor hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, mit Hilfe der Blockchain-Technologie die Armut in Kenia zu bekämpfen. In diesem Zuge will sie lokalen Geschäften ermöglichen, ihre Waren über die Blockchain zu verkaufen – schnell und gebührenfrei.

Die Blockchain-Technologie findet immer mehr Anwendung in den verschiedensten Bereichen. Insbesondere jene Regionen, die unter Armut leiden, könnten von schnellen, transparenten Transaktionen profitieren. Das Krypto-Unternehmen Bancor will nun mit einer eigenen Wallet eine neue Ära für lokale Geschäfte in Kenia einläuten.

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Bancor arbeitet über das POA-Netzwerk, das auf der Ethereum-Blockchain basiert. Bereits im Juni 2017 konnte das Unternehmen mit einem ICO 153 Millionen US-Dollar generieren. In Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Grassroots Economics will die Kryptobörse nun lokale Transaktionen im Blockchain-Handel in Kenia ermöglichen. Erste Tests erwiesen sich bereits als erfolgreich. So wurden nun die ersten Tomaten über die Blockchain in einem lokalen Geschäft in Mombasa verkauft. Um die Armut in dem afrikanischen Land zu bekämpfen, verzichtet man dabei auf Transaktionsgebühren. Will Ruddick, der Leiter der Abteilung für Community-Währungen bei Bancor, erklärte in einem offiziellen Beitrag auf Medium vom 9. August:

„Dank Bancor wird die Blockchain endlich zu einem Werkzeug, mit dem wir die Armut bekämpfen können.“

Von der regionalen Ersatzwährung zum digitalen Handel

Seit 2013 existiert neben der offiziellen kenianischen Währung, dem Kenia-Schilling, der Bangla-Pesa, eine Komplementärwährung, die nur im Armutsgebiet Bangladesh (nicht zu verwechseln mit dem südasiatischen Land) in Mombasa akzeptiert wird. 2016 wurde dieses Papiergeld mit vier weiteren regionalen Ersatzwährungen im Community-Währungssystem Sarafu-Credit zusammengefasst. Ziel war es hier bereits, den lokalen Handel zu vereinfachen, indem man Transaktionen über die unterschiedlichen Regionen hinweg ermöglichte. Mit Hilfe des digitalen Transaktionssystems von Bancor kann man nicht nur die Druckkosten für die Papierwährung einsparen, sondern auch unkompliziert und unabhängig von Handelstransaktionen Geld an Freunde und Familie schicken. Zudem will Bancor lokalen Händlern die Möglichkeit bieten, ihre Waren über eine Community-Plattform zu vermarkten. Davon verspricht man sich die Ankurbelung der regionalen Geschäfte und wäre damit einen guten Schritt Richtung Armutsbekämpfung gegangen.

Erst im Juli dieses Jahres hatte Bancor Schlagzeilen gemacht, als bei einem Hack 13,5 Millionen US-Dollar gestohlen wurden. Wir wollen hoffen, dass die Kryptobörse an ihren Sicherheitsstandards gearbeitet hat, um ihr ambitioniertes Ziel nicht zu gefährden.

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