Bitcoin-Kurs fällt, Facebook-Coin unter Beschuss des US-Senats

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Facebook unter Beschuss, Bitcoin-Kurs fällt

Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs musste in den vergangenen 24 Stunden über 10 Prozent an Stärke einbüßen. Zeitlich fällt das mit einer Anhörung von Facebooks Blockchain-Verantwortlichem David Marcus zusammen. Die geplante Kryptowährung des Zuckerberg-Konzerns wurde stark kritisiert.

Erst Donald Trump, dann Steven Mnuchin und nun der US-Senat: Alle fürchten Facebooks Kryptowährung Libra. Die Kritik fällt indes mit Bitcoin-Kurs-Einbussen zusammen. So notiert der Kurs der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung derzeit bei 9.585 US-Dollar.

David Marcus, der Blockchain-Beauftragte von Facebooks Kryptowährungs-Projekt Libra, hatte es nicht leicht am 17. Juli. So äußerten die Abgeordneten des US-Senats ihre Zweifel & Kritik am geplanten Facebook Coin. US-Senator Sherrod Brown aus Ohio etwa bezeichnete Libra gleich zu Beginn der Anhörung als gefährlich und nicht vertrauenswürdig. Dabei bezog sich Brown jedoch zunächst vor allem auf die vorangegangenen Fehltritte des Zuckerbers-Konzern. So äußerte er unter anderem in Anspielung auf den Cambridge-Analytica-Skandal:

Facebook hat Skandal für Skandal bewiesen, dass es unser Vertrauen nicht verdient.

US-Senatorin Martha McSally aus Arizona stimmte der Facebook-Skepsis zu:

Ich vertraue Facebooks wiederholten Täuschungen nicht. Und ich bin nicht allein.

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David Marcus führte hingegen an, dass Facebook bei Weitem nicht allein für das Libra-Projekt verantwortlich sei. Dementsprechend wies er etwa darauf hin, dass sowohl PayPal als auch Visa mit an dem Projekt arbeiteten. Zudem gab Marcus zu Bedenken, dass Facebooks Libra nicht konträr zu bestehenden Währungen stehe und daher die Geldpolitik nicht beeinflusse.

Ganz im Gegensatz zur Krypto-Geldpolitik? So mag es zumindest den Anschein erwecken. Denn etwa zur Zeit, als die News über die Anhörung publik wurden, verlor der Bitcoin-Kurs innerhalb kurzer Zeit an Stärke.

Bitcoin-Kurs fällt auf unter 10.000 US-Dollar

Aktuell notiert der Bitcoin-Kurs bei 9.557 US-Dollar. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind das über 10 Prozent Verlust. Dementsprechend schloss die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung den 16. Juli mit einem Tagestief von 9.336 US-Dollar ab. In den letzten sieben Tagen fiel der Bitcoin-Kurs um 23 Prozent, also knapp 2.269 US-Dollar.

Bitcoin-Kurs: die technische Analyse

Wie immer unsere technische Analyse von Chief Analyst Dr. Philipp Giese:

Wir haben am Montag darüber diskutiert, ob der Bitcoin-Kurs am durch den gleitenden Mittelwert der letzten 50 Tage gebildeten Support abprallen könnte. Wie die damalige Situation um die Indikatoren schon suggerierte, unterbot der Kurs leicht diesen wichtigen Support. Noch kann man zwar von einem Test desselben sprechen, aber dennoch stimmt besorgniserregend, dass der MA50 seit Februar nicht unterboten wurde.

Der negative, weiter fallende MACD, der ebenso fallende RSI und der hohe Aroon-Down-Indikator sprechen eine eindeutig bearishe Sprache. Aktuell bietet sich deshalb eine Short Position an, die als erstes Target den Support bei 8.735,84 US-Dollar anläuft. Ein zweites Target liegt bei 7.432,84 US-Dollar und damit leicht über dem gleitenden Mittelwert der letzten 20 Wochen. Als Stop Loss bietet sich der MA50 im Tageschart an, der aktuell bei 9.956,76 US-Dollar liegt.
Erst ein Steigen über die Resistance bei 11.378,79 US-Dollar wäre wieder ein Long-Signal mit einem ersten Target bei 12.883,48 US-Dollar und einem Stop Loss bei 10.550 US-Dollar.

Die Charts wurden mit Hilfe von TradingView angefertigt. Dargestellt ist die Entwicklung des Bitcoin-Kurses auf Basis vom Wertepaar BTC/USD auf Bitstamp.

Trotz Facebook-Kritik: Bitcoin nicht fundamental gefährdet

Zunächst muss man hier bedenken, dass es sich bei Facebooks Libra definitiv nicht um Bitcoin handelt. Zwar ist die Kritik der US-Regierung in der medialen Wahrnehmung aktuell recht stark. Dennoch sind die Argumente nichts wirklich Neues. Seit sich die ersten Politiker zu BTC & Co. geäußert haben, kamen immer wieder die selben Argumente auf: Geldwäsche, Terrorismus und Drogenhandel werden durch Kryptowährungen finanziert. Dass das Problem jedoch ganz wo anders liegt, erläutern wir unter anderem hier.

Außerdem ist ein Fall des Bitcoin-Kurses und die aktuelle Kritik keine Gefährdung auf fundamentaler Ebene. Denn weder die US-Regierung noch eine andere Regierung ist in der Lage, Kryptowährungen – sei es BTC oder Libra – verbieten zu können. Die einzige Möglichkeit ist eine stärkere und gezieltere Regulierung.

Dennoch kann man davon ausgehen, dass die aktuellen News für eine Missstimmung am Markt oder auch für eine Gelegenheit sorgen, den Bitcoin-Kurs nach unten zu dumpen.

Außerdem ist anzumerken, dass sich die Kritik des US-Senats berechtigterweise häufig auf das fragwürdige Verhältnis zwischen Facebook und Privatsphäre bezieht. Eine digitale und globale Kryptowährung in den Händen eines Social-Media-Konzerns ist schließlich nicht gerade das, was man unter Unabhängigkeit versteht.

In diesem Zusammenhang erscheint die Kritik von US-Senator Brian Schatz durchaus berechtigt. Auf das Argument Marcus hin, Facebook könne den USA dabei helfen, die Blockchain-Revolution nicht zu verpassen, bemerkte dieser: „Warum in aller Welt sollte [das] von all den Unternehmen [Facebook] sein?“ So sah auch Senator Pat Toomey die Blockchain-Technologie im Allgemeinen als Chance an:

Wir sollten nicht das, was eine große finanzielle Innovation sein kann, verhindern. Es gibt ein großes Potential für die Blockchain-Technologie.

Dementsprechend kann man auch die aktuellen Bewegungen am Krypto-Markt sehen. Auch wenn der Bitcoin-Kurs auf kurze Zeit wieder sinkt, ist sein fundamentaler Wert kaum gefährdet.

Das Ganze Video kann man auf englischer Sprache hier sehen:

Zu unseren Kursseiten geht es hier.

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