Griechische Regierung drängt auf Bargeldabschaffung

Quelle: © Sandner.Bernhard - Fotolia.com

Griechische Regierung drängt auf Bargeldabschaffung

Auf der ganzen Welt liebäugeln einige Regierungen mit einer Bargeldabschaffung, darunter neuerdings auch die griechische Regierung. Bereits zum 01.01.2017 sind die neuen Bestimmungen zum bargeldlosen Bezahlen in Kraft getreten.

Ab sofort können nur noch Zahlungen von der Steuer abgesetzt werden, die elektronisch beglichen worden sind. Von diesen neuen Steuervorschriften sind alle griechischen Bürger und alle Waren und Dienstleistungen betroffen. Belege, die durch Bargeldzahlung ausgegeben werden, sind nutzlos und werden nicht von den Steuerbehörden akzeptiert.

Selbst Apothekenbesuche oder Bustickets, die oftmals noch mit Bargeld bezahlt werden, sind von den neuen Bestimmungen betroffen. Einzig ausgenommen, von den neuen Steuervorschriften, sind Menschen über 70 Jahre und Menschen mit einer starken Behinderung.

Aber nicht nur die Steuerabschreibungen sind von den neuen Vorschriften betroffen, sondern auch die Steuerfreibeträge. Um den vollen Steuerfreibetrag nutzen zu können, müssen, je nach Einkommen, zwischen 10 und 20 % aller Ausgaben elektronisch getätigt werden. Erfüllt jemand nicht diese Quote, dann wird der Steuerfreibetrag gekürzt. Die Strafe beträgt 22 % auf die fehlende Differenz.

Darüber hinaus hat Griechenland die Grenze für Bargeldtransaktionen reduziert. Diese wurde von bislang 1.500 Euro auf nun lediglich 500 Euro gesenkt. Folglich muss jede Transaktion über 500 Euro bargeldlos erfolgen.

Kommentar von Sven Wagenknecht, BTC-ECHO:

Es ist nachvollziehbar, dass diese neuen Steuervorschriften und Einschränkungen des Bargeldverkehrs viele Menschen in der griechischen Bevölkerung verärgern. Für digitale Währungen bzw. den Bitcoin sind diese restriktive Maßnahmen allerdings gut, da sie deren Attraktivität gegenüber der staatlichen Fiatwährung erhöhen. Schließlich können digitale Währungen, bedingt durch die sukzessive Bargeldabschaffung, verloren gegangene Privatsphäre kompensieren.

Gerade für das finanzpolitisch instabile Griechenland stellt die Bargeldreduktion ein großes Risiko dar. Es ist noch nicht lange her, als in Griechenland die Banken, aufgrund der Finanzkrise, geschlossen hatten. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Banken nur noch eingeschränkt eine Zahlungsabwicklung gewährleisten. Aufgrund geringerer Bargeldreserven wären die Ausweichmöglichkeiten der Bevölkerung gegenüber der elektronischen Zahlungsabwicklung noch weiter eingeschränkt, als sie es in der Vergangenheit gewesen sind.

Umso wichtiger sind Alternativen zu staatlichen Währungen, losgelöst von der Bezahlweise. Sollten die Banken demnächst wieder schließen, kann weder eine elektronische Zahlungsabwicklung noch eine Bargeldversorgung sichergestellt werden.

In diesen Krisensituationen kann eine alternative, von Politik und Banken unabhängige, Zahlungsinfrastruktur für Stabilität sorgen. Die digitale Währung Bitcoin kann dabei helfen wirtschaftliche Einschnitte abzufedern, indem sie den Menschen die Möglichkeit bietet, dringende Transaktionen jederzeit und in jeder Situation abzuwickeln. Dadurch kann der Schaden für die Binnenwirtschaft und das Außenhandelsgeschäft eingeschränkt werden.

Natürlich steht und fällt die Nutzung digitaler Währungen mit der Anzahl der Akzeptanzstellen. Entsprechend würde es sich anbieten, die neuen Vorschriften als Anlass zu sehen, um den Ausbau der Bitcoin-Infrastruktur voran zu treiben. Dies gilt nicht nur für Griechenland, sondern für praktisch jedes andere Land auch, da Maßnahmen zur Bargeldabschaffung auf der ganzen Welt diskutiert werden.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von JP Buntix via NewsBTC

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