Bitcoin Blocksize-Debatte: Warum 1 MB die richtige Blockgröße ist

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Bitcoin Blocksize-Debatte: Warum 1 MB die richtige Blockgröße ist

Ariel Dschapell ist derzeit Content –Manager bei Ubiquity, einem Blockchain Immobilien-Startup. Im nachfolgenden Artikel erklärt Dschapell, warum die Blockgröße von 1 MB Bitcoin langfristig nicht schaden wird und warum es kreativere Lösungen bedarf als nur die Vergrößerung der Blockgröße.

Bitcoin befindet sich derzeit in einer interessanten, wenn nicht gar entscheidenden Phase.

In Anbetracht des Referendums in Großbritannien und dem Austritt der UK aus der EU (Brexit) sind viele große Medien auf den Zug aufgesprungen Bitcoin als sogenannten „Safe Haven“ für Investoren zu betiteln. Investoren wie Daniel Masters sprechen angesichts der Marktkapitalisierung von mehr als 10 Mrd US-Dollar bereits von einer „Bitcoin Primetime“.

Auch wenn der Bitcoin-Kurs allmählich anzieht und auch das Investitionsvolumen vielversprechend aussieht, so stellt ich dennoch weiterhin eine große Frage: Ist die Technologie und das Netzwerk hinter Bitcoin der steigenden Nachfrage gewachsen? Einige Community-Mitglieder bezweifeln das.


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Die Technologie hinter der digitalen Währung, die Blockchain, bestätigt rund alle 10 Minuten einen Block. Ein Block beinhaltet alle wichtigen Informationen zu den Transaktionen und umfasst genau 1 MB.

Wo liegt das Problem?

Die durchschnittlichen Blockgrößen nähern sich dem Limit von einem MB, wobei einige Blöcke das Volumen bereits vollends ausnutzen und überschüssige Transaktionen an den nächsten Block weiterleiten müssen. Die Konsequenz eine Verzögerung der Transaktionen.

Daher ist die Skalierungsfrage derzeit die wohl umstrittenste Frage in der Bitcoin-Welt.

Während die Bitcoin-Core Entwickler bereits einen Plan in der Tasche haben, glaubt eine lautstarke Minderheit, dasssofortiges Handeln in Form eine Vergößerung der Blockgröße notwendig ist.

Die Bitcoin Core-Entwickler befinden sich derzeit wie bereits berichtet noch in der Testphase.

Wie soll Bitcoin skaliert werden?

Der Traum eines jeden Bitcoion-Evangilisten ist die Ablösung aller Fiat-Währungen durch Bitcoin und eine Abwicklung aller Transaktionen über die Blockchain.

Dieses Ziel scheint angesichts der derzeit stark eingeschränkten technologischen Möglichkeit sehr hoch gegriffen, denn momentan könnte das Netzwerk nicht einmal einen minimalen Bruchteil der weltweiten Transaktionen bewerkstelligen.

Nehmen wir einmal die Visa Transaktionen. Zu Hochzeiten werden hier mehr als 47.000 Transaktionen pro Sekunde verbucht. Bitcoin hingegen kann nach derzeitigem Stand gerade einmal eine Hand voll Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Es scheint also als sicher: Der Transaktionsdurchfluss muss im Bitcoin-Netzwerk extrem vergrößert werden. Der einfachste Weg wäre eine Vergrößerung der 1 MB Blockgröße, um hier mehr Transaktionen pro Block abwickeln zu können, zugleich ist dies aber auch die denkbar schlechteste Lösung.

Die beiden Entwickler Joseph Poon und Tadge Dryja schrieben in ihrem Whitepaper:

„Wenn wir für eine Bitcoin-Transaktion durchschnittlich 300 Bytes benötigen und eine endlos große Blockgröße annehmen, würden 47.000 Transaktionen wie im Fall Visa alle 10 Minuten rund 8 GB pro Block in Anspruch nehmen. Innerhalb von einem jahr würde sich die Blockchain bei dem Datenvolumen um mehr als 400 Terabyte vergrößern.“

Die kleine Rechnung sollte uns bereits zeigen, dass eine Vergrößerung der Blockgröße keine langfristige Lösung zur Skalierung von Bitcoin darstellen kann.

Jeder Vergrößerung erzeugt zudem einen Zentralisierungsdruck auf das Netzwerk, die Nutzer und Miner. Ohne ein breit gefächertes und verstreutes Netzwerk ist das Netzwerk anfälliger für Zensur und Attacken. Um es anders auszudrücken: Eine Vergrößerung der Blockgröße wäre ein Kompromiss zwischen Dezentralisierung und Performance.

Da die Dezentralisierung jedoch eines der wichtigsten Merkmale von Bitcoin ist, sollte ein Verlust der Kerneigenschaft niemals in Kauf genommen werden. Andernfalls wäre Bitcoin einfach nur ein sehr aufwändiger und komplizierter PayPal Abklatsch. Ein Verlust der dezentralen Eigenschaft ist somit keine Option und jede Lösung die dies berücksichtigt, sollte hier umgesetzt werden.

Daher benötigen wir eine langfristige Lösung zur Skalierung von Bitcoin die sich mit dem Herzstück des Problems befasst.

Das Netzwerk wie wir es derzeit kennen kann nicht effektiv skaliert werden. Daher muss zunächst das Netzwerk selbst optimiert werden um dann eine Lösung zur Skalierung darauf aufzubauen. Eine solche Lösung bzw. Optimierung ist der Segrated Witness Ansatz aus dem Hause Bitcoin-Core. Segregated Witnes oder SegWit zielt darauf ab den Datenraum (1MB) pro Block effizienter zu nutzen um somit mehr Transaktionen in einen Block packen zu können. Eine Vergrößerung der eigentlichen Blockgröße ist daher nicht notwendig.

SegWit legt zudem den Grundstein für weitere zukünftige Bitcoin-Updates, die den Transaktionsdurchfluss nachhaltig Vergrößern können.

Selbst wenn eine Vergrößerung der Blockgröße irgendwann einmal in Betracht gezogen werden sollte, wird dies vermutlich nur ein ganz kleiner Bestandteil der Skalierung sein. Eine Hard-Fork und die damit verbundene Vergrößerung der Blockgröße würde für Bitcoin jetzt nichts anderes als die Illusion eines Fortschritts und mehr Probleme für die Bitcoin-Core Entwickler bedeuten.

Disclaimer: Die in diesem Artikel veranschaulichten Ansichten sind die des ursprünglichen Autors und repräsentieren nicht zwangsläufig die Ansichten der BTC-ECHO Redaktion.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Ariel Dschapell via CoinDesk

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