Coinbase prescht in den Markt von regulierten Security Token

Tim Stockschlaeger

von Tim Stockschlaeger

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tim Stockschlaeger

Tim Stockschläger hat Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finance in Augsburg und Leipzig studiert. Nach dem Studium hat er zunächst für die Deutsche Bank gearbeitet und ist nun freiberuflicher Autor und Berater.

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Wenn 2017 das Jahr der ICOs war, wird 2018 das Jahr der Security Token. Diese bringen im Gegensatz zu klassischen Utility Token Sales mehr Sicherheit für die Investoren und unterliegen, zumindest teilweise, regulatorischer Aufsicht. Die US-amerikanische Kryptobörse Coinbase will nun kräftig in diesem Markt wachsen.

Coinbase gehört zu den größten und bekanntesten Plattformen für Kryptowährungen. Jetzt will sich das amerikanische Unternehmen drei Finanzdienstleister einverleiben, um im Bereich Security Token ins Geschäft zu kommen. Konkret geht es laut einem Unternehmenssprecher um Keystone Capital, Venovate Marketplace und Digital Wealth. Die zuständigen regulatorischen Aufsichtsbehörden geben Coinbase nun grünes Licht für die Übernahmen. Coinbase erhält mit der Übernahme der Gesellschaften auch Lizenzen als Broker, Anbieter von alternativen Handelssystemen (over the counter trading) und als Investmentberater. Insbesondere die Berechtigung zum Betreiben von alternativen Handelssystemen erleichtert Coinbase den Aufbau eines Handelsplatzes für Security Token.


Die Kryptobörse aus San Francisco diversifiziert mit den Übernahmen ihr Geschäftsmodell. Der Wettbewerb von Handelsplattformen ist hart und die Margen sinken zunehmend, weil weitere Wettbewerber in den Markt einsteigen. Die Ausdehnung auf neue Geschäftsfelder verspricht den Investoren und Firmengründern auch zukünftig lukrative Margen und anhaltende Wettbewerbsfähigkeit. Der Handel von Wertpapieren als Security Token ist bislang wenig ausgebaut. Es gibt keine Handelsplätze explizit für Security Token.

Security Token als kostengünstige Alternative zu Börsenplätzen

Coinbase, mit nach eigenen Angaben rund 20 Millionen aktiven Nutzern, setzt damit einen Fuß in die Tür eines potenziell milliardenschweren Marktes. Im Gegensatz zu Utility Token unterliegen die Security Token zwar einer Regulierung, werden dafür aber von den Behörden akzeptiert. Die Vorteile gegenüber klassischen Aktien bleiben: Investoren können die Token einfacher, günstiger und schneller handeln als Wertpapiere an einer Börse. Für Unternehmen bieten Security Token einen enormen Kostenvorteil: Werden Börsengänge von zahlreichen Beratern zu enorm hohen Stundensätzen begleitet, lassen sich Security Token schlanker und günstiger umsetzen. Die KMUs (kleine und mittlere Unternehmen), die bislang zu klein für einen Börsengang waren, erhalten somit in Zukunft Zugriff auf einen Investoren-Pool. Dieser blieb ihnen bislang verwehrt. Es profitieren also beide Seiten, sowohl Investoren als auch Unternehmen, von einem regulierten Security Token.

Coinbase ist fast 8 Milliarden US-Dollar wert

Der Wert von Coinbase ist im Jahresvergleich stark gewachsen. Als die Kryptobörse letztes Jahr 100 Millionen US-Dollar bei Investoren einsammelte, erreichte Coinbase eine Bewertung von rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Inzwischen, rund ein Jahr danach, taxieren Analysten das Unternehmen auf rund 8 Milliarden US-Dollar.


Dem Erfolg der ICOs in den letzten Monaten zum Trotz stehen die Utility Token unter einem starken regulatorischen Druck. Allein in diesem Jahr sammelten Unternehmen über 12 Milliarden US-Dollar über Initial Coin Offerings ein. Das Problem: Die rechtliche Unsicherheit. Viele dieser Token Sales bewegen sich in einem unregulierten Graubereich. Im schlimmsten Fall werden einige Token von Gerichten untersagt und wertlos. Zunehmend weisen Start-ups in ihren White Papers auf die Gefahr hin. Die US-amerikanische Börsenaufsicht hat ohnehin unlängst klargestellt, dass die meisten Token ihrer Funktion nach eher einem Wertpapier gleichen.

Erst am Freitag veröffentlichte Coinbase eine Absichtserklärung, fünf weitere Coins ins Trading aufzunehmen. In Anbetracht der Anzahl von weltweit handelbaren Coins klingt die Zahl niedrig. Coinbase listet derzeit jedoch insgesamt nur vier Kryptowährungen: Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin. In Zukunft könnten nun Cardano, Basic Attention Token, Stellar, Zcash und 0x hinzukommen.

Medienberichten zufolge strebt Coinbase selbst einen „Börsengang“ im nächsten Jahr an. Wie dieser ausfällt, ob über eine klassische Börse oder als Security Token, bleibt abzuwarten.

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