EOS erreicht TPS-Rekord – Stresstest oder Angriff?

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Golden EOS cryptocurrency coin isolated on black background. 3D rendering via Shutterstock

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Das noch junge EOS-Mainnet hat am 15. Juli mit 1275 Transaktionen pro Sekunde einen neuen Rekord aufgestellt. Nun werden Stimmen laut, dass dahinter ein Angriff auf das ETH-Netzwerk stecken soll. 

Seit dem 15. Juli ziert eine neue Rekordmarke den EOS Network Monitor: 1.275 Transaktionen pro Sekunde (TPS) bilden den bisherigen Höchstwert des „dezentralisierten“ Betriebssystems, dessen Mainnet in der ersten Juniwoche an den Start ging. Aktuell liegt das Niveau wieder zwischen null und 3 TPS, abgesehen von wenigen Ausreißern, die an der 500-TPS-Marke kratzten. Das 24-Stunden-Intervall, in dem der Rekord erzielt wurde, verzeichnete insgesamt 500.000 Transaktionen –durchschnittlich also rund 5,8 TPS. Im Ethereum-Space wird nun darüber diskutiert, ob hinter der 1.275-TPS-Sekunde eine orchestrierte Aktion des EOS-Teams stecken könnte. Ein dApp-Entwickler vermutet eine Verbindung zwischen dem EOS-Sprint und der seit dem 15. Juli virulenten Verstopfung des ETH-Netzwerkes, welche die Transaktionskosten auf fast 0,8 US-Dollar hochkatapultierte. Auf Twitter echauffierte sich der PowH3d-Designer Justo, es sei „wirklich lustig, seine Konkurrenz mit Geld aus Crowdfunding auszustechen, um zu beweisen, dass man das bessere Produkt hat“.

https://twitter.com/PoWH3D/status/1018178499574673413

Ähnliches sei bereits vor dem Launch des Mainnet im Juni geschehen:

„Ich selbst und viele andere hochkarätige Entwickler von Ethereum-Anwendungen sagten voraus, dass EOS aller Voraussicht nach versuchen würde, die Gaspreise des Ethereum-Netzwerks anzugreifen, um den Start ihrer Plattform zu validieren. Jeden Tag bis zum Start der EOS-Plattform am 6. Juni stiegen die Gaspreise aufgrund von Airdrop-Token“,


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sagte Justo gegenüber trustnodes.com – und legte nach:

„Wenn du nicht glaubst, dass es EOS war – wer hat denn zwei Millionen US-Dollar am Tag, um Ethereum anzugreifen und besitzt außerdem EOS-Token?“

Vitalik Buterin schätzt Schaden auf 15 Millionen US-Dollar

Justos Anschuldigungen sind mit Vorsicht zu genießen. Das Projekt PoWH3D ist ein selbsternanntes Schneeballsystem inklusive eigenem „Shill Kit“, das geradezu „Achtung, Satire!“ schreit. Das Gleiche gilt für das neue Projekt FOMO3D, das mit dem Slogan „Dein persönlicher Exit-Scam“ wirbt.

https://twitter.com/PoWH3D/status/1016067771615121409

Die Beweislage, dass hinter dem Spam eine böswillige Absicht seitens EOS steckt, ist noch relativ dünn. Eine Analyse des Blocks, in dem die 1.275 TPS erreicht wurden, zeigt: Fast alle Transaktionen wurden von einem Account namens „Blocktweet“ getätigt.

Die Spekulationen, ob es sich um einen Stresstest oder einen böswilligen Spam-Angriff handelte, dauern an. Leidtragender ist jedenfalls das ETH-Netzwerk. Ethereum-Gründer Vitalik Buterin schätzt den entstandenen Schaden auf 15 Millionen US-Dollar. Das Prinzip der freien Marktwirtschaft verbiete es ihm, sich übermäßig aufzuregen, trotzdem sei er verblüfft von der Aktion, die für ihn ein Spam-Angriff war.

EDIT: Heute Nacht (16./17. Juli) wurde mit 1.341 eine neue TPS-Höchstmarke erreicht. Wieder war „Blocktweet“ für die massenhaften Transaktionen verantwortlich.

BTC-ECHO


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