Die feminine Seite des Bitcoin: BTC-ECHO im Gespräch mit Fortunalista

Es ist kein Geheimnis in der Krypto-Welt: Das abstrakte Thema Bitcoin zieht vor allem meist männliche Interessenten an. Da Geld uns alle betrifft, egal welches Geschlecht, war es mir wichtig, auch die Ansichten unserer “Pionierinnen” in der Szene zu beleuchten. Deswegen habe ich ein kleines Gespräch mit Margarethe Honisch von Fortunalista geführt.



Finanzen sind nicht nur ein Männerthema

Inmitten von Diskussionen über Preisanstiege und Wallets, die sich häufig in Bitcoin-Gruppen finden, fand ich einen interessanten Artikel mit dem Namen “Warum Bitcoin das Leben von Millionen Frauen verändern kann“. Das revolutionäre Potential von Bitcoin ist das, was die meisten von uns als Enthusiasten gesellschaftsübergreifend verbindet. Die Bloggerin Margarethe Honisch erklärt dort, wie Bitcoin bei der Gleichberechtigung der Frau weltweit helfen kann.

Wie sie zu Bitcoin gekommen ist, wie Bitcoin nun konkret helfen kann, welche Erfahrungen sie gemacht hat und wie sich der Bitcoin entwickeln wird, haben wir für euch in einem Interview zusammengestellt!

Im Interview

Hey Margarethe! Schön, dass du dir Zeit für ein Interview nehmen konntest. Ich will gar nicht lange um das Thema herumreden und am liebsten deine Sicht der Krypto-Welt hören. Wie bist du eigentlich zu Bitcoin gekommen? Was hat dein Interesse damals geweckt?

Vom Bitcoin habe ich erst vor circa zwei Jahren zum ersten Mal gehört. Die Informationen waren recht unklar für mich und standen fast immer in Zusammenhang mit dem Darknet und Nerdgeld. Irgendwann bekam ich schließlich mit, wie sich der Wert stetig positiv verändert und da wurde zunächst einmal mein Anlegerherz geweckt. Ich informierte mich schließlich intensiver über den Bitcoin und seine Hintergründe beziehungsweise seine Entstehung. Wie und warum ist Bitcoin überhaupt entstanden? Welche Chancen bringt er? Je mehr ich erfuhr, umso begeisterter wurde ich und die Faszination für Bitcoin und Kryptowährung war geweckt.

Mittlerweile investiere ich nicht nur in den Bitcoin, sondern auch in diverse Altcoins. Ich glaube, ich bin wohl das, was man eine Risikoanlegerin nennt. Allerdings habe ich schon durch meine Erfahrung mit Aktien gelernt, ruhig zu bleiben, wenn der Kurs mal wieder fällt.

Über die positive Wertentwicklung sind viele Menschen auf Bitcoin aufmerksam geworden, nicht zuletzt auch ich. Dass du schon vorher Erfahrungen mit Aktien hattest, kam dir wahrscheinlich auch zugute. Du teilst deine Erfahrungen auch mit anderen Menschen über deinen Blog “Fortunalista“. Worum geht es da?

Fortunalista ist ein Finanzblog, der sich an Frauen wendet, die eigentlich keine Lust auf Finanzen haben. Ich selbst habe mich mein Leben lang nie fürs Sparen oder Investieren interessiert, weil ich diese Themen unglaublich spießig und langweilig fand. Irgendwann fiel dann – im wahrsten Sinne des Wortes – der Groschen, und ich hab mir gedacht, ich kann nicht immer mein ganzes Geld auf den Kopf hauen. Als ich dann anfing, mich in die Materie einzulesen, empfand ich es ziemlich anstrengend. Ich hab’ mir gedacht, man kann das Thema doch auch etwas interessanter aufbereiten. So entstand die Idee, einen Finanzblog für Frauen zu erstellen, der unterhaltsam ist und alles Wichtige vermittelt.

Zunächst einmal möchte ich Frauen dazu motivieren, sich mit ihren Finanzen überhaupt auseinanderzusetzen. Gerade wir Frauen sind aus den unterschiedlichsten Gründen am stärksten von Altersarmut betroffen. Dabei kann man sich meiner Meinung nach nicht immer nur auf die Politik verlassen, sondern muss auch selbst handeln. Ich möchte meinen Leserinnen das Werkzeug an die Hand geben, um sich finanziell absichern zu können. Da ich zeigen möchte, dass man trotz Sparplan nicht auf die angenehmen Dinge des Lebens verzichten muss, werden Topics wie Reisen oder Kleidung ebenso thematisiert wie Gender Gap, Aktien und Kryptowährungen.

