Nach Kapitol-Stürmung Bitcoin-Spende an US-Rechtsextreme aufgetaucht

Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Daniel Hoppmann

Daniel befindet sich im Endspurt seines Journalismus-Studiums. Er ist der Überzeugung, dass Kryptowährungen in Zukunft das traditionelle Geldgeschäft ablösen werden.

Das Foto zeigt die Stürmung des Kapitols in Washington D.C.

Quelle: Shutterstock

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Nach der Stürmung auf das Kapitol, sind Berichte aufgetaucht, die eine großzügige Bitcoin-Spende aus Frankreich an Rechtsextreme in den USA offenlegen.

Das Online-Medium yahoo!news schreibt in einem Exklusivbericht, dass Rechtsextreme in den USA eine großzügige Bitcoin-Spende erhalten hätten, einen Monat vor der Erstürmung des Kapitols. Demnach seien am 8. Dezember 28,15 BTC (500.000 US-Dollar) auf 22 Wallets verschiedener Persönlichkeiten und Organisationen aus dem rechten politischen Spektrum des Landes transferiert worden.

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Das Software-Unternehmen Chainalysis stellte Nachforschungen auf Basis der Yahoo-Daten über den Ursprung der Spende an. Die Spuren führen dabei nach Frankreich. Demnach kamen die Zuwendungen von einem Account auf einer französischen Krypto-Börse und gingen unter anderem an rechte Nachrichtenseiten und Influencer, wie VDARE, Daily Stormer oder Nicholas Fuentes. Dabei handle es sich laut Recherchen von Chainalysis um einen französischen Programmierer, der einen Blog betreibe. Einen der Beiträge interpretierte die Research-Firma als Abschiedsbrief. Dort prophezeite der Franzose den „Niedergang der westlichen Zivilisation“ und vermache deshalb sein Vermögen „bestimmten Zwecken und Leuten“. Ob der Finanzier tatsächlich tot ist, bleibt ungeklärt. Allerdings gab es auf dem Blog des Programmierers seit 2014 keinen neuen Eintrag mehr.

Wie eine anonyme Quelle berichtet, beschäftigen sich nun auch Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste mit der verdächtigen Transaktion, um mehr Informationen zu den finanziellen Hintergründen des Aufruhrs in Washington zu erfahren. Damit hofft die Regierung, zukünftige Angriffe zu verhindern und eine potenzielle ausländische Beteiligung oder Unterstützung von rechtsgerichteten Aktivitäten frühzeitig aufzudecken. Bei einer Pressekonferenz sagte US-Staatsanwalt Michael Sherwin, dass das FBI die Untersuchung als „erhebliche Terrorismusbekämpfung oder Spionageabwehr“ betrachte. Dazu sichten die Ermittlungsbehörden aktuell Geld-, Reise – und Kommunikationsaufzeichnungen sowie Dispositionen und allgemeine Bewegungen.

Irreführende Darstellung bremst Bitcoin-Adoption

Bitcoin haftet nach wie vor ein Schmuddel-Image an. Doch obwohl sich unter Kriminellen inzwischen herumgesprochen haben dürfte, dass es durchaus anonymere Kryptowährungen als Bitcoin gibt, wird die bekannteste der digitalen Währungen nach wie vor für illegale Zwecke verwendet. So gibt es aktuell im Darknet zweifelhafte Angebote, bei denen man sich einen Corona-Impfstoff gegen Bitcoin sichern können soll.

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Der Yahoo-Beitrag vermittelt dabei den Eindruck, dass Bitcoin lediglich ein Zahlungsmittel von Kriminellen sei. Eine Studie von Chainalysis von 2019 belegt dabei, dass tatsächlich nur 1,1 Prozent aller Krypto-Aktivitäten eine kriminelle Basis hätten. Dennoch bremsen solche Darstellungen die Adoption des digitalen Wertspeichers und anderer Kryptowährungen aus.

Erschwerend hinzu kommen Äußerungen von verschiedenen Funktionären aus Politik und Finanzen, wie beispielsweise Christine Lagarde. Die EZB-Chefin äußerte sich vor Kurzem in einem Livestream von Reuters über Bitcoin und Co. Sie sagte:

Bitcoin ermöglicht zweifelhafte Geschäfte und erleichterte einige tadelnswerte Geldwäsche-Aktivitäten. Es muss Regulierung auf einem globalen Level geben, die durchgesetzt und auf die sich geeinigt werden muss. Wenn es eine Ausweichmöglichkeit gibt, dann wird diese auch genutzt.

Finanzbehörden versagen beim Kampf gegen Geldwäsche

Doch diese Aussage ist irreführend. Ein Großteil der Geldwäsche wickelt sich nach wie vor über Fiat-Währungen ab. Das wird beispielsweise aus den im September letzten Jahres bekannt gewordenen FinCEN-Files deutlich. Demnach tun sich Banken und Finanzbehörden bei der Durchführung von AML-Maßnahmen schwer.

Bei dem Leak aus dem US-Finanzministerium handelt es sich um Dokumente, die belegen, dass große Geldhäuser wie JPMorgan, HSBC, Barclays oder die Deutsche Bank große Geldsummen von Kriminellen oder anderen umstrittenen Personen bewegt haben, obwohl diese eigentlich auf Sanktionslisten vermerkt waren. Insgesamt transferierten sich so fast zwei Billionen US-Dollar. Das entspricht fast der dreifachen Marktkapitalisierung des Bitcoin.

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