Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen

Quelle: shutterstock

Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen

In dem Gerichtsverfahren um die Legalität von Krypto-Börsen in Indien gibt es neue Entwicklungen. Zu ihrer Verteidigung legte die indische Regierung eine eidesstattliche Erklärung vor, aus der hervorgeht, dass ein Gesetzesentwurf für die Regulierung von Krypto-Assets bis Ende 2018 vorliegen soll. 

Indien könnte eigentlich ein Vorreiter in Sachen Kryptowährungen sein. Denn die indische Bevölkerung ist vergleichsweise krypto-affin. Allerdings macht die Regierung des Landes diesen Bestrebungen immer öfter einen Strich durch die Rechnung. Jüngstes Beispiel für diese Ambivalenz ist die Beschlagnahmung des ersten Bitcoin-ATMs durch indische Behörden.

Regierung will für Klarheit sorgen

Dies könnte sich nun ändern. Denn wie die Nachrichtenseite Quartz berichtet, hat das indische Finanzministerium eine Art Task-Force installiert, die bis Ende des Jahres einen Entwurf zum regulatorischen Umgang mit Kryptowährungen vorlegen soll. Die Arbeitsgruppe gibt es dem Vernehmen nach zwar schon seit November 2017; allerdings wurde erst kürzlich bekannt, dass mit Ergebnissen bald zu rechnen sei. Dies erklärte das indische Finanzministerium im Zuge eines Gerichtsverfahrens an Eides statt.

In dem Verfahren klagt eine ganze Reihe von Exchanges gegen die Regierung und wirft dieser vor, durch die repressive Haltung gegen Kryptos die Szene im Land ersticken zu wollen. Diese Vorwürfe wiederum scheint die indische Regierung mit dem Hinweis auf die Existenz der Arbeitsgruppe zerstreuen zu wollen.

Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen


In der eidesstattlichen Erklärung vor Gericht heißt es:

„Derzeit werden ernsthafte Anstrengungen zur Vorbereitung eines Gesetzentwurfs über virtuelle Währungen […] unternommen. Der Gesetzentwurf wird den Mitgliedern des Kabinetts übermittelt und anschließend zur Diskussion gestellt. Dies ist für den kommenden Monat geplant.“

Zankapfel Kryptowährungen

Dem Gerichtsverfahren geht ein lange währender Streit zwischen indischen Krypto-Unternehmen und der Regierung voraus. Wie BTC-ECHO berichtete, werfen indische Regierungsbehörden den Unternehmen immer wieder unlautere Geschäftspraktiken vor. Einige Regierungsvertreter gingen sogar so weit, Kryptowährungen generell als Schneeballsystem zu bezeichnen.

Nachdem die indische Zentralbank die Kreditvergabe an Krypto-Börsen verboten hatte, reichte ein Zusammenschluss von Krypto-Börsen oben genannte Klage vor dem obersten Gerichtshof des Landes ein. Denn seit dieser Entscheidung ist das Geschäft auf dem Subkontinent kaum noch rentabel. Die indische Handelsplattform Zebpay kündigte im Zuge dessen bereits im September ihren Umzug an krypto-freundliche Ufer an: Sie geht nach Malta.

Die Causa Bitcoin ist indes noch nicht ausgesessen. Wie das Gericht in der Angelegenheit entscheidet und welchen Weg die indische Regierung in Zukunft einschlägt, ist gestern wie heute völlig offen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Der 30-Millionen-US-Dollar-Betrug
Regulierung

Ein ehemaliger Profiteur des Bitcoin-Booms muss sich vor Gericht verantworten. Unter der Vortäuschung falscher Identitäten soll er Investoren mittels Initial Coin Offering (ICO) um 30 Millionen US-Dollar erleichtert haben.

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Zentralbank Indiens hält an Krypto-Verboten fest
Regulierung

Die Zentralbank Indiens hat ihre ablehnende Haltung gegenüber den Handel mit Kryptowährungen bekräftigt. Zuvor hat die „Internet and Mobile Asssociation of India“ eine Petition eingereicht, in der eine Lockerung der Gesetzgebung gefordert wurde.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Bitcoin-Börse Huobi greift nach dem großen Geld
Unternehmen

Huobi Group, Mutterkonzern der Bitcoin-Börse Huobi, hat während des Weltwirtschaftsforum in Davos die Veröffentlichung einer Broker-Plattform verkündet. Damit hat es das Unternehmen auf das große Geld abgesehen.

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Verbrennt Binance willkürlich BNB-Token?
Altcoins

Krypto-Börse Binance hat im vergangenen Jahr Korrekturen am White Paper vorgenommen und verbrennt seitdem BNB Coins. Die Zahlen aus dem letzten Quartal 2019 werfen jedoch einige Fragen auf.

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Buchgeld-Tokenisierung: Neuer Wind im Geldsegment
Unternehmen

Algorand und Monerium arbeiten gemeinsam an der Tokenisierung von Buchgeld. Das gaben die beiden Unternehmen jüngst in einer Pressemitteilung bekannt.

Indien, Indien: Regierung will umfassenden Regulierungsentwurf für den Umgang mit Kryptowährungen vorlegen
Blitzschnell Richtung Mainstream
Szene

Square Crypto arbeitet derzeit an einem Entwickler-Tool-Kit für das Bitcoin-Lightning-Netzwerk. Dieses soll es Entwicklern vereinfachen, die Second-Layer-Lösung für Bitcoin zu integrieren.

Angesagt

Der 30-Millionen-US-Dollar-Betrug
Regulierung

Ein ehemaliger Profiteur des Bitcoin-Booms muss sich vor Gericht verantworten. Unter der Vortäuschung falscher Identitäten soll er Investoren mittels Initial Coin Offering (ICO) um 30 Millionen US-Dollar erleichtert haben.

Budweiser-Mutterkonzern unterstützt afrikanische Bauern per Blockchain
Blockchain

Die Staaten des afrikanischen Kontinents werden im Allgemeinen zu den Verlierern der Globalisierung gezählt. Die Armutsrate ist hoch und westliche Konzerne betrachten den Kontinent oftmals als ein plünderbares Rohstoffdepot. Dieser Trend setzt sich im Wesentlichen ungebrochen fort. Allerdings werden zumindest punktuell Ansätze eines Umdenkens erkennbar. Umso erfreulicher, dass auch der Blockchain-Technologie hierbei eine Rolle zukommt.

Britische Steuerbehörde plant Tracking Tool von Bitcoin-Transaktionen
Steuer

Diejenigen, die ihr Vermögen in vermeintlich anonymer Krypto-Form an den wachsamen Dienern Eurer Majestät vorbeimanövrieren wollen, könnten schon bald eines Besseren belehrt werden. Denn die britische Steuerbehörde rüstet im Bitcoin-Tracking technisch auf.

Größer, besser, Bitcoin SV?
Kolumne

Craig Wright und sein Team versuchen mit aller Gewalt, ihre Vision durchzusetzen. Dabei haben sie den Anspruch, Bitcoin in seiner Reinform zu vertreten. Obendrein will Wright der wahre Satoshi Nakamoto sein. Von Konsens keine Spur. Die Lage am Mittwoch.