Indien: Jeder zehnte Kaffeebauer nutzt die Blockchain

Anna Shemyakova

von Anna Shemyakova

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Anna Shemyakova

Anna Shemyakova ist freie Journalistin für mehrere Zeitungen, Magazine und Online-Medien. An Blockchain-Technologien interessiert sie, wie dezentrale Systeme Beteiligung und Kontrolle umstrukturieren können.

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Eine blockchainbasierte Handelsplattform soll die wirtschaftliche Existenz von Indiens Kaffeebauern sichern: Nach einem schweren Start im März beginnt die neue Saison ohne Mittelsmänner.

Indien will einen fairen Lohn für seine Kaffeebauern, die nur einen bis zwei Cent an jeder Tasse verdienen. Zwischen den Bauern, Exporteuren, Röstern und Händlern stecken oft Gruppen von Mittelsmännern, die am Gewinn beteiligt sind.

Sie machen Verträge mit Käufern und kassieren fünf bis zehn Prozent des Gewinns. Teilweise liefern die Bauern ihren Kaffee an Mittelsmänner ohne bezahlt zu werden, da die meisten Bauern keine Lagerräume haben,

wie es im indischen Magazin „Down to Earth“ heißt.

Mittelsmänner nutzen Bauern aus

Dieses Problem war auch der staatlichen Regulierungsbehörde Coffee Board of India bekannt, woraufhin sie im März eine blockchainbasierte Handelsplattform lancierte. Das Ziel war, eben diese Mittelsmänner auszuschließen und die Bauern direkt mit den Exporteuren zu vernetzen. Was in der Theorie funktionierte, scheiterte in der Realität: Nur 23 der 350.000 Kaffeebauern Indiens nahmen am Projekt teil. So liefen 100 Tonnen Kaffee über die Plattform – von den 320.000 jährlich produzierten.

Doch auch die Saison spielte eine Rolle: Indiens Kaffeeernte läuft zwischen November und März ab. Der digitale Marktplatz eröffnete damit zum Ende der Saison. Erst jetzt, ein halbes Jahr später, kommt der erste Erfolg: 30.000 Kaffeebauern wollen die Plattform für die aktuelle Saison nutzen. So wird man im Frühjahr 2020 sehen, wie viel der 0,3 jährlich produzierten Tonnen indischen Kaffees fairen Lohn für die Bauern garantiert.

Blockchain und Smart Contracts für Bauer und Käufer

Außer Kaffeebauern sind auch Exporteure, Röster und internationale Käufer auf der Plattform registriert und nutzen die App oder die Online-Plattform. Ohne Mittelsmänner soll es für die Bauern möglich sein, ihren Gewinn zu verdoppeln, da sie sich direkt mit Käufern vernetzen. Blockchainbasierte Geldtransaktionen sind indes noch kein Thema, dank der harschen Position der indischen Regierung gegenüber Bitcoin & Co.:

Kryptowährungen sind in Indien verboten, daher können wir leider keine finanziellen Transaktionen über die Blockchain laufen lassen,

sagt Venkat Reddy von Coffee Board of India, der das System gemeinsam mit der Firma Eka Software Solutions entwickelt hat. Dafür nutze man jedoch Ethereum-basierte Smart Contracts für Deals zwischen Bauern und Käufern.

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