Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen

Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Nachdem geklärt ist, was Identität ist und wie wir sie ins Netz bringen, geht es nun um den Wert unserer digitalen Identität. Heute: Identität 4.0.: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen.



Teil 1: Identität 1.0: Geschichte der Identität

Teil 2: Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität

Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel

Der Tag beginnt. Verschlafen erfolgt der ins motorische Gedächtnis übergegangene Griff zum Smartphone. Wecker aus und swipen. Unzählige Benachrichtigungen, viele Neuigkeiten, wenig Inhalte. Doch das stört wohl die wenigsten von uns. Oder besser: Wir ignorieren es gekonnt. Und wischen weiter. Schnell den News-Feed checken, den aktuellen Bitcoin-Kurs überprüfen und dann langsam darüber nachdenken, aufzustehen. (Oder wahlweise völlig überstürzt zum Bus/Auto/Fahrrad rennen).

Wie dem auch sei: Bei den meisten beginnt und endet der Tag mit dem Konsum von Medien. Selbst wenn der Akku leer oder das Datenvolumen aufgebraucht ist, leuchtet das Display mit den „allerwichtigsten“ Nachrichten in der U-Bahn oder tönt das Radio im Auto. Kurzum: Offline-Sein ist nicht. Ob das gut oder schlecht ist, darum soll es hier nicht gehen. (Das würde auch sämtliche Rahmen sprengen). Worum es jedoch gehen soll: Um die Spur, die wir dabei hinterlassen.

Digitale Identität – Eine Spur aus Daten

Denn mit jeder Bewegung, jedem Status-Update, jedem neuen Profilbild verlängern wir die Datenspur, die wir produzieren. Mehr noch: Die meisten Apps auf unseren schlauen Telefonen wollen so viele Berechtigungen, dass sie wohl die wenigsten von uns überdenken, lesen und schließlich akzeptieren. Diese Spur enthält nicht nur wichtige (Meta-)Daten über unsere Vorlieben, Geschmäcker, Aussehen und Liebesleben. Mehr noch: Sie dokumentiert unsere Bewegungen – und kann sie sogar präzise voraussagen. Schließlich sind wir Gewohnheitstiere, die ungern aus ihrer Routine gerissen werden.

Da darf es eigentlich kaum verwundern, dass all die Dienste, die wir nutzen, „kostenlos“ sind. Facebook, Instagram, Google und all die anderen Verdächtigen verlangen – vermeintlich – nichts für ihre Dienste. Dass die Daten, die wir während der Nutzung produzieren, jedoch weitestgehend verwertet werden, fällt dabei oft unter den (digitalen) Tisch.

Die Datengeier

Hätte es ohne Datenspuren vermutlich nicht zum Präsident geschafft: Donald Trump

Wie weit das gehen kann, zeigte jüngst der„Skandal“ um Cambridge Analytica. Mit gezielten „Persönlichkeitstests“ erstellten die Datenanalysten Persönlichkeitsprofile, die das Unternehmen später dazu verwendete, Wahlmanipulation (unter anderem) in den USA zu betreiben. Durch Mikrotargeting platzierten sie Informationen so, dass sie die Menschen mit Negativinformationen versorgten. Das Ergebnis: Donald Trump. (Mehr dazu hier, wir berichteten).

Das war letztlich nur möglich, weil sie mehr oder weniger ungehinderten Zugriff auf die Daten der Facebook-Nutzer hatten. Dass sie dafür großzügig bezahlt worden sind, liegt auf der weit ausgestreckten Hand. Was sich an der ganzen Geschichte zeigt: Die Datenspur, die wir Tag für Tag erzeugen, ist bares Geld wert.

Der goldene Fußabdruck

Das kann, sollte und – ja, da kommt der Zeigefinger: Muss man sich bewusst machen, während man sein Profil updatet und seinen Freunden mitteilt, wo man ist und wie man sich dabei fühlt. Das kann man auch immer mit seinen Freunden teilen – je mehr darauf aufmerksam werden, umso besser. Beim nächsten Aufstehen, beim nächsten Swipen kann man dann ja vielleicht nochmal daran denken, was das alles bedeutet, was man da tut. Denn unser digitaler Fußabdruck ist Gold wert.

Und dann kann man sich nach Alternativen umschauen – gibt es die? Kann man vielleicht sogar eine Blockchain-Lösung ins Auge fassen? Wohin mit unserer zersplitterten digitalen Identität? All das durchleuchten wir in den kommenden Teilen. Bis dahin: Passt auf eure Daten auf!

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen. Bereits während des Studiums arbeitete er bei diversen Redaktionen und ist nun Redakteur bei BTC-ECHO. Im Fokus seiner Arbeit steht das disruptive sozio-ökonomische Potenzial der Blockchain-Technologie.

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