Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 3

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Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 3

In der Reihe „Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen“ möchten wir uns die 10 meistverbreiteten Behauptungen bezüglich Kryptowährungen und deren Chancen und Risiken einmal genauer anschauen. Dabei werden wir uns täglich einen neuen Mythos vorknöpfen und diesen auf Richtigkeit prüfen.

Mythos 3: Die Kryptowährungs-Kursanstiege sind eine reine Blasenbildung

Der Vorwurf der Blasenbildung, vor allem in Bezug auf den Bitcoin und dessen Entwicklung im vergangenen Jahr, müssen sich Kryptowährungen vor allem von vielen einflussreichen Machern und Entscheidern aus der Wirtschaft und der Finanzbranche anhören. Immer wieder ist aus dieser Richtung zu vernehmen, es handle sich um einen großen Schwindel, der darauf ausgelegt sei, in einem kurzen Zeitraum eine möglichst große Rendite einzustreichen, bevor der Krypto-Markt wieder in sich zusammenfalle.

Am lautesten zu vernehmen war dabei Jamie Dimon, der CEO von JPMorgen, der den Bitcoin, das Aushängeschild aller Kryptowährungen, öffentlichkeitswirksam als „Fraud“ bezeichnete – frei übersetzbar mit Betrug.

Als Spekulationsblase wird in der Makroökonomie eine Marktsituation mit unrealistisch oder unverhältnismäßig hohen Preisen für ein bestimmtes Gut oder eine bestimmte Güterklasse bezeichnet. Als Referenz werden aktuell wieder vermehrt die niederländische Tulpenblase im 17. Jahrhundert oder die Dot.com-Blase der frühen 2000er-Jahre genannt. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Krypto-Markt als Blasenbildung zu bezeichnen, impliziere also, Kryptowährungen würden deutlich über ihrem fundamental gerechtfertigten Kurs gehandelt.

Bei einer genaueren Betrachtung der Preisentwicklung an den Krypto-Märkten kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass die dort gehandelten Token neben einer hohen Volatilität eine Tendenz zu einem stetigen Wachstum aufweisen – die Kurven zeigen verhältnismäßig oft mehrheitlich nach oben. Der teils steile Anstieg muss jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass hinter der Krypto-Fassade kein realer Wert steckt.

Vielmehr ist der konkrete Gegenwert von Kryptowährungen nicht immer genau zu bestimmen. Darüber hinaus ist der Krypto-Markt extrem divers und beinhaltet unterschiedliche Arten von Token, die unterschiedlich bewertet werden müssen. So besitzt etwa der Utility-Token einer bestimmten Plattform einen Anwendungswert, der sich aus der Funktion des Token im Netzwerk ergibt, in dem er zirkuliert. Zudem gilt es zu bedenken, dass die beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ether sowie die auf ihnen basierenden Altcoins deflationär angelegt sind, da sie eine maximale Anzahl an Token festgelegt haben.

Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, die in erster Linie eine Währungs- und Wertaufbewahrungsfunktion übernehmen, steht und fällt der Wert mit deren Verbreitung und Nutzung. Wird Bitcoin von immer mehr Menschen dazu genutzt, Waren und Dienstleistungen in Bitcoin zu bezahlen oder als digitales Substitut für Gold anzuerkennen, dann steigt auch seine volkswirtschaftliche Relevanz. Steigt diese Mainstreamadaption also stark an, so ist auch ein starker Kursanstieg gerechtfertigt, vice versa.

Über diesen Mythos kann also festgehalten werden, dass die Preisexplosion an den Märkten teilweise unverhältnismäßig ist und mit Sicherheit einige Token über ihrem eigentlichen Wert gehandelt werden. Insbesondere bei den durch substanzlose ICOs emittierten Token lässt sich eine Blasenbildung nicht von der Hand weisen. Es wäre allerdings falsch diese Blasenbildung 1:1 auf Bitcoin und Ether zu projizieren, da dessen Ökonomie weit über die Finanzierung von ICOs hinausgeht.

Auch darf nicht vergessen werden, dass hohe Produktionskosten (Mining) von Nöten sind, um beispielsweise einen Bitcoin zu generieren. Eine unkontrollierte Geldmengenausweitung wie bei Fiatwährungen ist daher nicht möglich. Jeder neu geschürfte Bitcoin startet mit Herstellungskosten von oft mehreren Tausend Euro. Eine Ausgangssituation respektive Investition, die bei Euro und US-Dollar nicht gegeben ist.

Die gegenwärtig starken Kursanstiege sind daher vor allem auf eine erhöhte Mainstreamadaption und institutionelles Interesse zurückzuführen. Dass es dabei zu Übertreibungen in die eine oder andere Richtung kommt, ist vollkommen normal. Neben Kursrallys werden wir in Zukunft also auch noch heftige Kurseinbrüche erleben. Schließlich sind Kryptowährungen letztlich auch “nur” eine neue Anlageklasse, die sich genau so wenig wie Aktien und andere Wertpapiere vor Gier und Panik respektive Blasenbildung und Blasenplatzen schützen kann.

BTC-ECHO

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