„Der Teufel liegt im Detail“: WEG-Bank-CEO Matthias von Hauff im Interview

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Quelle: Matthias von Hauff

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Die WEG Bank AG aus Ottobrunn hat es zu ihrer Mission erklärt, die „Brücke zwischen traditionellem Banking und digitalen Währungen“ zu schlagen. Matthias von Hauff, Gründer und CEO der Bank hat sich des Themas persönlich angenommen und in den vergangenen zwei Jahren maßgebliche Partnerschaften mit diversen Playern im Bereich der blockchainbasierten Währungen geknüpft. Ebenso hat er die Bank für Investoren geöffnet, die seiner Vision folgen und an der Zukunft der Bank teilhaben wollen. Mittlerweile sind u. a. Projekte wie die Litecoin Foundation, TokenPay und Nimiq mit jeweils bis zu 9,9 Prozent an der Bank beteiligt.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2019 02:07 Uhr von Andre Winterberg

BTC-ECHO: Was motiviert eine Bank mit Fokus auf die Wohnungswirtschaft, Partnerschaften mit Krypto-Projekten einzugehen?

Von Hauff: Als Spezialinstitut für wohnungswirtschaftliche Kunden (insbesondere Wohnungseigentümergemeinschaften, also WEGs) haben wir einen klaren Fokus. Unser Engagement für die Wohnungswirtschaft bleibt ungebrochen, wir bauen hier erheblich Kapazitäten aus und bereiten uns darauf vor, über die deutschen Landesgrenzen hinaus zu expandieren.

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Gleichzeitig erkennen wir in der zunehmenden Akzeptanz der digitalen Währungen eine große Chance, die wir nicht ungenutzt an uns vorbeiziehen lassen wollen. Wir bauen daher ein zweites, völlig getrenntes Geschäftsfeld auf. Erfinderisch, mutig und innovativ zu sein, war schon jeher in den Genen unserer Bank. Daher möchten wir diese neue Entwicklung aktiv mitgestalten und formen.

Vielversprechende Kooperationen

BTC-ECHO: Was umfasst die Kooperation mit dem Krypto-Start-up Nimiq?

Von Hauff: Nimiq ist für uns als Bank in besonderer Weise interessant. Der Token eignet sich sehr gut für Zahlungsverkehrsanwendungen und das Team hat eine herausragende Kompetenz in der Programmierung der erforderlichen Schnittstellen zwischen Bank und Blockchain bewiesen. Dadurch dass Nimiq auch komplett browserbasiert funktioniert, ist auch die Anwendbarkeit sehr gut gelungen.

Die Kooperation mit Nimiq hat zum Ziel, eine nahtlose Integration zwischen „alten“ Währungen und neuen, digitalen Währungen zu erreichen. Das von Nimiq entwickelte OASIS (Open Asset Swap Interaction Scheme) wird hier einen massiven Beitrag leisten können.

Keine Krypto-Dienstleistungen, dafür Blockchain-Technologie

BTC-ECHO: Welche Krypto-Dienstleistungen plant die WEG Bank in Zukunft?

Von Hauff: Wir selbst werden keine „Krypto-Dienstleistungen“ anbieten. Wir sehen uns definitiv nicht als „Krypto-Bank“, sondern als Dienstleister für dezidierte, auf Blockchain-Technik spezialisierte Unternehmen. Wir wollen z. B. Betreiber von Geldautomaten unterstützen, damit diese auch digitale Währungen verarbeiten können. Gleiches gilt für Zahlungsterminals bei Händlern etc. Dem Grunde nach wollen wir dabei helfen, dass alle derzeit in EUR, USD, CHF etc. getätigten Transaktionen so auch in BTC, LTC, TPAY, NIM etc. abgebildet werden können.

BTC-ECHO: Wie ist die Rückmeldung seitens der Aufsichtsbehörden? Stößt hier die WEG Bank auf große regulatorische Hürden?

Von Hauff: Als CRR Kreditinstitut verfügen wir grundsätzlich über alle erforderlichen Zulassungen, um Zahlungsverkehr durchführen zu dürfen. Ob dieser in traditioneller oder in digitaler Währung stattfindet, ist zunächst einmal per se irrelevant. Der vielbeschworene Teufel liegt allerdings im Detail: Wo ist z. B. die Grenze zwischen Zahlungsverkehr und Wertpapierhandel? Sofern wir eine Erweiterung unserer Banklizenz für unsere Vorhaben benötigen, sind wir bereits daran, diese zu erwirken und befinden uns in ständiger, enger Abstimmung mit der Bankaufsicht.

Tokenisierung als Chance

BTC-ECHO: Nun grundsätzlich zur Blockchain-Technologie. Wie stark gefährdet die Blockchain-Technologie die Arbeitsplätze in einer Bank? Welche Abteilungen sind besonders betroffen?

Von Hauff: Ich sehe nicht, dass die Blockchain-Technologie die Banken als solches in den kommenden Jahren besonders gefährdet. Natürlich wird es – wie bei jeder technischen Revolution – zu einer Verschiebung der erforderlichen Kompetenzen kommen. Ich halte die Entwicklung viel mehr vergleichbar mit dem Aufkommen des Internet.

BTC-ECHO: Es gibt bereits unzählige Projekte, die sich mit der Tokenisierung von Immobilien auseinandersetzen. Wie schätzen sie hier das Potential ein?

Von Hauff: Ich gehe stark davon aus, dass die Tokenisierung eine etablierte Form der Investment-Strukturierung werden wird. Gerade die niedrige Eintrittsbarriere und die geringen Transaktionskosten sind eine ideale Voraussetzung für diese neue Asset-Klasse.

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