Ethereum: Was bringt die Constantinople Hard Fork?

Ethereum: Was bringt die Constantinople Hard Fork?

Noch einmal schlafen, dann ist es (wohl) soweit: Bei Ethereum steht die nächste Hard Fork ins Haus. Das „Constantinople“ getaufte Update beinhaltet die Umsetzung von fünf Verbesserungsvorschlägen für das Ethereum-Netzwerk. Die Hard Fork soll bei Block 7.080.000 und damit voraussichtlich am 16. Januar stattfinden.

Am 16. Januar erwartet Ethereum das nächste große Update. Die schon lange angekündigte und mehrfach verschobene Aktualisierung des Ethereum-Protokolls bildet einen Teil des Plane, Ethereum langfristig so skalierbar zu machen, dass es seinem Anspruch, eine Art dezentralen Weltcomputer zu bilden, gerecht werden kann. Dazu, so der Plan, wird in Zukunft das Proof-of Stake-Konsensverfahren (PoS) zum Einsatz kommen. Auch wenn die Umstellung auf PoS noch weit entfernt ist, soll die Constantinople Hard Fork dazu die Weichen stellen.

Konkret sollen mit Constantinople fünf Verbesserungsvorschläge (Ethereum Improvement Proposal, EIP) des Ethereum-Protokolls umgesetzt werden. Diese Änderungen betreffen in erster Linie die programmiertechnischen Aspekte für die Entwicklung von Smart Contracts und das Mining von Ethereum. Deshalb sind auch nur Betreiber von Full Nodes und Ethereum-Miner dazu angehalten, ihre Clients auf eine Constantinople-fähige Version zu aktualisieren. Ethereum-Benutzer bzw. Hodler von Ether müssen keine Aktualisierungen vornehmen.

Constantinople: Die fünf Neuerungen bei Ethereum (ETH)

EIP 145: Mit Bitwise Shifting erhält die Ethereum Virtual Machine (EVM) einen neuen Operator. Die bitweise Verschiebung von Werten ist bislang nur über den Umweg der bereits in der EVM vorhandenen logischen und arithmetischen Operatoren möglich. Durch die Einführung von Bitwise Shifiting entfällt dieser Umweg, wodurch bis zu zehnmal geringere GAS-Kosten anfallen.

EIP 1052: EIP 1052 dient ebenfalls der Einsparung von Rechnen- und Zeitkosten bei der Verifizierung eines Smart Contracts. Mit EIP soll es möglich sein, dass Smart Contracts sich anhand eines Hash jeweils gegenseitig verifizieren können, ohne dass dabei jeweils der gesamte Code des jeweils anderen Contracts überprüft werden muss.

Lies auch:  Wrapped Bitcoin bringt BTC auf die Ethereum Blockchain

EIP 1014: Dieser Verbesserungsvorschlag stammt aus der Feder von Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin selbst. EP 1014 soll den Boden für sogenannte State Channels bereiten. State Channels erlauben die Ausführung von Off-Chain-Transaktionen, die deutliche Effizienzsteigerungen versprechen, weil nicht die gesamte Ethereum-Blockchain zur Verifizierung von Transaktionen überprüft werden muss. Bei Bitcoin arbeitet man mit dem Lightning Network und dessen Payment Channels an einer ähnlichen sogenannten „Second-Layer-Lösung“.

EIP 1283: Vorschlag 1283 enthält Verbesserungen in Bezug auf den Op-Code SSTORE. Auch hier geht es um die Einsparung von GAS-Kosen auf Entwicklerseite.

EIP 1234: Das wohl folgenreichste Upgrade betrifft vor allem die Ether-Miner. Die gute Nachricht für Miner: Die gefürchtete Difficulty Bomb wird frühestens in zwölf Monaten platzen. Der Begriff bezieht sich auf einen exponentiellen Anstieg der Mining Difficulty, der das „Schürfen“ von Ether langfristig unattraktiv macht und gleichzeitig den Übergang zum Konsens per Proof of Stake einläuten soll. Die schlechte Nachricht: Die Implementierung von EIP 1234 geht mit einer Verringerung der Block Rewards von bislang drei auf zwei ETH einher.

Gibt es einen neuen Token?

Die Constantinople Hard Fork führt zu einer weiteren ETH-Blockchain, bei der die oben genannten EIPs zum Einsatz kommen. Die Hard Fork gilt bei einem Großteil der Ethereum-Community als unumstritten – zumindest sind die meisten der größeren Ethereum-Clients mit an Bord. Wenn alles nach Plan läuft, gibt es nach der Hard Fork für keinen Teilnehmer am Ethereum-Netzwerk einen Grund, an der alten ETH-Blockchain festzuhalten wie etwa seinerzeit bei Ethereum Classic. Ob die Miner ähnlich geschlossen hinter der neuen Ethereum-Chain wie das Gros der Full-Node-Betreiber stehen, bleibt abzuwarten. Schließlich winkt pro geschürftem Block eine um 33 Prozent geringere Belohnung. Für die Rentabilität des Ether-Minings spielen allerdings mit der Hash Rate und der Block bzw. Mining Difiitculty und (nicht zuletzt) die Stromkosten eine mindestens ebenso wichtige Rolle.

Lies auch:  War der Ethereum-Bug monatelang bekannt? Das Meinungs-ECHO KW3

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