E-Yuan China zündet die wirtschaftspolitische Bombe

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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China breitet die Testläufe des E-Yuan weiter aus. Die digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency) soll dabei helfen, den US-Dollar als Weltleitwährung vom Thron zu stoßen.

China rollt den E-Yuan aus. Als digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) stellt sie zunächst im Wesentlichen eine digitale Abbildung der Staatswährung des Landes dar. Und könnte das Land im währungspolitischen Kräftemessen dennoch weit voranbringen.

E-Yuan im Testlauf

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China schickte den E-Yuan bereits im April diesen Jahres in den Testlauf. Dabei fiel die Implementierung jedoch noch gering aus – über den Bezahldienstleister Alipay folgten erste Gehaltszahlungen in den Bezirken Shenzhen, Suzhou, Chengdu und Xiong’an an Regierungsbeamte.

Der E-Yuan, so heißt es aus Regierungskreisen, sei sowohl rückverfolgbar als auch verschlüsselbar. Die zugehörigen digitalen Brieftaschen (Wallets) sollen darüber hinaus je nach Bedarf ausgestaltbar sein, das erleichtere die Vermeidung von Geldwäsche.

Um das Fundament für den E-Yuan möglichst stabil zu gestalten, zog die Kommunistische Partei sogleich die staatseigenen Banken hinzu. Die Industrial and Commercial Bank of China, China Construction Bank, Agricultural Bank of China und die Bank of China waren sogleich mit von der Partie. Auch von technologischer Seite wurden alle wichtigen Player gleich von Beginn an mit ins Boot geholt. Die China Telecom, China Mobile, China Unicom und Huawei waren sprangen gleich mit auf. Kurzum: Die Infrastruktur für den E-Yuan ist gelegt.

Diesen Monat wurden die Testläufe dann ausgeweitet – so hat die Mitfahrzentrale DiDi angekündigt, den E-Yuan zu integrieren. Mit ihren 550 Millionen Nutzern in über 400 Städten hat sich China ein großes potentielles Testfeld gesichert.

Die weiteren Partner folgen nun auf dem Fuße. Wie Finance Magnates berichtet, ist die Zentralbank des Landes überdies eine Zusammenarbeit mit dem Essenslieferdienst Meituan Dianping eingegangen. Außerdem arbeite die Bank mit dem Kommunikationsdienst WeChat zusammen. Wie das Magazin weiter berichtet, sei man zudem in Gesprächen mit McDonalds, Starbucks und Subway.

E-Yuan als Druckmittel im wirtschaftspolitischen Kräftemessen

Der E-Yuan soll indes, so tönt es aus Regierungskreisen, die Hegemonie des US-Dollars angreifen. So kündigten regierungsnahe Wissenschaftler noch im Mai die Zielsetzung der digitalen Zentralbankwährung an:

China wird bald das erste Land der Welt sein, das eine legale digitale Zentralbankwährung herausgibt. […] Im April 2020 veröffentlichte der US-amerikanische Technologieriese Facebook die nichtstaatliche digitale Währung Libra. […] Das Projekt ist ein digitales Äquivalent zum US-Dollar und die globale Zahlungsstrategie der US-Regierung. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichen [Sektor]. Doch [Chinas CBDC] kann […] sogar zur künftigen Weltwährung werden, die Währungssouveränität von Ländern mit unvollständiger Finanzmarktinfrastruktur in Frage stellen [und] die Dollar-Hegemonie weiter konsolidieren […]. Die Internationalisierung stellt zweifellos die nationale Währungssouveränität und das Zahlungs- und Clearingsystem Chinas vor große Herausforderungen.

Yang Dong

Tatsächlich sieht es derzeit so aus, als ob China das Rennen vorerst für sich entscheiden könnte. Von Seiten der USA gibt es zwar Bemühungen, eventuelle Pläne für den digitalen Dollar zu schaffen. Sonderlich fortgeschritten sind diese bisher jedoch nicht, über eine privatwirschaftliche Initiative gehen die CBDC-Pläne der Vereinigten Staaten bisher nicht hinaus.

Etwas weiter ist man da schon im hiesigen Währungsraum. Erst vergangene Woche hat die französische Nationalbank verkündet, Testläufe für den digitalen Euro zu starten. Auch die Banque de France holt sich dabei Unterstützung aus der Privatwirtschaft. Neben Schwergewichten wie Accenture, HSBC und der Société Générale sind mit LiquidShare und der Seba Bank auch Vertreter aus dem Krypto-Sektor im Boot.

E-Yuan: Mögliche Implikationen

In einem Land, in dem die Überwachung der Bürger bisweilen stärker ins Gewicht fällt als deren Privatsphäre, kommt eine Digitalisierung der Geldströme nicht von ungefähr. Gerade die Integration des E-Yuan in den Mobilitätssektor könnte, denkbar durch Geo-Tracking der Wallets, auch weitläufige Bewegungsprofile der Bürger erstellen. Eine internationale Ausweitung der digitalen Zentralbankwährung könnte der Volksrepublik auch über die Staatsgrenzen hinaus wichtige Informationen über die Bewegung des Geldes liefern. Ob und wie diese beschafft werden können, bleibt an dieser Stelle jedoch Gegenstand der Spekulation.

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