Bitcoin-Halving Bitcoin-Halving abgeschlossen: Ab jetzt nur noch 6,25 BTC pro Block

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Bitcoin hat heute Geschichte geschrieben: Ab sofort gibt es nur noch 6,25 BTC pro Block. Bitcoin ist damit so selten wie noch nie. Das Halving fällt mitten in die Coronavirus-Pandemie – eine explosive Mischung.

Der Coinbase Reward wurde vor wenigen Minuten zum dritten Mal um die Hälfte gekürzt: Pro erfolgreich geschürften Block erhalten die Miner nur noch 6,25 Bitcoin. Die Hash Rate hat im Vorfeld des Bitcoin Halvings entsprechend deutlich angezogen. Wenige Stunden vor dem Halving bewegte sie sich auf All-Time-High-Niveau.

Bitcoin Hash Rate: Deutlicher Anstieg vor dem Halving | Quelle: Blockchain.com

Das deutet darauf hin, dass mehr Mining-Geräte gelaufen sind, um die letzten Blöcke mit 12,5 BTC Coinbase Reward zu ergattern.

Bitcoin Hash Rate fällt, Verkaufsdruck steigt

Im Gegenzug ist nun damit zu rechnen, dass die Hash Rate nach dem Bitcoin Halving einen Einbruch erleiden wird – die Strom- und Mietkosten der Bitcoin-Mining-Pools- und Farmen werden schließlich nicht halbiert. Ferner muss man mit einem größeren Verkaufsdruck vonseiten der Miner rechnen, was den Bitcoin-Kurs in Mitleidenschaft ziehen kann.

Ferner gilt es zu bedenken, dass die Miner ihre Geräte auch für das „Schürfen“ von Altcoins einsetzen werden, die auf dem gleichen Mining-Algorithmus basieren. Allen voran sind hier die Bitcoin-Abspaltungen Bitcoin Cash (BCH) und Bitcoin Satoshi Vision (BSV) zu nennen. Die Bitcoin Forks haben ihr Halving bereits hinter sich. Bei BCH und BSV haben sich die Befürchtungen eines „Exodus“ der Miner in Richtung BTC teilweise bestätigt; die Hash Rate in den Altcoin-Netzwerken hat einen Einbruch erlitten, von dem sie sich bis heute nicht erholen konnten. Mit der Konsequenz, dass sich eine hypothetische 51-Prozent-Attacke für die Dauer von einer Zeitstunde auf die beiden Netzwerke derzeit für jeweils unter 10.000 US-Dollar per Cloud-Mining initiieren ließe.

Bitcoin Halving in Corona-Zeiten

Dennoch gilt das Bitcoin Halving als ein Ereignis, das sich langfristig positiv auf den Bitcoin-Kurs auswirken kann. Die bullishe Disposition der meisten Marktbeobachter fußt dabei vor allem auf den Erfahrungen im Nachgang der ersten beiden Bitcoin Halvings – der Blick auf die Vergangenheit stimmt optimistisch, reicht alleine jedoch nicht aus, um einen Bitcoin-Kurs in sechsstelliger Höhe in Stein zu meißeln. Allerdings spielt auch die makroökonomische Lage derzeit in die Karten der Hodler. Zumindest wenn Bitcoin, der schließlich in Reaktion auf die Finanzkrise 2008 erschaffen wurde, sein Wertversprechen wird einlösen können.

So hat das Narrativ von Bitcoin als „Digitales Gold“ durch die Corona-Krise neuen Auftrieb erhalten. Die beispiellosen Corona-Rettungspakete sorgen für eine deutliche Vergrößerung der Fiatgeld-Menge durch die Zentralbanken, während sich Bitcoin beharrlichen und immer kleiner werdenden Schrittes seiner maximalen Umlaufmenge von 21 Millionen Einheiten nähert. Bis zum letzten Halving, das voraussichtlich im Jahr 2140 stattfinden wird, werden weniger als drei Millionen BTC hinzukommen.

