Bitcoin: Transaktionszahl steigt, während Gebühren sinken

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Bitcoin: Transaktionszahl steigt, während Gebühren sinken

Im Januar schaffte die Anzahl an Bitcoin-Transaktionen ihr einjähriges Rekordhoch. Damit erreichte BTC wieder Zahlen wie Anfang 2018. Einige Unterschiede gibt es jedoch: Die Transaktionsgebühren und die durchschnittliche Transaktionshöhe sind deutlich geringer.

Anders als ein Handelsvolumen, welches nur einen spekulativen Use Case einer Kryptowährung erfasst, kann eine Analyse der On-Chain-Transaktionen etwas über die tatsächliche Nutzung Bitcoins aussagen. Eine hohe Transaktionsanzahl kann so beispielsweise für ein Aufleben des Medium-of-Exchange-Narrativs stehen, während wenige, aber dafür große Transaktionen mit der Vision des Store of Value zusammenhängen. In der Januar-Ausgabe des Kryptokompasses wurde über diesen Zusammenhang diskutiert und verschiedene Messgrößen unterschiedlichen Visionen hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen zugeordnet.

Februar 2019 – Viele Transaktionen mit geringen Gebühren

Aktuell lohnt sich dieser Blick:

Die durchgehende rote Linie steht für die Transaktionsgebühren in US-Dollar, deren Wert an der linken Achse abzulesen ist. Die blassrote Fläche beschreibt die Entwicklung der durchschnittlichen täglichen Transaktionsanzahl. Eindeutig ist zu erkennen, dass die Transaktionsgebühren gefallen, die Transaktionsanzahl jedoch gestiegen ist.

Batching oder wirkliche Bitcoin-Adaption? Ein Blick auf die Daten

Ein möglicher Erklärungsansatz wäre, dass Krypto-Börsen verstärkt vom Batching Gebrauch machen. Mit Batching wird die Zusammenfassung mehrerer Einzeltransaktionen zu einer großen bezeichnet. Durch eine derartige Zusammenfassung ist die Transaktionsgebühr für jede Einzeltransaktion deutlich geringer. Ein Beispiel für derartige Transaktionen lässt sich hier finden.

Diese Hypothese lässt sich jedoch nicht bestätigen. Über P2sh.info können interessierte den Anteil an Batched Transactions erfahren:

Aufgetragen ist der relative Anteil an Batched Transactions. Je blauer die Fläche ist, desto mehr Transaktionen sind gebündelt. Das satte Rot steht für komplett ungebündelte Transaktionen, Dunkelblau für Giganten mit gebündelten 100 Einzeltransaktionen.

Lies auch:  Podcast: Kryptowährungen für Einsteiger erklärt

Man kann erkennen, dass der obige Erklärungsansatz nicht bestätigt werden kann. Alle Batches mit mehr als drei gebündelten Transaktionen sind im Jahr 2019 eingebrochen. Stattdessen hat sich der Anteil an Transaktionen mit höchstens zwei Einzeltransaktionen erhöht.

Ebenso ist auch der durchschnittliche Transaktionswert gesunken. In unterer Abbildung sind neben der bekannten, in Rot dargestellten Transaktionsanzahl das tägliche Transaktionsvolumen in BTC aufgetragen (letzteres in Grau):

Wir sehen, dass das tägliche Transaktionsvolumen kaum gemeinsam mit der Transaktionsanzahl stieg. Die durchschnittliche Transaktionsgröße ist also gesunken.

Wie ist das zu deuten? Die Hauptnutzer derartiger batched Transactions sind größere Unternehmen wie Wallet Provider oder Krypto-Börsen. Der durchschnittliche Otto-Normal-Verbraucher nutzt kein Batching, da er in erster Linie sein Geld an einen anderen normalen Bitcoin-Nutzer zahlen möchte. Von Exchanges und anderen großen, auf Batching setzenden Organisationen sind eher große Transaktionen zu erwarten.

Segregated Witness – Zeichen für eine größere Adaption?

Die beiden obigen Plots widersprechen einer solchen Interpretation. Das Verhalten suggeriert, dass andere Technologien als das Batching zur Reduktion der Transaktionskosten genutzt werden. Segregated Witness optimiert unter anderem die Größe von Transaktionen, sodass insgesamt mehr Transaktionen in einem Block zusammengefasst werden können.

Tatsächlich könnte der Rückgang von batched Transactions in der jüngsten Zeit vor allem mit einer verstärkten Nutzung von Segregated Witness zusammenzuhängen, wie der folgende Chart zeigt:

Lies auch:  Krypto- und traditionelle Märkte KW48 – Volatilität von Bitcoin so hoch wie seit Monaten nicht

Es scheint also, dass Player im Bitcoin-Netzwerk aktuell eher auf Segregated Witness denn auf gebündelte Transaktionen setzen.

Spricht das nun für ein Erstarken des Peer-to-Peer-Narrativs im Bitcoin-Ökosystem? Nicht so schnell. Wenn dem so wäre, müsste man ein starkes Ansteigen an aktiven Adressen sehen, was sich leider auf Basis der Datenlage nicht bestätigen lässt:

Die Anzahl aktiver Adressen unterliegt einer saisonalen Schwankung, bewegte sich aber seit August 2018 größtenteils zwischen 500.000 und 700.000. Auf Basis dieser Daten und der dargestellten Interpretation käme man zum Schluss, dass Krypto-Börsen und andere Big-Player auf Segregated Witness setzen, die wirkliche Nutzung als Medium of Exchange, zumindest im Peer-to-Peer-Bereich, noch nicht weiter vorangeschritten ist. Die fallenden Gebühren und die weiter zunehmende Lightning-Adaption macht jedoch Hoffnung, dass dies nur aufgeschoben ist.

Daten von Coin Metrics und P2sh.info

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