Energiewende Deutsche Energie-Agentur (dena) erprobt Blockchain-Technologie

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

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Quelle: Shutterstock

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Wenn Deutschland Ökostrom erreichen will, verlangt der Sektor eine rundum Modernisierung. Mit den Energie-Projekten der Deutschen Energie-Agentur (dena) soll es nun möglich werden durch eine dezentrale Datenbank für verteilte Energieressourcen (Distributed Energy Resources, DERs) das Energiesystem der Bundesrepublik zu digitalisieren. Und die Energiewende spürbar voranzutreiben.

Menschliche Aktivitäten haben etwa 1,0 °C der globalen Erwärmung gegenüber vorindustriellem Niveau verursacht, schreibt der Weltklimarat (IPCC) in einem Sonderbericht aus dem Jahr 2018. Von Zeit zu Zeit sollte man sich diese Erkenntnis vor Augen führen, um sich die wichtigste Motivation für die Energiewende zu vergegenwärtigen.


Nachdem das Bundeskabinett jüngst eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen hat und der verbrauchte und produzierte Strom der Bundesrepublik bis 2030 65 Prozent und 2050 dann vollständig klimaneutral sein soll, stellt sich jetzt die Frage: Wie soll das funktionieren?

Energiewende: Dezentralisierung und Digitalisierung notwendig

Eine Transformation unseres Energiesystems sei „ohne Dezentralisierung und Digitalisierung […] nicht denkbar“, so die Deutsche Energie-Agentur (dena), eine der wichtigsten Regierungsbehörden für Energieinnovationen in Deutschland, in einer Blockchain-Studie.

Das liege zum einen an der schieren Menge an Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten und deren intelligenter Abgleich; auch die wachsende Zahl von Prosumenten (Konsumenten, die zugleich Produzenten sind) trägt zum Dezentralisierungs-Drang bei: Die Prosumer bewegen sich selbstbestimmt innerhalb des Energiesystems. Zum anderen entwickeln sich mit der Energiewende neue Herausforderungen wie die – gerade für die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende wichtige – sichere und geschützte Erhebung, Aufbewahrung, Weitergabe und Verarbeitung von (Energie-)Daten. Vor diesem Hintergrund rückt nun die Blockchain–Technologie in den Fokus einiger Energiewende-Profis.

Nach der im September 2020 vorgelegten Studie [email protected] kommen digitale Technologien wie KI und Blockchain inzwischen bei 27 Prozent der Energieversorger und –dienstleister zum Einsatz. Zudem halten laut einer dena-Umfrage knapp 60 Prozent die weitere Verbreitung der Technologie für wahrscheinlich. 21 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sie sogar als Game Changer.

Prototyp für dezentrales Blockchain-Datenbank der dena

Auch die dena entwirft gegenwärtig in Partnerschaft mit mehr als 20 Akteuren aus der Blockchain– und Energie-Branche landesweit ein digitales Register für verteilte Energieressourcen (Distributed Energy Resources, DERs). Die technologische Infrastruktur stellt die Energy Web Foundation bereit. Im Fokus der globalen Non-Profit-Organisation steht die Entwicklung dezentraler, dekarbonisierter und digitalisierter Energiesysteme. In einem Blog-Post von Energy Web vom 13. Oktober heißt es dazu:

Mit dem Projekt können sich Energieanlagen in Deutschland, wie etwa Thermostate, Solar-PV-Systeme, Batterien und Ladestationen für Elektrofahrzeuge automatisch in einem dezentralen Identitätsregister registrieren. Auf diese Weise können sie vom deutschen Stromnetz für etwa virtuelle Kraftwerke und Frequenzregelung genutzt werden.

Blockchain: Vielfältige Lösungen, aber nicht für jedes Problem

Das Kostensenkungspotenzial von Blockchain–Anwendungen für die Energiewende sei indes trotzdem „begrenzt“, heißt es in einer Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der European School of Management and Technology (ESMT Berlin). Insbesondere in Märkten, in denen sich bereits digitale Lösungen bewährt haben, treffe die Technologie auf starke Konkurrenzprodukte und -dienstleistungen. Zudem sei für jeden Anwendungsfall eine Einzelfallanalyse erforderlich.

Blockchain hat sehr viel Potenzial, keine Frage. Aber es wäre vermessen zu sagen, die Blockchain sei der Königsweg zur Digitalisierung des Energiesystems. Ob sie anderen Technologien überlegen ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab,

sagt Philipp Richard, Leiter Energiesysteme und Digitalisierung bei der dena, in einem weiteren Blog-Post der Agentur. Daher plädiert er dafür, jetzt Experimentierfelder zu schaffen, um die Blockchain in der Praxis zu erproben. Eins davon ist beispielsweise das zuvor angeführte Blockchain-Register DER. Für die erfolgreiche Umsetzung einer solchen dezentralen, digitalisierten Datenbank habe die dena einerseits noch „eine Reihe von Aufgaben“ vor sich. Andererseits sei das Vorhaben „sehr wichtig“ und „vielversprechend“. Es sieht also gut aus.

Anfang dieses Jahres kündigte Energy Web die Einführung ähnlicher Systeme im österreichischen Netz mit Austrian Power Grid an. Darüber hinaus laufen weitere Projekte in Deutschland und Belgien mit den Übertragungssystembetreibern Elia und 50 Hertz. Gelingen diese Vorhaben langfristig, bedeutet dies wohl ein spür- wie sichtbarer Schritt in Richtung Energiewende.

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