Dezentrale Energie für Deutschland – trotz Ethereum-Blockchain

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Wenn die Worte Kryptowährungen und Energie in einem Satz fallen, geht es dabei häufig um die bedenkliche Energiebilanz von Proof-of-Work-Verfahren, wie sie bei Bitcoin und Ethereum zum Einsatz kommen. Dabei ist längst bekannt, dass der Energiesektor zu den Bereichen gehören wird, die am stärksten von der „Blockchainisierung“ der Geschäftsmodelle profitieren. Ein Berliner Start-up namens Lition betreibt eine dezentrale Börse für erneuerbare Energien auf Ethereum-Basis. Doch die derzeitige Blockchain-Lösung bereitet dem Firmenchef Kopfzerbrechen.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Die Dezentralisierung der Energieversorgung erscheint spätestens seit dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien als valide Alternative zu den großen Energieversorgern RWE, EnBW, Vattenfall und Co. Die Blockchain-Technologie bietet sich hier besonders an, um den Endverbraucher mehr Entscheidungsgewalt über die Herkunft seines Stroms sowie dessen Produktionsbedingungen zu geben.

Die Hochzeit von Blockchain und Energiewirtschaft: Mit Lition hat sich ein Berliner Start-up-Unternehmen genau diesen Ansatz zu Herzen genommen. Dabei geht es insbesondere um die Versorgung mit erneuerbaren Energien. Lition funktioniert dabei als Strombörse, über die Verbraucher und Produzenten direkten Handel betreiben können. Das Wegfallen eines Mittelsmannes soll dabei die Strompreise für die Kunden senken. Doch auch die Produzenten profitieren: Lition verspricht diesen eine Steigerung der Einnahmen um bis zu 30 Prozent.

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Um zwischen Kunden und Produzenten zu vermitteln, kommt die Ethereum-Blockchain zum Einsatz. Und um die Privatsphäre der Verbraucher zu schützen, veröffentlicht Lition nur die Adressen der Stromerzeuger.

Ob das Unternehmen Ethereum treu bleibt, ist indes mehr als fraglich.

„Ethereum ist kein gutes System“ – Litions CEO Richard Lohwasser macht keinen Hehl daraus, noch mit Kinderkrankheiten der (Ethereum-)Blockchain zu kämpfen. Gegenüber CoinDesk haderte Lohwasser mit den Geschwindigkeitsproblemen der Ethereum-Blockchain:

„Es ist sehr langsam. Es dauert 20 bis 30 Sekunden, um einem Verbraucher zu sagen, ob er Energie kaufen kann, oder nicht“

Die Alternative einer privaten Blockchain, wie sie bereits bei zahlreichen Unternehmen erprobt wird, kommt für Lohwasser nicht in Frage:„Da kann man auch gleich auf die Blockchain verzichten.“ Lition strebt deshalb eine Hybridlösung aus privater und öffentlicher Blockchain an. Dazu kooperiert das Start-up mit dem deutschen Software-Giganten SAP. Um die technologische Umstellung zu finanzieren, plant das Unternehmen ein Initial Coin Offering. Ein Termin für das ICO wurde indes noch nicht bekannt gegeben.

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