  

Die Umlauf-Menge von Bitcoin, dargestellt als Graf in logarithmischer Ansicht. Knapp 18,5 Millionen BTC befinden sich im Umlauf.
18,4 Millionen BTC sind bereits im Umlauf – inklusive „verlorener“ Coins | Quelle: Blockchain.com

Die Diskrepanz aus bullishem Langzeitausblick und der Angst vor einer drohenden Kapitulation der Bitcoin Miner hat sich bereits vor dem Halving in einer hohen Volatilität beim Bitcoin-Kurs niedergeschlagen. Auf eine veritable Prä-Halving-Rallye bis knapp 10.000 US-Dollar folgte am Sonntag der Sturz auf zwischenzeitlich nur noch 8.100 US-Dollar.

Was erfahrene Hodler, die langfristig ohnehin von einem Bitcoin-Kurs im (mindestens) fünfstelligen Bereich ausgehen, kalt lässt, sorgte an den Bitcoin-Future-Märkten für Hochbetrieb. Kein Wunder: Schließlich bieten die Terminkontrakte für Bitcoin die Möglichkeit, auch aus einem fallenden Bitcoin-Kurs Profit zu schlagen. So verbuchten die Bitcoin Futures auf der Chicago Mercantile Exchange (CME) zuletzt mehrere Handels-Rekorde.

Auch bei der Futures-Plattform Bakkt stieg das Handelsvolumen an: Laut Daten von Bakkt Volume Bot wuchs das Handelsvolumen der Bakkt Bitcoin Monthly Futures um 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche:

Bitcoin Halving: Noch dominiert die Angst

Obwohl das Bitcoin Halving von weiten Teilen der Krypto-Welt herbei gesehnt wurde, dominiert am Markt noch immer die Angst. Der Corona-Crash im März scheint noch nachzuwirken – zumindest wenn es nach dem Stimmungs-Barometer „Fear and Greed Index“ geht. Derzeit liefert dessen Sentiment-Analyse den Wert 40 – auf der Skala von 0 („extreme Angst“) bis 100 („extreme Gier“) entspricht das „Angst“.

Bitcoin Fear and Greed Index: Sentiment-Analyse der letzten drei Monate
Nicht nur der Bitcoin-Kurs ist schwankungsanfällig: Investoren zwischen Angst und Gier | Quelle: Alternative.me

Kein Grund zur Panik

So verständlich die Verunsicherung angesichts des Halvings und insbesondere der Corona-Situation ist: Grund zur Panik besteht nicht.

So sollte einerseits der erwartbare Rückgang in der Mining Hash Rate von Bitcoin niemanden verunsichern. Zum einen ist Bitcoin das mit Abstand größte und sicherste Krypto-Netzwerk. Die Hash Rate von BTC beträgt zur Zeit des Schreibens mehr als das Zehnfache von BSV. Ein hypothetischer 51-Prozent-Angriff würde bei BTC fast eine Million US-Dollar pro Stunde kosten. Entsprechend müsste eine „Kapitulation“ der Bitcoin Miner ungleich größer ausfallen, um die Netzwerksicherheit ernsthaft zu gefährden.

Bitcoin-Kurs von 288.000 US-Dollar: Stock-to-Flow-Modell stimmt ultrabullish

Darüber hinaus reagiert Bitcoin dynamisch auf Veränderungen bei der Hash Rate. Sollte es zu einem Abfall derselben kommen, sinkt die Mining Difficulty entsprechend – Blöcke finden wird leichter, was wiederum einen Anreiz für Miner bietet, sich wieder am Wettschürfen von Bitcoin zu beteiligen.

Es gilt nun, das Verhalten der Miner genau im Blick zu behalten und sich auf mögliche Abverkäufe gefasst zu machen. Sollten die Bitcoin-Bullen recht behalten, hat BTC seine Mondreise erst noch vor sich. Das neueste Stock-to-Flow-Modell von PlanB kommt beispielsweise auf einen Bitcoin-Kurs von 288.000 US-Dollar bis zum nächsten Bitcoin Halving im Jahr 2024. Angesichts solcher Zahlen, die natürlich mit extremer Vorsicht zu genießen sind, lässt es sich womöglich etwas gelassener auf etwaige Halving-bedingte Kurstubulenzen blicken – sollte es überhaupt dazu kommen.

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