Bitcoin-Automaten erobern US-Einkaufszentren

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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Bitcoin-Enthusiasten verschiedenster Couleur träumen von einer breitflächigen Adaption der Kryptowährung Nr.1. Sie hoffen, dass Bitcoin schon bald zu einem alltäglich akzeptierten Zahlungsmittel aufsteigt. Damit dies eines Tages Wirklichkeit wird, muss Bitcoin jedoch auch flächendeckend erhältlich sein.

Für viele gilt deshalb die Verfügbarkeit von Bitcoin-Automaten als wichtiges Indiz für das Voranschreiten der Massenadaption von Bitcoin. Sind diese doch eine unkomplizierte Möglichkeit, schnell und bequem Fiatgeld in Bitcoin umzutauschen. Während jüngste Beispiele aus den USA eine zunehmende Verbreitung derartiger Automaten belegen, sieht die Situation hierzulande nach wie vor ein wenig anders aus.

Das in Miami ansässige Krypto-Unternehmen Bitstop verkündete am 26. November eine Partnerschaft mit Simon Malls, dem größten Betreiber von Einkaufszentren in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ziel der Zusammenarbeit ist die Aufstellung von Bitcoin-Automaten in den von Simon Malls betriebenen Konsumtempeln.

Nach eigenen Angaben installierte Bitstop bereits fünf Bitcoin ATMs an verschiedenen Simon-Malls-Standorten. Die Automaten finden sich sowohl innerhalb als auch außerhalb von Miami. In seinem Statement betonte der Bitstop CEO Andrew Barnard, dass der Zeitpunkt der neuerlichen Kooperation nicht von ungefähr mit dem Black Friday und dem nahenden Weihnachtsgeschäft zusammenfällt. Den Betrieb von Bitcoin-Automaten in Einkaufszentren deutete er folglich als weiteren Schritt auf dem Weg zur allgemeinen Krypto-Adaption:

Bitcoin ist das perfekte Geschenk für Familie und Freunde in dieser Weihnachtszeit. Unsere Bitstop-Bitcoin-ATM-Mall-Standorte stehen an der Spitze eines Trends, bei dem Bitcoin und digitale Währungen Teil der Mainstream-Kultur werden.


Barnard gab ferner an, dass in den USA bereits 130 Bitcoin-Automaten aus dem Hause Bitstop aufgestellt sind. Er kündigte an, dass sein Unternehmen bis Ende 2020 über 500 derartige Standorte betreiben will.

Bitcoin-Automaten – Ein globaler Trend?

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Barnards Ziele durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Schließlich stieg die Gesamtmenge der weltweit verfügbaren Bitcoin-Automaten allein im Jahr 2019 von 4.000 auf 6.000 Geräten an. Will man den Angaben von Bitstop Glauben schenken, ist für das Jahr 2020 sogar ein Anstieg auf 10.000 Geräte prognostiziert.

Interessant ist indessen auch die Verteilung der Krypto-ATMs. Laut Coin ATM Radar befinden sich über 4.000 der Maschinen in den USA. Das Land ist somit der Standort von zwei Dritteln der weltweit verfügbaren Bitcoin-Automaten. Nimmt man noch die 725 Geräte aus Kanada hinzu, wird vollends deutlich, dass Nordamerika in Sachen Automaten klar die Nase vorne hat.

Auch die Schweiz und Österreich sind vorne mit dabei

Im deutschsprachigen Raum gestalten sich die Dinge entsprechend anders. Nach Angaben von Coin ATM Radar nimmt Österreich hier mit 192 Bitcoin-Automaten momentan die Vorreiterrolle ein. Auch in der Schweiz finden sich immerhin 80 der Geräte. In der Eidgenossenschaft besteht zudem bereits seit dem letzten Jahr die Möglichkeit, kleinere Mengen Bitcoin an Ticketautomaten der Schweizerischen Bundesbahn zu erwerben. Zu den 80 ATMs gesellen sich somit über 2.300 weitere Maschinen.

Mit nur 42 Standorten bildet Deutschland unterdessen das Schlusslicht. Hierzulande ist es vor allem die unklare Rechtslage, die eine breitere Verfügbarkeit von Automaten momentan noch zu erschweren scheint.

Bitcoin-ATM-Situation in Deutschland könnte sich bald ändern

Ein Vorstoß der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hin zu einem gänzlichen Verbot von Bitcoin-Automaten wurde bereits 2018 vom Kammergericht Berlin gestoppt. Die Richter entschieden, dass Bitcoin nicht als Finanzinstrument eingestuft werden könne und folglich auch nicht in den Kompetenzbereich der Behörde fällt.

Als Konsequenz besserte der Gesetzgeber hier nach. Ab 2020 stehen Unternehmen, die gewerblich mit Bitcoin & Co. umgehen, unter der Aufsicht der BaFin. Diese könnte die Bitcoin ATMs erlauben und unter deutlichere regulatorische Richtlinien stellen. Falls Anbieter die Anforderungen in Sachen Schutz vor Geldwäsche und Terrorfinanzierung erfüllen können, ist eine stärkere Verbreitung der Maschinen auch in Deutschland denkbar.


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