Boom durch Bitcoin: Maltas Wirtschaft explodiert

Selim Baykara

von Selim Baykara

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Selim Baykara

Selim Baykara ist seit 2015 im Tech-Journalismus unterwegs. Davor hat er Englisch an der Universität Mainz studiert und war mehrere Jahre als freiberuflicher Autor und Übersetzer tätig.

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Die winzige Inselnation Malta erlebt derzeit ein explosives wirtschaftliches Wachstum – und könnte 2019 sogar noch einen Gang zulegen. Einer neuen Prognose der Europäischen Kommission zufolge soll das Wachstum dieses Jahr um über fünf Prozent steigen. Sind Kryptowährungen wie Bitcoin für den Boom auf Malta verantwortlich?

Laut Europäischer Kommission wächst die Wirtschaft Maltas 2019 um satte 5,2 Prozent. Damit ist die krypto-freundliche Inselnation die am schnellsten wachsende Wirtschaft Europas – weit vor den großen Industrienationen. Für die deutsche Wirtschaft prognostizieren die Experten beispielsweise gerade einmal ein mageres Wachstum von 1,1 Prozent.


Tweet: Europäische Kommission – Wachstumsprognose 2019

Dank Bitcoin: Malta erlebt auch 2019 explosives Wirtschaftswachstum

Die EU-Kommission erwähnt es zwar nicht ausdrücklich. Allerdings dürfte vor allem die Krypto- und Blockchain-Industrie für das explosive Wirtschaftswachstum verantwortlich sein. In der jüngeren Vergangenheit hat sich Malta zu einer Oase für Kryptowährungen entwickelt. Einige der führenden Krypto-Börsen, darunter Binance, haben Niederlassungen auf Malta. Dazu kommen zahllose Start-ups und andere Firmen aus dem FinTech-Bereich.

All das sorgt für Arbeitsplätze, Investitionen und auch steigende Einkommen. Dazu passt, dass die Binnennachfrage seit dem zweiten Quartal 2018 die Exporte als größter Wachstumstreiber abgelöst hat. Bereits letztes Jahr sorgte das für ein Wirtschaftswachstum von 6,2 Prozent. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch 2019 und 2020 fortsetzen.

Warum ist Malta das neue Krypto-Zentrum Europas?

Malta ist inzwischen wohl eine der krypto-freundlichsten Nationen der Welt. Die Industrie wird gezielt von staatlicher Seite gefördert und profitiert von transparenten Gesetzen und niedrigen Steuersätzen. Der maltesische Premierminister Joseph Muscat bezeichnete Kryptowährungen wie Bitcoin als „unausweichliche Zukunft des Geldes und Grundlage eines neuen Wirtschaftssystems.“

Daher verwundert es auch nicht, dass Malta so beliebt in der Krypto-Branche ist und sich gerne als die „Blockchain-Insel“ präsentiert. Zu den ansässigen Firmen zählen bekannte Exchanges wie Binance, ZebPay oder BitBay. Daneben siedeln sich aber auch immer mehr kleinere Firmen an, beispielsweise das aus Berlin stammende Start-up Neufund.

Bislang galt die Schweiz als führende „Krypto-Nation“. Aufgrund zunehmender Regulierungsmaßnahmen hat der Ruf der Schweiz in der jüngeren Vergangenheit aber immer weiter gelitten. Malta versucht derweil sich als Alternative zu asiatischen Nationen zu etablieren, die den Krypto-Sektor inzwischen ebenfalls stärker regulieren.

Allerdings bleibt die Zukunft unklar. Auch die EU erwägt seit einiger Zeit eine strengere Regulierung von Kryptowährungen. Bislang gibt es noch keine konkreten Ergebnisse – wenn EU-weit einheitliche Regeln kommen, könnte aber auch Malta mit seiner krypto-freundlichen Politik betroffen sein.

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