Nordchina Bitmain und andere Bitcoin Miner verlieren Stromvergünstigung

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Das „Schürfen“ von Bitcoin ist eine energieintensive Angelegenheit. Manche Mining-Operationen in Nordchina griffen deswegen auf unlautere Methoden zurück, um sich in Sachen Strompreis einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Die örtlichen Behörden schoben dem nun einen Riegel vor.

21 Bitcoin-Mining-Farmen aus Nordchina haben ihren Zugang zu vergünstigter Elektrizität verloren. Darunter befinden sich zwei Standorte des Mining-Riesen Bitmain sowie eine Operation des Mining-Hardware-Produzenten Ebang.

Das chinesische Nachrichtenportal Wu Blockchain berichtet, dass das Ministerium für Industrie- und Informationstechnologie der Inneren Mongolei, einem Autonomiegebiet in Nordchina, die Entscheidung am 24. August bekannt gab. Die Behörde hatte in der Provinz zuvor eine mehrmonatige Inspektion von Serverfarmen durchgeführt. Dabei kam heraus, dass mehrere Standorte, die sich als Big-Data- und Cloud-Computing-Dienstleister ausgaben, ihre Rechenleistung eigentlich zum Abbau von Bitcoin nutzten. Mining-Operationen sind unterdessen von den vergünstigten Stromtarifen des örtlichen Energieversorgers Inner Mongolia Power Group ausgenommen. Unter den betroffenen Standorten befindet sich ferner auch ein Rechenzentrum der China Telecom.

Bitcoin Mining in der Region wird teurer

Die betroffenen Standorte dürfen ihren Betrieb allem Anschein nach fortsetzen. Die gesteigerten Strompreise könnten jedoch einen Einfluss auf die Rentabilität des Bitcoin Minings haben. Kevin Pan, CEO der Mining-Operation PoolIn, gab gegenüber Coindesk diesbezüglich an, dass die Entscheidung sich zumindest kurzfristig auf die Branche auswirken wird.


Pan geht für die betroffenen Unternehmen von einem Anstieg des Strompreises um etwa 0,1 Yuan (0,015 US-Dollar) pro Kilowattstunde (kWh) aus. Während er vormals bei 0,26 bis 0,28 Yuan pro kWh lag, dann wird er künftig 0,38 Yuan pro kWh betragen. Diese Preissteigerung mag zunächst nach wenig klingen. Geht man jedoch davon aus, dass eine Bitcoin-Mining-Farm eine Leistung von 10.000 kWh hat, ergäbe sich daraus ein Anstieg der Operationskosten um 3,600 US-Dollar pro Tag: Kleinvieh macht auch beim Bticoin Mining Mist.

Gerade auf Grund der vergleichsweise geringen Strompreise sind chinesische Mining Farmen in Sachen Bitcoin Mining marktführend. Laut einer Übersichtskarte des Cambridge Center for Alternative Finance kam das Land im April 2020 auf 65 Prozent der weltweit ermittelbaren BTC-Hashrate. Davon entfallen etwa acht Prozent auf die Innere Mongolei.

Chinesische Behörden gehen immer wieder gegen den rechtswidrigen Bitcoin-Abbau vor. Erst im Juni hoben sie in der Stadt Daqing eine Mining-Anlage aus, die als Begräbnisstätte getarnt war.

Bitmain hat Lieferengpässe

Das von den teureren Strompreisen betroffene Bitmain sieht sich unterdessen mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert. Das Unternehmen ist neben dem Abbau von Bitcoin vor allem auf die Herstellung der dafür notwendigen Ausrüstung spezialisiert. Jüngst kam es jedoch zu internen Streitigkeiten innerhalb der Unternehmensführung.

Im Zuge des Konflikts entfernten ehemalige Mitarbeiter unerlaubterweise zehn Tausend Mining-Geräte aus einer Firmenanlage. Dies zog „schwerwiegende wirtschaftliche Verluste für das Unternehmen und die Kunden“ nach sich. Bitmain gab zudem bekannt, dass sich die Auslieferung von Mining-Maschinen um rund zwei Monate verzögern wird.


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