Bitcoin Cash (BCH): Hard Fork mit Schnorr-Signatur, vorerst ohne MultiSig

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der Altcoin Bitcoin Cash (BCH) steht erneut vor einer planmäßigen Hard Fork. Das für den 15. Mai erwartete Update bedeutet vor allem die Einführung von Schnorr-Signaturen. Diese sollen Privatsphäre und Sicherheit von Bitcoin Cash vergrößern. MultiSig-Wallets lassen indes noch auf sich warten.

Bitcoin Cash (BCH), seinerseits selbst eine Fork von Bitcoin, vollzieht am 15. Mai eine erneute Hard Fork. Im Zentrum des Updates steht die Einführung von Schnorr-Signaturen, einem alternativen Verschlüsselungsverfahren für Transaktionen. Hier kommt bei Bitcoin Cash – wie auch beim großen Bruder Bitcoin – bislang noch die Elliptische-Kurven-Kryptographie zum Einsatz (ECDSA –Elliptic Curve Digital Signature Algorithm). Die Verwendung von Schnorr-Signaturen verspricht neben einer höheren Geschwindigkeit auch Verbesserungen bei der Privatsphäre von Transaktionsparteien sowie eine größere Sicherheit.

Ein Dämpfer: Vorerst kein MultiSig

Wie ECDSA-Signaturen erstellen Schnorr-Signaturen ebenfalls eine Signatur aus der Transaktion und dem Private Key. Dies geschieht jedoch in verschiedener Hinsicht effizienter als bei ECDSA. Einerseits sind Schnorr-Signaturen etwas schneller zu verifizieren als bisherige Signaturen. Schnorr-Signaturen machen es außerdem möglich, dass mehrere Parteien zusammen eine Signatur erstellen, die für alle ihrer jeweiligen Public Keys gültig ist. Das gilt zumindest für die Theorie. In der Praxis sehen sich die Entwickler der BCH Hard Fork hier noch mit Problemen konfrontiert, die eine Einführung von MultiSig auf Schnorr-Basis verbieten. So heißt es auf der GitHub-Seite zur bevorstehenden Bitcoin Cash Hard Fork am 15. Mai:

Aufgrund komplexer Probleme mit der Batch-Prüfung (siehe Begründung unten) dürfen OP_CHECKMULTISIG und OP_CHECKMULTISIGVERIFY vorerst keine Schnorr-Signaturen akzeptieren.

Das bedeutet, dass einer der größten Vorteile von Schnorr-Signaturen in Bitcoin Cash zunächst nicht ausgespielt werden kann. Gerade, wenn es um den Einsatz als Treuhand-Konten geht, wird Multisig Wallets eine herausragende Bedeutung zugesprochen. Auch bei Bitcoin (Core) spielen MultiSig Wallets eine bedeutende Rolle: Sie bilden das Rückgrat des Bitcoin Lightning Network.

Kein SegWit – kein Problem?

Neben der Einführung von Schnorr-Signaturen entsteht mit der Hard Fork außerdem erneut die Möglichkeit, irrtümlich an SegWit-Adressen versendete Coins zurückzuerlangen. Hier mussten die Entwickler auf einen Bug reagieren, der mit dem BCH-Update vom November 2018 Einzug in das BCH-Protokoll gehalten hat. Dieser hat Miner daran gehindert, mit sogenannten „Nicht-Standard-Transaktionen“ irrtümlich an Segwit-Adressen versandte Coins wieder an die Absender zurück zu überweisen. Für die betroffene Regel (CLEANSTACK) wird mit dem Mai-Update eine Ausnahme eingeführt, die es wieder ermöglicht, in Segwit-Adressen eingefrorene BCH zurückzuerlangen. Allerdings geht dies nicht ohne die Zusammenarbeit mit einem Miner.


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