Stable-Coin-Experiment Fed simuliert Libra – und gibt Entwarnung

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Eine zerrissene Dollarnote

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Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in einer Forschungsarbeit die möglichen Auswirkungen von synthetischen Stable Coins wie dem geplanten Facebook Coin Libra beleuchtet.

Vor ziemlich genau einem Jahr schockierte Facebook Finanzregulatoren auf der ganzen Welt mit seiner Ankündigung von Libra. Namentlich die Vertreter von Zentralbanken sahen und sehen in Libra eine Bedrohung für die weltweite Finanzmarktstabilität. Von einem „Weckruf“ für die Zentralbanken war die Rede. Die US-amerikanische Notenbank Fed hat nun untersucht, ob Stable Coins wie Libra, die durch ihre Bindung an einen Währungskorb einen stabilen Wechselkurs behalten sollen, tatsächlich zu einem bösen Erwachen für die Zentralbanken führen können – und gibt Entwarnung.


Die Fed modelliert in ihrer Studie eine Art Libra light, die in einem stark vereinfachten ökonomischen Modell eingesetzt wird. In diesem gibt es nur zwei Länder, wobei der Währungskorb des hypothetischen Stable Coins sich aus den beiden Landeswährungen zusammensetzt. Die Fed hat untersucht, inwieweit ökonomische Schocks einen Einfluss auf die Nachfrage nach Stable Coins auf Basis eines Währungskorbs haben. Dabei geht es um die Folgen für die Stabilität der einzelnen Landeswährungen sowie die Frage, ob „Korbwährungen“ bei ökonomischen Schocks einen Mehrwert oder gar eine Gefahr für den weltweiten Wohlstand darstellen können.

Mehr Wohlstand durch Stable Coins – nur unter Idealbedingungen

Das Urteil der Fed fällt ambivalent aus. Einerseits attestiert die Notenbank Korbwährungen das Potenzial, martkbedingte Kursschwankungen der einzelnen Landeswährungen zu kompensieren. Allerdings verschwindet dieser stabilisierende Effekt, wenn die Korbwährung ihrerseits Kursschwankungen unterliegt. Dreh- und Angelpunkt bilde vielmehr die Akzeptanz der Währung auf der Händlerseite. Unter Idealbedingungen räumt die Fed Libra sogar einen Vorteil gegenüber einer US-Dollar-gekoppelten Wirtschaft ein:

Wir stellen fest, dass Wohlstandszuwächse in der Größenordnung von 2 Prozent des [Bruttoinlandprodukts] liegen können, wenn man von einer „dollarisierten“ globalen Wirtschaft zu einer Wirtschaft übergeht, in der der Korb weltweit akzeptiert wird, obwohl wir betonen, dass dies unter großzügigen Annahmen hinsichtlich der Akzeptanz des Korbes und seiner anderen Merkmale geschieht.


Die Fed kommt zu dem Schluss, dass globale Stable Coin Projekte prinzipiell einen positiven Effekt auf den globalen Wohlstand haben könnte. Allerdings fehlten sowohl für Konsumenten als auch für Händler Anreize, einen Libra-Verschnitt zu adaptieren.

Selbst bei optimaler Korbgewichtung macht die Nachfrage der Käufer nach der Korbwährung in allen von uns betrachteten Szenarien nur einen kleinen Bruchteil der weltweiten Währungsbestände aus. Da die Bestände [des Korbes] gering sind, sind auch die mit dem Währungskorb finanzierten Käufe gering. Dies wiederum bedeutet, dass die Gewinne der Verkäufer […] gering sind.

Libra wohl keine Gefahr für Landeswährungen

Das verleitet die Fed letztlich dazu, Entwarnung zu geben. Befürchtungen in Richtung einer möglichen Verdrängung von Landeswährungen durch einen Stable Coin halten die Verfasser der Analyse für „übertrieben“:

Trotz potenzieller Verbesserungen für den Wohlstand senkt der geringe Bedarf nach der Korbwährung seitens der Käufer die Anreize für die Verkäufer ein, in die Akzeptanz der Korbwährung zu investieren […] Das deutet darauf hin, dass die Furcht vor einem so genannten globalen Stable Coin, der an die Stelle der heimischen Staatswährungen tritt, übertrieben sein könnte,

konstatieren Autoren der Studie, deren letzte Aktualisierung Mitte Mai erfolgte.

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