Envion: Mobile Mining Units – die Zukunft des Minings?

Die Envion AG stellte am Mittwoch in Berlin in kleinerem Kreise seine Technologie der Mobile Mining Units vor, die dazu entworfen ist, ortsunabhängig ungenutzte Energiekapazitäten in Anspruch zu nehmen und diese zum Minen von Kryptowährungen zu verwenden. Zur Finanzierung seiner Infrastruktur hat das Start-up heute einen ICO gestartet – mit dem Versprechen einer hundertprozentigen Profitausschüttung.



Und schon wieder eine innovative Blockchain-Idee aus Deutschland. Das Start-up Envion hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Verknüpfung zwischen zwei verschieden gearteten Problemen zu schaffen und durch eine Zusammenführung beider loser Enden eine für alle Seiten profitable Lösung zu schaffen.

Das Mining hat sich seit der Anfangszeit von Kryptowährungen stetig verändert, was nicht zuletzt in der gestiegenen Popularität dieser liegt. Die hohe Intensität, mit der Mining inzwischen betrieben wird, macht es dank des integrierten Schwierigkeitsalgorithmus für private Miner zunehmend unattraktiv, die großen Kryptowährungen selbst zu minen. Dadurch wird lohnendes Mining auf einen stetig kleiner werdenden Kreis beschränkt, zudem nimmt der Energieverbrauch pro gemineten Coin immer stärker zu.

Die Entwicklung des Mining trifft auf eine Energiewelt, in der es – speziell im Bereich der erneuerbaren Energien – vielerorts ungenutzte Potentiale gibt, weil sich Energieproduktion aufgrund der geringen Auslastung der Netzes nicht permanent, sondern nur phasenweise rentiert. Dieser Zustand äußert sich etwa darin, dass es Energieproduzenten gibt, die zusammengerechnet mehr als 100 Tage vom Netz genommen sind, da Stromproduktion und -einspeisung in das Netz nicht nur unrentabel ist, sondern darüber hinaus auch noch zusätzliche Kosten für den Erzeuger anfallen.

Der von Envion entwickelte Ansatz bringt beide Probleme zusammen und schafft daraus eine Lösung, die sowohl Energieproduzenten als auch Miner an einen Tisch bringt – mit der Hilfe einer innovativen Technologie: dem Mobile Mining Unit. BTC-ECHO war bei der Präsentation eines Prototypen live dabei und hat sich für euch darüber schlau gemacht, wie ein solches Unit funktioniert.

Untergebracht in einem gewöhnlichen Schiffscontainer, der weltweit nahezu beliebig platzierbar ist, befindet sich hochwertige und leistungsfähige Mining-Hardware. An der richtigen Stelle angebracht ist es der Mining-Infrastruktur so möglich, bisher ungenutzte Energiequellen anzuzapfen und für das Minen von Kryptowährungen zu nutzen. Um die größtmögliche Effizienz beim Mining zu gewährleisten, ist der Container bestmöglich isoliert, etwa durch ein modernes Belüftungs- sowie Kühlungssystem, welches die Luft sauber und die Temperaturen gering hält, um die Arbeit der Miner nicht zu beeinträchtigen. Dadurch ist ein solcher Container – in jeweils modifizierter Form – im gleichen Maße in der Wüste (beispielsweise an Solar-Panel) als auch in nordisch-kalter Umgebung (beispielsweise für Wind- oder Wasserenergie) platzierbar.

Matthias Woestmann, der CEO der Envion AG, erklärte gegenüber BTC-ECHO, dass es das Ziel sei, auf mittlere bis lange Sicht zwischen 50 und 100 dieser Container rund um den Globus zu stationieren, um ein wirklich dezentrales Mining zu gewährleisten. Demnach laufen bereits Gespräche über mögliche Partnerschaften, von denen sich einige bereits im Endstadium befinden. Obwohl der Fokus eindeutig auf erneuerbare Energien gelegt werden soll, räumte Woestmann ein, dies niemals zu 100 % erreichen zu können und nach wie vor auch auf konventionelle Energieträger angewiesen zu sein.

Zu 100 % sollen hingegen die Investoren am Profit der Mining Units beteiligt werden. Der am 15. Dezember startende Token Sale des auf der Ethereum-Blockchain errichteten EVN-Token verspricht diese Ausschüttung an alle, die sich am ICO beteiligen und Token für die Gewinnbeteiligung an den Mobile Mining Units erwerben möchten. Mit den Einnahmen aus dem ICO soll die weitere Expansion von Envion finanzieren und die Technologie, die hinter den Mobile Mining Units steckt, stetig verbessern.

Anm. d. Red.: Der ursprünglich für den 01.12. geplante ICO wurde auf den 15.12. verschoben. 

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.

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