Kein gutes Haar: Nouriel Roubini will Bitcoin-Börse verklagen

Kein gutes Haar: Nouriel Roubini will Bitcoin-Börse verklagen

Nouriel Roubini, auch bekannt als Dr. Doom, ist bekannt dafür, dass er kein gutes Wort an Bitcoin & anderen Kryptowährungen lässt. In einer aktuellen Online-Auseinandersetzung kritisiert er den CEO einer Bitcoin-Börse aufs Äußerste.

Arthur Hayes ist Mitgründer und Geschäftsführer der Bitcoin-Börse BitMex. In der Vergangenheit fiel er durch äußerst bullishe Bitcoin-Kurs-Prognosen auf. So verkündete er etwa im März 2018, dass er den Kurs für die führende Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bis zum Ende des Jahres bei 50.000 US-Dollar sehe.

Bitcoin-Bulle Hayes trifft Uni-Professor Roubini

Nun traf besagter Bitcoin-Bulle auf Ökonom und Uni-Professor Nouriel Roubini. Auf einer Konferenz in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh diskutierten die beiden vergangene Woche über Kryptowährungen und die Zukunft des Geldes. Die Rollen waren klar verteilt; Hayes nahm die Pro-Krypto-Position ein, Roubini stand ihm auf der Contra-Seite gegenüber.

Roubini ließ es sich dabei nicht nehmen, BitMex und Hayes vorzuwerfen, Insider-Handel zu begünstigen sowie überhöhte Gebühren zu verlangen. Die Debatte (von der beide behaupten, sie souverän gemeistert zu haben) wurde laut Medienberichten zwar aufgezeichnet. Dennoch hält BitMex das Video bisher unter Verschluss. Grund genug für Roubini, die Bitcoin-Börse öffentlich zu diskreditieren:

Sie verstecken das ganze Video, weil sowohl [Arthur Hayes] als auch [BitMex] komplett zerstört worden sind. […] Diese Leute sind schlimmer als blutsaugende Blutegel.

In einem früheren Tweet gab Roubini gar an, BitMex verklagen zu wollen:

[…] Er [Arthur Hayes] schickt ein editiertes Video an ausgewählte Medien heraus, um mich schlecht dastehen zu lassen und all meine Punkte abzuschneiden. Ich werde sie verklagen. Das ist krankes kriminelles Verhalten […].

Während sich Roubini indes tagelangen Hasstiraden auf Twitter widmet, gibt sich Arthur Hayes professionell. Einer seiner wenigen Tweets zum Thema weist lediglich darauf hin, dass das fragliche Video bald veröffentlicht werde:

Keine Angst, unsere Tapes werden dein dünnes Verständnis von Wirtschaft und Technologie enthüllen. Wenn diese Tapes an die Öffentlichkeit kommen, würde es mich wundern, wenn du noch in irgend einer größeren Bildungsinstitution lehren könntest.

Das Video ist bisher nicht aufgetaucht.

Zur Kritik an der Bitcoin-Börse BitMex

Bei aller Roubiniesken mangelnden Professionalität in der Debatte scheint die Kritik an BitMex nicht völlig aus der Luft gegriffen. Krypto-Analyst und Blogger Hasu erläuterte dementsprechend bereits im Oktober 2018, dass es bei der Bitcoin-Börse nicht ganz mit rechten Dingen zugehe. Er warf der Bitcoin-Börse etwa folgende drei Punkte vor:

  • BitMex handle gegen seine Kunden
  • BitMex nutze seine Server-Probleme aus
  • Die Bitcoin-Börse mache Liquidierungen von Kunden-Geldern über ihren Versicherungsfonds zu Geld.

Dabei handelte es sich nicht um die ersten Vorwürfe, die gegenüber der Bitcoin-Börse aufkamen. Bereits im August 2018 berichteten wir etwa über Manipulationsvorwürfe gegenüber dem Handelsplatz für Kryptowährungen. Damals kam es zu einem DDos-Angriff auf die Server, während dessen viele Nutzer nicht auf ihre Accounts zugreifen konnten. Dadurch konnten viele Nutzer der Börse ihre Positionen nicht auflösen, viele BitMex-Kunden waren verprellt.

Wie so oft zeigte die Situation, dass das Krypto-Ökosystem noch großen Aufholbedarf hat. In einer unregulierten Umgebung ist es zwar sicher, Bitcoin zu verwenden und diesen sicher zu verwahren. Der Handel auf zentralisierten Börsen ist jedoch häufig unsicher und mit fragwürdigen Unternehmens-Praktiken verbunden.

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