Eine super Philosophie! Gerade unsere Krypto-Welt setzt ja auch auf Eigenverantwortung, wer auf die Politik wartet, wartet möglicherweise vergebens – also lieber das Ruder selbst in die Hand nehmen! Jetzt ist ja der Frauenanteil scheinbar noch relativ gering, welche Erfahrungen hast du als “Pionierin” gemacht? Gab es bestimmte Reaktionen von Männern oder auch Frauen? Was denkst du könnte besonders für Frauen interessant sein?

Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mich sowohl Männer als auch Frauen wie einen Freak anschauen, wenn ich von Bitcoin erzähle. Vor allem, dass ich mich ein wenig auskenne und investiere, können viele nicht glauben.

Interessant wird es aber, wenn man einmal versucht, den Menschen in einfachen Worten näherzubringen, was „dieser Bitcoin“ eigentlich ist und was die Vorteile sind. Die meisten sahen ihn lange in der illegalen Schmuddelecke. Mit der medialen Aufmerksamkeit, die der letzte Bull Run verursacht hat, ändert sich das gerade. Viele nehmen ihn mittlerweile als Store of Value und als Investitionsobjekt wahr.

In meinem ersten Beitrag über den Bitcoin und die Blockchain wollte ich nicht die technischen, sondern die für den Menschen wichtigen Vorteile betrachten. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass heutzutage immer noch 2 Milliarden Menschen vom Bankenwesen ausgegrenzt sind. Nicht jeder besitzt ein Bankkonto, aber sehr viele Menschen in Drittländern besitzen mittlerweile ein Smartphone und könnten darüber ihre Finanzgeschäfte abwickeln. Start-ups boomen nicht nur hierzulande, sondern auch in Afrika.

Jetzt nehmen wir mal an, eine Frau in Simbabwe möchte einen Computerkurs für Frauen anbieten, braucht aber noch das nötige Startkapital. Mit Bitcoin-Spenden könnte sie das nötige Geld dafür direkt sammeln. Die volle Summe kommt direkt bei ihr an und sie könnte das Geld nutzen, um anderen Frauen zu helfen. Denn selbst in bitterarmen Ländern wie Simbabwe liegt die Handydichte bei 95 %!

Es gibt unzählige weitere Beispiele, die die positiven Möglichkeiten vom Bitcoin aufzeigen, wenn man ein wenig über den heimischen Tellerrand schaut. Ich denke da zum Beispiel auch an Frauen in Saudi-Arabien, die ohne männliche Erlaubnis kein Bankkonto abschließen dürfen und somit von ihrem Ehemann oder Vater abhängig sind.

Für mich ist der Bitcoin also auch eine kleine feministische Revolution – wenn auch nicht einmal beabsichtigt.

Hier kann die Technik also festgefahrene Gesellschaften lockern, ein hochinteressantes Anwendungsgebiet. Zuletzt möchte ich aber noch deine Aussicht für die Bitcoin-Entwicklung: Wo siehst du den Bitcoin in 10 Jahren?

Auf meinem Blog betone ich immer wieder, dass ich keine Finanz-Fachexpertin bin. Ich gebe nur mein eigenes Wissen und meine Erfahrungen weiter. Daher findet man auch keine Analysen oder Trading-Tipps auf meinem Blog. Da ich selbst in den Bitcoin investiert habe, hoffe ich natürlich, dass er noch weiter steigt.

Zwar kann niemand die Zukunft voraussagen, aber ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Jahren nicht mehr mit Bargeld zahlen werden. Ob unser Zahlungsmittel dann Bitcoin heißt, oder ob es eine andere Technologie sein wird, das wird die Zeit zeigen. Ich bin auf jeden Fall wahnsinnig gespannt darauf und auch sehr froh, diesen Wandel mitzuerleben.

Ich danke dir für das interessante Interview! Wir sind auch gespannt, welchen Wandel wir noch miterleben dürfen und was uns die Zukunft der Kryptowährungen noch offen hält.

Margarethe Honischs Blog “Fortunalista”, wo Frauen sich einfach und humorvoll über das Thema Finanzen schlau machen können, findet ihr hier.

BTC-ECHO

Über Danny de Boer

Danny de BoerDanny de Boer arbeitet als Social-Media-Redakteur für BTC-ECHO und ist dabei insbesondere auf die Produktion von Videos und Videoreportagen spezialisiert. Er studiert Medien- und Kommunikationsinformatik an der Hochschule Kamp-Lintfort. Seit Jahren ist Danny großer Verfechter des revolutionären Potentials von Kryptowährungen und konzentriert sich entsprechend auch in seinem Studium auf die Bereiche IT-Sicherheit und Kryptographie.

Bildquellen

  • Margarethe_Fortunalista_2: Margarethe Honisch - Fortunalista
  • Cheerful caucasian young woman with rainbow umbrella: x4wiz via Shutterstock
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