BASF-Tochter startet ReciChain Make Plastik great again – mit Blockchain

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Reagenzglas mit transparenter Flüssigkeit und dem Aufdruck „BASF“

Quelle: Shutterstock

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BASF Kanada will mit ReciChain das Recycling von Kunstoffen attraktiver für alle Beteiligten machen. Die Blockchain-Technologie soll dabei helfen, alle Teilnehmer der Abfallwirtschaft miteinander zu verbinden – vom Plastikhersteller über die Abfallsammler bis zur Recycling-Anlage.

Der kanadische Ableger des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF hat eine Blockchain-Plattform für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen gegründet. ReciChain – so der Name des Pilotprojekts – soll die Teilnehmer der Wertschöpfungskette von Plastik miteinander vernetzen. Erklärtes Ziel von ReciChain ist es, größere Anreize für das Recycling von Kunststoffen zu schaffen.

In einer entsprechenden Pressemitteilung vom 11. Februar erklärt Marcelo Lu, Chef von BASF Kanada, welche Probleme ReciChain angehen will:

Es gibt eine klare globale Herausforderung rund um die Wirtschaftlichkeit des Kunststoffrecyclings. Ein Großteil der Sammel- und Sortieraktivitäten wird durch manuelle Prozesse und Materialverunreinigung erschwert. Darüber hinaus ist die Rückverfolgbarkeit ein Problem, da neue Verpflichtungen von Markeninhabern und Einzelhändlern aufkommen. Mit ReciChain ist es unser Ziel, den Wert von Kunststoffen neu zu beleben und die Zirkularität in der Lieferkette deutlich zu verbessern.

Das soll erreicht werden, indem die Sortierung, Rückverfolgung und Überwachung von Kunststoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette dezentral per Blockchain gemanagt wird.

BASF will Müllsammler und Kunststoffhersteller vernetzen


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Wer alles über die ReciChain-Plattform verbunden werden soll, erklärt indessen Anthony DiPrinzio, der das Blockchain Lab von BASF anführt:

Eine erfolgreiche Implementierung von ReciChain wird zu einem kollaborativen digitalen Konsortium führen, das Kunststoffhersteller, Lieferanten, Regierungsbehörden, Einzelhändler, Abfallsammler und Recycler zusammenbringt, um die Lebensdauer von Kunststoffmolekülen möglichst zirkulär zu halten. Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie können wir zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Produkte wieder in die Wertschöpfungskette zurückkehren und zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen.

Damit folgt BASF Kanada dem Beispiel von BASF Brasilien. Dort pilotierte ReciChain bereits im Dezember 2019 – allerdings mit einem größeren Augenmerk auf der sozialen Frage. So finden im Rahmen des ReciChain-Projekts auch Weiterbildungen für brasilianische Müllsammler statt.

In Kanada soll ReciChain zunächst im Bezirk British Columbia zum Einsatz kommen. Eine Ausdehnung auf den Rest Kanadas soll nach erfolgreichem Abschluss des Pilotversuchs erfolgen.

Blockchain für die Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit für das Image

Die kanadische Tochter BASF tut gut daran, sich für eine möglichst nachhaltige Nutzung der vielseitig verwendbaren Kunststoffe einzusetzen. Schließlich gehört der Mutterkonzern BASF SA zu den größten Plastikproduzenten der Welt. Ganz neu ist die Idee, Recycling und Blockchain zusammenzubringen, indes nicht. So startete beispielsweise SC Johnson, ein US-amerikanischer Hersteller von Reinigungsmitteln, Ende 2018 ein Recycling-Projekt in Indonesien. Plastiksammler sollen für ihre Arbeit eine Entlohnung in Krypto-Token erhalten. Für saubere Weltmeere, sagt das Unternehmen. Für ein sauberes Image, sagen dagegen die Skeptiker.


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