Basta! Italiens Banken fordern programmierbaren Euro

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Bitcoin-Münze auf Italien-Flagge

Quelle: Shutterstock

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Ein Jahr nach dem Weckruf Libra schrecken immer mehr Banken aus dem Schlaf: Eine CBDC muss her, und sei es nur, um dem Facebook Coin Paroli bieten zu können. Der italienische Bankenverband hat nun ein Positionspapier zu Krypto-Assets und einem programmierbaren Euro veröffentlicht.

Der italienische Bankenverband ABI (Associazione Bancaria Italiana) hat seine Haltung zu Krypto-Assets und digitalem Zentralbankengeld (Central Bank Digital Currency, kurz: CBDC) in einem Positionspapier zusammengefasst. Darin zeigen sich Italiens Banken aufgeschlossen gegenüber der Einführung eines digitalen Euro.

Die Finanzstabilität steht bei ABI buchstäblich an erster Stelle. Punkt Eins des am 18. Juni veröffentlichten Positionspapiers bezeichnet die Währungsstabilität und die Einhaltung des europäischen Rechtsrahmens als oberste Priorität im Umgang mit digitalen Währungen und Krypto-Assets.

Digitalen, programmierbaren Währungen räumt die ABI dabei ein großes transformatives Potenzial ein:

Eine programmierbare digitale Währung stellt eine Innovation im Finanzbereich dar, die in der Lage ist, Geld und Austausch tiefgreifend zu revolutionieren. Dies ist eine Transformation, die in der Lage ist, einen bedeutenden potentiellen Mehrwert zu bringen, insbesondere im Hinblick auf die Effizienz der Betriebs- und Managementprozesse.


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Die Effizienzgewinne sollen dabei nicht der Privatwirtschaft vorbehalten bleiben. So sieht der italienische Bankenverband eine CBDC als den Königsweg, um die Innovationen aus dem Bereich der Finanztechnologie mit dem bestehenden Regelwerk der Finanzregulierung in Einklang zu bringen.

CBDC als Antwort auf den „Weckruf“ Libra

Dabei geht es den Bankern nicht zuletzt auch darum, privatwirtschaftliche Währungsprojekte wie dem geplanten „Facebook Coin“ Libra etwas entgegen zu setzen.

Die Existenz eines solchen Instruments [CBDC] könnte gleichzeitig die Attraktivität von Instrumenten mit vergleichbarem Nutzen mindern, die zwar von Privatpersonen ausgegeben werden oder (im Falle einer vollständigen Dezentralisierung) nicht identifiziert werden können und sich durch ein inhärent höheres Risikoprofil auszeichnen.

Als Facebook im vergangenen Jahr den ambitionierten ersten Entwurf für Libra präsentierte, war das Geschrei aufseiten der Zentralbanken groß. Die Befürchtung, dass Facebook mit seinen Milliarden von Nutzern eine eigene Währung erschaffen möchte, die vor allem auf Nutzer ohne geregelten Bankzugang abzielt, hat die Zentralbanker sichtlich aufgerüttelt. So bezeichnete die EZB Libra seinerzeit bereits als „Weckruf“ für die Zentralbanken.

Corda bereits bei 55 Banken im Einsatz

Die Einführung einer CBDC könnte laut dem Positionspapier eine Reihe von neuen Anwendungsfällen ermöglichen. Die Abwicklung von (grenzüberschreitenden) Peer-to-Peer-Transaktionen, der Austausch von Werten zwischen Maschinen sowie die Verwendung von Smart Contracts sind nur einige der Use Cases, die sich der ABI von einem programmierbaren Euro erhoffen und die verdächtig an das Wertversprechen von Kryptowährungen erinnern. Mit ihrer Forderung steht die IBA unter den Bankenverbänden indes nicht alleine da. Auch der deutsche Bankenverband hat einem programmierbaren Euro vergangene Woche den Marsch geblasen.

Zahlreiche italienische Banken sammeln bereits Erfahrungen mit der Distributed-Ledger-Technologie. Im Rahmen von Spunta Banca DLT setzen Banken die Technologie für das Interbankengeschäft ein. Dabei setzen sie auf Corda, eine DLT-Umgebung des Bankenkonsortiums R3. Seit Ende Mai setzen 55 italienische Finanzinstitute auf die häufig als „Blockchain“ fehletikettierte Corda-Plattform.


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