Chinesische Geldhäuser gründen Milliarden-Fonds für „Blockchain“

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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In China boomt die Blockchain-Euphorie, seit Präsident Xi massive Investitionen angekündigt hat. Ein neugegründeter Investmentfonds will daraus nun buchstäblich Kapital schlagen. Der milliardenschwere „Global Digital Bank Consortium Blockchain Investment Fund“ verfolgt die Gründung einer digitalen Bank, die als Hauptknoten in einem neuen Bankennetzwerk dienen soll.

Drei chinesische Banken und Finanzdienstleister haben einen Fonds für Investitionen in Blockchain-Technologie aufgelegt. Der „Global Digital Bank Consortium Blockchain Investment Fund“ wurde anlässlich der zweiten Internationalen Import Expo in Beijing vorgestellt. Hinter dem Fonds steht das chinesische FinTech-Unternehmen HDFH, die Bank Yillion sowie die Wagniskapitalgesellschaft ZVCA. Die Größe des Fonds, an dem noch weitere Investoren beteiligt sind, beträgt rund eine Milliarde US-Dollar. Das geht aus einer Pressemitteilung der HDFH hervor, die BTC-ECHO vorliegt.


Die Investoren verfolgen mit dem Fonds demnach zwei Ziele. Ein Teil der Gelder soll in die Gründung einer „führenden digitalen Bank“ fließen. Diese soll sodann als Netzwerkknoten in einer globalen Banken-Blockchain agieren, deren Erschaffung ein weiteres Ziel des Fonds darstellt:

Der erste Schritt ist die Investition in eine Bank und deren digitale Transformation. Der zweite Schritt ist der Aufbau einer globalen Blockchain für ein digitales Bankenkonsortium mit der digital transformierten Bank als Hauptknoten,

erklärt Cao Tong, Chairman bei HDFH. Die nun beginnende Investitionsphase wird sich über sechs Jahre ziehen. Dem soll eine Exitphase von zwei Jahren folgen.

Blockchain-Verständnis made in China

Mit weiteren Details zu dem geplanten FinTech-Netzwerk geizt die Pressemitteilung. Auch auf der Homepage von HDFH finden sich keine aussagekräftigen Informationen. Am Zitat des HDFH Chairman wird jedoch bereits ersichtlich, dass es sich bei der angedachten Finanzinfrastruktur um keine Blockchain handeln kann. Zumindest wenn man diese als offenes und öffentliches, dezentrales System begreift.

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Da die geplante digitale Bank als die Main Node im Konsortium-Netzwerk agieren soll, kann bei dem Vorstoß von HDFH also von Blockchain keine Rede sein. Wie sooft muss man konstatieren: Nicht überall, wo Blockchain drauf steht, steckt auch die Technologie drin. Angesichts der zentralen Node muss sogar in Frage gestellt werden, ob der Vorstoß aus China überhaupt auf einer Distributed-Ledger-Technologie beruht.

Vor dem Hintergrund der durch Präsident Xi ausgelösten Blockchain-Euphorie in China kommt dieser Etikettenschwindel indes wenig überraschend.

Doch auch bei westlichen Unternehmen steht die Verballhornung des Begriffs „Blockchain“ hoch im Kurs.


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