Bitcoin-Regulierung in Japan: Steuerflucht und Steuerzucht

Max Halder

von Max Halder

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Halder

Max Halder kaufte 2011 seinen ersten Bitcoin. Er studierte Chemie und Pharmakologie an der Universität Regensburg und graduierte 2016 mit einem Master of Science. Seither setzt er sich als Pädagoge und freiberuflicher Dozent in einer Suchtklinik und in Förderzentren für Aufklärung und Bildung ein.

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Japan denkt über Bitcoin-Regulierung nach

Quelle: Shutterstock

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Japan schwingt die Regulierungs-Keule. Die Besteuerung von Bitcoin & Co. soll damit künftig enger kontrolliert werden. Ein Vorgeschmack auf G20.

Japanische Steuerbehörden haben Daten gesammelt und ausgewertet, die nahelegen, dass Trader Gewinne aus Kryptowährungen in Millionenhöhe veruntreut haben. Wenn Bitcoin als legitimes Zahlungsmittel anerkannt wird, muss man auch legitime Steuern auf Gewinne aus Tradinggeschäften abführen, meinen die Behörden. Ein Vorgeschmack auf den G20-Gipfel Ende Juni.


Wer den Namen Satoshi Nakamoto hört, wird nicht lange brauchen, bis er eine Verbindung zu Japan hergestellt hat. Zwar ist die Identität hinter diesem Pseudonym nach wie vor ungeklärt, dennoch bleibt die Verbindung bestehen. In dem technikaffinen Inselstaat gilt Bitcoin & Co. bereits seit mehr als zwei Jahren als offizielles Zahlungsmittel. Damit hat die Landeswährung Yen einen Konkurrenten bekommen, der ebenso im steuerrechtlichen Interesse der Regierung liegt wie deren Fiatwährung.

Die japanische Steuerbehörde hat nun Nachforschungen bezüglich der Steuerflucht von Unternehmen und Privatpersonen angestellt. Die Erhebungen können aufgrund ihres beschränkten Umfangs nicht als repräsentativ angesehen werden, lassen aber dennoch tief blicken. Pünktlich zum G20-Gipfel am 8. und 9. Juni im japanischen Fukuoka dürfte dieses Dokument neben dem Bericht des Financial Stability Board (FSB) für reichlich Gesprächsstoff sorgen.

Veruntreuung von 93 Millionen US-Dollar

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Laut einem Artikel der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun haben etwa 50 Privatpersonen und 30 Unternehmen über die letzten Jahre mindestens 93 Millionen US-Dollar veruntreut. Die Gewinne stammen offenbar aus dem Trading von Bitcoin & Co., insbesondere aus dem Jahr 2017. Angestoßen wurden die Untersuchungen von einer Spezialabteilung des Tokyo Regional Taxation Bureau. Sie erfragten bei mehreren Betreibern von Exchanges eine Liste, aus der die Namen und Transaktionen derer Kunden hervorgehen.

Im Fokus der Steuerfahnder standen dabei diejenigen, die große Summen durch Trading verdient hatten. Im Artikel heißt es zwar, dass diese Daten mit denen anderer lokaler Steuerbehörden kombiniert wurden, doch bleiben konkrete Zahlen aus.

Die Regeln in Japan sind indes eindeutig. Gewinne aus Kryptowährungen werden als Sonstiges Einkommen eingestuft. Man muss sie ab einer jährlichen Summe von 200.000 Yen (etwa 1.800 US-Dollar) steuerlich erfassen. Der Steuersatz kann je nach Höhe der Gewinne bis zu 55 Prozent ausmachen, Gewinne aus dem Verkauf von Aktien schlagen hingegen nur mit 20 Prozent zu Buche.

Bitcoin-Handel in Japan nach wie vor beliebt

Der Handel von Kryptowährungen ist nichtsdestoweniger beliebt in Japan. Laut der Japan Virtual Currency Association betrug allein das Handelsvolumen von fünf größeren Kryptowährungen auf japanischen Exchanges fast 70 Billionen Yen (etwa 650 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2017. Problematisch für japanische Steuerbehörden sei das Trading auf nicht-japanischen Exchanges sowie die Nutzung anonymerer Kryptowährungen. So gibt es immer wieder Meldungen über unterschiedliche Wege, um die Gewinne aus dem Trading am Fiskus vorbeizuführen, sei es nun Privatmann oder Unternehmen.

Im Januar nächsten Jahres soll nun ein neues System anlaufen, das die Transparenz des Krypto-Handels verbessern soll. Steuerbehörden dürfen dann unter gewissen Voraussetzungen, z. B. ab einer bestimmten Gewinnsumme, die Kundennamen von Exchanges erfragen. Für Betreiber von Exchanges, die ihrer Auskunftspflicht nicht nachkommen, seien außerdem Geldstrafen vorgesehen. Das letzte Juni- Wochenende wird an der Regulierungsfront sicherlich Neuigkeiten hervorbringen.

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