Bitcoin Cash: Was man über die bevorstehende Fork wissen sollte

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

Quelle: Cryptocurrency physical two silver bitcoin coins on the wooden table Image via Shutterstock

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Bitcoin steuert geradewegs auf eine Fork hin – genauer gesagt könnte die Fork um 12:20 UTC ausgelöst werden. Ob dieses Event auch wirklich stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Sollte es zu einer Hard-Fork kommen, gibt es einige Dinge, die es zu beachten gilt.

Der Mining Pool ViaBTC wird seinen Nutzern heute ab 12:20 UTC (14:20 deutscher Zeit) die Möglichkeit geben, ihre Rechenkraft einem neuen und gleichzeitig umstrittenen Software-Client zur Verfügung zu stellen: Bitcoin ABC.


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Sollten ausreichend Nutzer der Möglichkeit folgen und somit ausreichend Rechenkraft zur Verfügung stellen, würde das zu einer unumkehrbaren Teilung des Bitcoin-Netzwerkes führen und es würde eine neue Kryptowährung namens Bitcoin Cash (BCC) entstehen.

Bitcoin ABC ist ein alternatives Protokoll, dass das Transkationsvolumen von Bitcoin drastisch erhöhen soll. Ins Leben gerufen wurde es von dem Entwickler Amaury Séchet. Der Bitcoin ABC Client erhöht die Blockgröße von aktuell 1MB auf 8MB und würde damit die SegWit Aktivierung, die später im August stattfinden wird, unterminieren.

Von aktuell 20 Mining-Pools ist ViaBTC jedoch der einzige Pool, der einen Support von Bitcoin ABC angekündigt hat. Auch in der Community und den Unternehmen findet Bitcoin ABC nicht all zu großen Anklang. Jedoch darf man auch nicht vergessen, dass Bitcoin ABC eifrige Supporter im Rücken hat und es deshalb spannend werden dürfte.

Aktuell kann man nur schwer abschätzen wie viel Rechenleistung dem Bitcoin ABC Klienten zugeschrieben wird und ob Bitcoin Cash im Falle einer Fork überhaupt eine lange Überlebenschance hat.

Wie entsteht eine Fork?

Eine Hard Fork ist eine unumkehrbare Teilung der Blockchain. Nach einer Hard Fork gäbe es im Fall von Bitcoin zwei Bitcoin-Blockchains und damit zwei Bitcoins, die auf einer unterschiedlichen Software laufen würden.

Im Falle von Bitcoin ABC könnte beispielsweise ein Teil der Nodes (Bitcoin Clients) weiterhin auf der alten Software laufen, während einige andere Nutzer sich für die neue Software entscheiden könnten. Da Bitcoin dezentral ist, entscheidet immer die Mehrheit und somit jeder einzelne Nutzer.

Nachdem der erste Block mit der neuen Software geschürft wurde (heute, 14:20 Uhr) könnten sich weitere Miner dem neuen Client anschließen und nach den neuen Regeln schürfen. Sollte hier eine ausreichende Rechenleistung zu Stande kommen, könnte es zu der sogenannten Hard Fork kommen.

Auch wenn die alte Blockchain vermutlich den Löwenanteil der Mining-Power behalten wird und somit schneller wächst, würde die zweite Blockchain (Bitcoin Cash) als zweiter Bitcoin (Altcoin) geboren werden. Beide Blockchains hätten die gleiche Historie, bis hin zur Spaltung. Von hier an, also ab der Hard Fork, würden beide Chains ihre eigene Geschichte schreiben.

Es hängt alles vom Support und der Rechenleistung ab. Sollte Bitcoin ABC hier ausreichend Unterstützung bekommen, könnte es ein ernst zu nehmender Konkurrent vom aktuellen Bitcoin werden. Wenn nicht, dann bleibt Bitcoin ABC vermutlich nur ein kleines Kapitel in der Geschichte von Bitcoin, welches mit dem Release durch Satoshi Nakamoto und dem Genesis Block am 3. Januar 2009 begann.

Zwei unterschiedliche Bitcoins

Sollte sich die Bitcoin-Blockchain zweiteilen, dann gäbe es zwei parallel zueinander existierende Bitcoins: Bitcoin (BTC) auf der originalen Blockchain und Bitcoin Cash (BCC) auf der neuen Blockchain.

Jeder Besitzer von Bitcoin wird nach der Teilung die gleiche Anzahl Coins beider Währungen besitzen. Sowohl BTC als auch BCC. Um hier sicher zu gehen, sollte man im Besitz der “Private Keys” sein. Das lässt sich am Einfachsten durch einen Transfer der Coins auf ein Hardware-Wallet, Paper-Wallet oder Mobiles-Wallet z.B. von Airbitz oder Mycelium umsetzen. Die Coins sollten natürlich vor der Hard Fork ins Trockene gebracht werden.

Ob das sinnvoll ist, muss jeder Nutzer für sich entscheiden. Wenn man glaub Bitcoin Cash habe keine Zukunft, kann man sich den Schritt vermutlich sparen. Aktuell wird der Kurs von BCC auf ViaBTC mit rund 292 US-Dollar beziffert.

Wer also am 1. August vor 14:20 Uhr im Besitz der private Keys ist, kann selbst entscheiden, welcher Währung er folgen wird. Sollte man seine Coins nach der Hard Fork auf einer Börse liegen haben, entscheidet die jeweilige Börse.

Auf Btcforkmonitor.info könnt ihr beobachten ob es zu einer Hard Fork gekommen ist.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung via CoinDesk

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