Jan Marsalek Wirecard: Welche Rolle spielt Bitcoin (BTC)?

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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ein laptop, der die roten zahlen 404 zeigt und darunter in schwarzer schrift

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Jan Marsalek, ehemaliger Vorstand von Wirecard, soll derzeit in Russland sein. Offenbar hat er vorher erhebliche Geldsummen in Form von Bitcoin bewegt.

Der ehemalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek soll große Summen an Bitcoin transferiert haben. Wie das Handelsblatt berichtet, befindet sich Marsalek unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdiesntes GRU auf einem Anwesen im Westen der russischen Hauptstadt. Marsalek soll am Tag seiner Freistellung von Klagenfurt über Tallinn ins belarussische Minsk geflogen sein. Aufgrund der dortigen politischen Konflikte habe sich der Geheimdienst jedoch dazu entschieden, den ehemaligen Wirecard-Vorstand nach Russland zu bringen.

Ex-Wirecard Vorstand Marsalek: Welche Rolle spielt Bitcoin?


Beim Wirecard-Skandal rund um Jan Marsalek könnte Bitcoin eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Das Unternehmen war in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro aus den Bilanzen fehlen. Die Aktie war in den Keller gerutscht, das Unternehmen hatte am 25. Juni Insolvenz angemeldet, die Alarmglocken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) schrillten grell. Das Geld soll, so berichtet es der Spiegel, in Asien versickert sein – und zwar in jener Region, in der Jan Marsalek eine Wirecard-Expansion besonders forciert haben soll.

Dem Nachrichtenportal liegen zudem Chatprotokolle vor, die aus Gesprächen zwischen dem ehemaligen Wirecard-Vorstand und einer Spiegel-Quelle vorgehen. Darin heißt es:

[…] meine Bereitschaft 1.9 Milliarden zurück zu Wirecard zu bringen sinkt minütlich je mehr ich darüber erfahre was da abgeht [sic]

Jan Marsalek

Wie das Magazin an anderer Stelle berichtet, liegt es nahe, dass Marsalek mehrere Millionen in seinem Reisegepäck hat. Ob sich diese aus den verschwundenen 1,9 Milliarden Euro speisen (oder ob es diese überhaupt gibt), sei dahingestellt. Wenn er jedoch als Justizflüchtiger Geld auf offiziellem Wege bewegen will, könnten ihm Behörden (und Banken) einen Strich durch die Rechnung machen.

Damit liegt es nahe, dass sich Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek offenbar dafür entschieden hat, das Geld in Form von Bitcoin zu „bewegen“. Schließlich kennt die Kryptowährung keine Ländergrenzen, auch ist sie unabhängig von Banken oder sonstigen zentralen Institutionen. Durch die dezentrale Ausrichtung der Bitcoin Blockchain wäre es ein leichtes, auch große Geldsummen von A nach B zu bewegen. Dazu bräuchte er lediglich eine Bitcoin-Wallet und die nötigen Keys – und dazu reicht bekanntlich schon ein Stück Papier. Dieses muss man dann auch nur dabei haben, streng genommen wird Bitcoin nicht über Grenzen hinwegbewegt, die BTC verlassen die Blockchain nicht. So kann man, wie es in den aktuellen Medienberichten nahegelegt wird, Bitcoin nicht wirklich „nach Russland“ senden.

Sollte Marsalek tatsächlich Bitcoin verwendet haben, könnte das der Strafverfolgung jedoch auch in die Hände spielen. So lassen sich aufgrund der Transparenz der Blockchain Transaktionen lückenlos nachverfolgen. Etwas schwieriger, jedoch nicht unmöglich, ist es, die Transaktionen beziehungsweise die zugehörigen Bitcoin-Adressen, auch den Urhebern zuzuordnen.

BTC in der Strafverfolgung

Dank der Transparenz der Bitcoin Blockchain war es Behörden im vergangenen Jahr gelungen, den bis dato größten Ring für Kinderpornographie zu sprengen. Die Beteiligten hatten die Kryptowährung benutzt, um sich gegenseitig zu bezahlen. Dabei hatten sie die Pseudonymität von Bitcoin mit Anonymität verwechselt.

Auch Alexander Vinnik, Betreiber der ehemaligen mutmaßlichen Betrugs-Börse Btc-e ist diese Transparenz indes zum Verhängnis geworden. US-Behörden konnten im Nachgang der Ermittlungen 90 Millionen US-Dollar beschlagnahmen, mitunter dank der Blockchain-Transparenz.

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