Britische Jungferninseln planen nationalen Stable Coin

Anna Shemyakova

von Anna Shemyakova

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anna Shemyakova

Anna Shemyakova ist freie Journalistin für mehrere Zeitungen, Magazine und Online-Medien. An Blockchain-Technologien interessiert sie, wie dezentrale Systeme Beteiligung und Kontrolle umstrukturieren können.

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Quelle: Shutterstock

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Die Karibikinseln arbeitet an der Einführung einer Kryptowährung, die an den US-Dollar gekoppelt sein soll. Auf der Blockchain angelegte Fonds sollen zudem in Katastrophenfällen helfen.

Das Blockchain-Start-up Life Labs entwickelt gemeinsam mit der Regierung eine Kryptowährung auf den Britischen Jungferninseln. Das Ziel ist, sich weiter im FinTech-Sektor zu etablieren, sich jedoch auch in Krisenfällen abzusichern, wie es in der aktuellen Mitteilung heißt.

Die Britischen Jungferninseln profitieren erheblich von der Blockchain-Technologie. Sie ist überragend für das Gebiet,

sagt Premierminister Andrew Fahie, der das Projekt am 3. Dezember beim nationalen „Digital Economy Symposium“ näher erläuterte. Die Inselgruppe positioniert sich derzeit – ähnlich wie die Caymaninseln, Bermuda oder Panama – stark im Krypto-Sektor und gestaltet flexible steuerliche Regulierungen für digitale Währungen, um ausländische Investitionen anzuziehen.

Staatseigenes oder unabhängiges Zahlungssystem?

Der Token namens „BVI~LIFE“ soll 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sein, der seit 60 Jahren das Zahlungsmittel der Inselgruppe ist. Unklar ist, ob der Stable Coin eine klassische Zentralbankwährung oder als unabhängiges Zahlungssystem fungiert. Im Interview mit Ledger Insights erklärte Life Lab, dass die Währung zwar unabhängig entwickelt, jedoch von der Regierung aufgestellt und geleitet wird. Dazu schloss sich Andrew Fahie, der auch Finanzminister des Landes ist, bereits im April 2019 mit Life Lab zusammen. Sie erarbeiteten einen „Rapid Cash Response“-Fonds, der in Krisensituationen – wie nach dem Hurrikan Irma im Jahr 2017  – leichten Zugang gewähren soll.

Ein Fonds für Katastrophenfälle


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Der stärkste Hurrikan in der Karibik seit Aufzeichnung der Wetterdaten hinterließ die Britischen Jungferninseln in einem desolaten Zustand. Die Inselgruppe erlitt Schäden in Höhe von drei Milliarden US-Dollar bei einem Bruttoinlandsprodukt von einer Milliarde. Die Bevölkerung hatte keine Möglichkeit, Geld zu beziehen, der Zugang zu alltäglichen Gütern lag still. Sollte es erneut zur Katastrophe kommen, hofft Premierminister Fahie auf Absicherung aus dem „Rapid Cash Response“-Fonds:

Die Erinnerung an die jüngsten Naturkatastrophen bleibt in unseren Köpfen und in unseren Herzen. Umso wichtiger ist es, unsere Bürger in Notfällen schnell zu versorgen. Die innovative Finanztechnologie von Life Labs kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für unsere Bevölkerung und unsere Wirtschaft.

Transaktionsgebühren sinken um 50 Prozent

Die Kryptowährung soll ebenfalls als günstige Alternative im internationalen Zahlungsverkehr fungieren, jedoch auch zwischen den einzelnen Inseln, wie Life Labs CEO Sanjay Jadhav erklärt:

Wir erwarten, dass die Nutzer der Blockchain-Plattform die Transaktionsgebühren um 50 Prozent senken und die Zeit für Transaktionen gravierend verkleinern können, ohne dabei Kosten für die Implementierung des Systems zu haben.

Das Start-up plant eine „Life Wallet“-App mit hinterlegten Konten und Fonds. Dabei sollen Nutzer ohne Smartphones Kryptowährungen per SMS senden und erhalten können. Weiterhin sollen Peer-to-Peer-Transaktionen über die Wallet App laufen sowie der tägliche Einkauf und Handel mit lokalen Unternehmen.


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