Exchange Bancor verliert 13,5 Millionen US-Dollar bei Hackerangriff

Quelle: Hacker stealing dollars from bank via Shutterstock

Exchange Bancor verliert 13,5 Millionen US-Dollar bei Hackerangriff

Die Exchange-Plattform Bancor fiel am 9. Juli einem Hackerangriff zum Opfer. Insgesamt 23,5 Millionen US-Dollar wurden dabei in verschiedenen Kryptowährungen von den Dieben gestohlen. Ein Teil der gestohlenen Token konnte bereits eingefroren werden.

Am Morgen des 9. Juli veröffentlichte Bancor erstmals eine Stellungnahme. Nachdem sie ihre Website zur Wartung geschlossen hatten, hieß es zunächst auf Twitter:

„Heute Morgen gab es bei Bancor eine Sicherheitsverletzung. Nutzer-Wallets wurden hierbei nicht beeinträchtigt. Um dem nachzugehen, haben wir in den Wartungsbetrieb gewechselt und werden in Kürze eine detailliertere Aussage treffen. Wir sind zuversichtlich so bald wie möglich wieder online zu sein.“

In einem späteren Statement folgte dann die Erkenntnis. Der oder die Hacker erbeuteten 24.984 ETH (ca. 12,5 Millionen US-Dollar), knapp 229 Millionen NPXS (ca. 1 Million US-Dollar) und 3,2 Millionen BNT (ca. 10 Millionen US-Dollar) im Gesamtwert von ca. 23,5 Millionen US-Dollar. Die Exchange-Plattform erklärte, dass eine Wallet zum Updaten von Smart Contracts beeinflusst wurde, um dann die genannten Summen zu entziehen. Nach wie vor sind aber keine Nutzer-Wallets betroffen.

In demselben Statement schrieb Bancor, dass es ihnen gelungen ist, die aus dem eigenen Haus stammenden BNT-Token einzufrieren, sodass der Dieb keinen Nutzen mehr aus diesen ziehen kann. Des Weiteren gibt Bancor bekannt:

„Es ist nicht möglich, die ETH oder die anderen gestohlenen Tokens einzufrieren. Wie auch immer, wir arbeiten jetzt mit einer Vielzahl von anderen Krypto-Exchanges zusammen, um die gestohlenen Summen zu finden und dem Dieb das Liquidieren zu erschweren.“

Harte Kritik

Bancor hat im vergangenen Jahr bei seinem ICO 153 Millionen US-Dollar eingesammelt und wurde damit zu einer der berühmtesten dezentralisierten Exchanges (DEX).

Seit dem Vorfall gab es verschiedene Stimmen, die nicht nur die Sicherheitslücke kritisierten. Bancor steht im Fokus der Kritik und muss sich die Frage stellen, ob dezentralisierte Plattformen im Fall eines Hackerangriffs integrierte Notfalloptionen haben sollten.

Hierbei wurden auch Verbindungen zu der DAO-Katastrophe vor zwei Jahren gezogen. Schon damals stand die Frage im Raum, ob ein Eingreifen im Sinne der Dezentralität sei.

Charlie Lee sprach auf Twitter von einem „falschen Empfinden über Dezentralität“ der Plattform.

Nach dem Vorfall ist der BNT-Kurs um 14 Prozent gefallen, hat sich jedoch mittlerweile wieder stabilisiert. Inwiefern Bancor den Rest der gestohlenen Summe nun zurückgewinnen kann, wird sich zeigen. Die Diskussionen rund um das Eingreifen in dezentrale Systeme halten an.

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