Ländervergleich Europas Streben nach Dezentralität

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Die Blockchain-Technologie überrollt den globalen Finanzsektor. Der Siegeszug der Technologie verteilt sich aber innerhalb der EU mit unterschiedlicher Gewichtung. Ein aktueller Bericht von dGen resümiert den Status quo der Technologie und zieht einen Vergleich länderspezifischer Entwicklungen.

Immer mehr Branchen nehmen sich der Blockchain-Technologie an und integrieren spezifische DLT-Anwendungen. Aber handelt es sich dabei nur um das kurze Aufflammen eines vorübergehenden Trends oder verankert sich die Technologie dauerhaft? In dem aktuellen Report „Blockchain in Europa“ zieht das Non-Profit-Forschungsinstitut dGen eine Bilanz über den Entwicklungsstand und gibt einen Ausblick für die Blockchain-Zukunft.

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dGen ist ein Thinktank, der für den Bericht insgesamt 1.200 Organisationen von 60 Experten analysieren lassen hat. Der Bericht kontrastiert die unterschiedlichen Strömungen und Entwicklungen blockchainbasierter Ökosysteme und veranschaulicht die verschiedenen Gewichtungen der Technologie in den jeweiligen Ländern.

Frankreich und Schweiz auf einem guten Weg

In Frankreich springen seit 2017 immer mehr Unternehmen auf den DLT-Zug. Insgesamt lässt sich eine zunehmende Akzeptanz der Technologie feststellen. Durch Inkrafttreten des PACTE-Gesetzes ist das Blockchain-Klima für Unternehmensneugründungen noch einmal forciert worden.

Hinsichtlich Regulierung hängt die Finanzoase Schweiz das Gros der Konkurrenten im gesamteuropäischen Vergleich ab. Vor allem im Finanzdienstleistungssektor entfaltet die Technologie zunehmend ihr Potenzial. Das Steuerparadies Zug oder auch „Crypto Valley“ hat sich dem Bericht zufolge im Finanzsektor zum europäischen Epizentrum für Blockchain-Technologie gemausert. Viele Unternehmen siedeln daher in die Schweiz und erfreuen sich dort klarer Regularien.

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Großbritannien mit ungewisser Zukunft, die Niederlande setzt auf Bildungsangebote

Im Jahr 2018 waren knapp 48 Prozent aller neu gegründeten Blockchain-Unternehmen in der Europäischen Union in Großbritannien ansässig. Auch auf der Insel ist die DLT-Szene durch den Finanzsektor dominiert, wobei sich die Reichweite der Technologie darüber hinaus erstreckt. Denn auch durch entsprechende Bildungsangebote an den Universitäten glänzt Großbritannien. Wie der Brexit sich jedoch auf diese Entwicklung auswirkt und Großbritanniens Blockchain-Fortschritt möglicherweise ausbremst, bleibt abzuwarten.

In den Niederlanden hingegen zeigt sich ein vergleichsweise hohes öffentliches Interesse an der Technologie. Die Nachfrage in der Bevölkerung dürfte nicht zuletzt mit den breiten Förderungen von Bildungsinitiativen zusammenhängen. So hat beispielsweise die Dutch Blockchain Coalition kostenlose Blockchain-Kurse für Bürger eingerichtet. Aufgrund unklarer Regularien zeigt sich hingegen aufseiten der Unternehmen jedoch noch oftmals ein zögerliches Verhalten.

Gutes Zeugnis für Deutschland

Und hierzulande? dGen attestiert Deutschland eine rosige Blockchain-Zukunft. Dem Bericht zufolge sei Deutschland mit „dem Wunsch nach Selbstverwaltung eine attraktive Drehscheibe für Blockchain-Start-ups“.  Mit dem zweithöchsten Anteil an DLT-Start-ups in der EU, die größtenteils in Berlin ansässig sind, positioniert sich Deutschland gut für die Zukunft.

Die deutsche Regierung hat mit der Veröffentlichung der Blockchainstrategie zudem das Fundament für die weitere Entwicklung der Technologie gelegt und durch das neue Kryptoverwahrgesetz einen rechtssicheren Rahmen für Unternehmen geschaffen.

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