Indien: Haushaltsrede lässt Krypto-Anleger aufhorchen

In seiner Rede zum Haushalt 2018 ging Indiens Finanzminister Arun Jaitley auch auf die steigende Bedeutung des Handels mit Kryptowährungen ein. Dabei stellte er erneut heraus, dass der Bitcoin nicht als offizielles Zahlungsmittel zu betrachten sei und man die Verwendung von Kryptowährungen in Indien genauer im Auge behalten wolle. Von den Möglichkeiten, die die Blockchain-Technologie bietet, zeigte er sich stattdessen begeistert.

Am heutigen Donnerstag, dem 01. Februar, hielt der indische Finanzminister Arun Jaitley vor dem Parlament eine vielbeachtete Rede zum indischen Haushalt 2018. Während die angekündigten Maßnahmen vor allem darauf abzielen, verstärkt Wachstum in bisher vernachlässigten ländlichen Gebieten zu erzeugen, zeigen sich die Finanzmärkte eher enttäuscht über die als nicht ausreichend unternehmensfreundlich eingestufte Fiskalpolitik der Modi-Regierung.



Eine besondere Aufmerksamkeit erhielt auch der Teil von Jaitleys Rede, der sich um den Gebrauch von Kryptowährungen drehte. Bereits im Vorfeld der Rede hat es Vermutungen gegeben, dass heute eine Strategie zur Regulierung von Kryptowährungen dargelegt werden würde. Entsprechend gespannt, teils nervös, wurden seine Äußerungen heute erwartet. Die Aussage, die Jaitley schließlich tätigte, enthielt jedoch nicht viel Neues.

Im Wortlaut (frei aus dem Englischen übersetzt) sagte der indische Finanzminister:

„Distributed-Ledger-Systeme oder die Blockchain-Technologie erlauben die Organisation einer jedweden Kette von Daten oder Transaktionen, ohne die Notwendigkeit eines Intermediären. Die Regierung betrachtet Kryptowährungen nicht als offizielle legale Zahlungsmittel oder als Geld und wird alle Maßnahmen ergreifen, um die Verwendung dieser Kryptowährungen zur Finanzierung illegitimer Aktivitäten oder als Teil des Zahlungssystems zu unterbinden. Die Regierung wird die Nutzung der Blockchain-Technologie proaktiv erkundschaften, um sie in der digitalen Ökonomie einzusetzen.“

Damit bestätigt Arun Jaitley im Wesentlichen die Haltung, die die indische Regierung ohnehin bereits in der Frage der Kryptowährungen einnimmt – Kryptowährungen werden kritisch beäugt, jedoch toleriert, sofern sich die Geschäfte, die mit ihnen getätigt werden, in einem legalen Rahmen bewegen. Von einem Krypto-Verbot, über welches nach der Rede in verschiedenen Medien spekuliert wurde, lässt sich in den Äußerungen Jaitleys jedoch nichts erkennen. Berichterstattungen wie diese unterstreichen doch die hohe Nervosität auf dem Krypto-Markt, über die wir an dieser Stelle leider schon viel zu oft hatten berichten müssen.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.