Alles sicher auf Binance? Nicht ganz

Quelle: Fisher man in Istanbul via shutterstock

Alles sicher auf Binance? Nicht ganz

Binance entwarnt seine Nutzer – alle Einlagen seien sicher. Nach einem scheinbar erfolglosen Eingriff von Angreifern entstand am 7. März kurzfristig Panik unter den Nutzern der Börse. Das Risikomanagement-System von Binance erkannte ungewöhnliche Aktivitäten und verhinderte größeren Schaden. Einige Nutzer vermissen dennoch ihre Bitcoin.

Keine Panik, alles ist sicher – so lautet die aktuelle Meldung von Binance. Wie die Betreiber jedoch einräumen, wurde die Börse mit dem zweitgrößten Bitcoin-Handelsvolumen in den letzten Monaten durch Phishing-Angriffe ausgespäht. Die Angreifer hatten seit Januar Domains aufgesetzt, die das Aussehen der Börse kopierten. Dadurch konnten sie die Daten der Nutzer sammeln und hatten somit Zugriff auf ihre Konten. Die Börse beschwichtigt ihre Nutzer, räumt dabei jedoch ein, dass einige Bitcoin fehlen.

Die Angreifer sammelten offenbar seit einigen Monaten Nutzerdaten, um diese bei einem groß angelegten Diebstahl einzusetzen. Nachdem sie vermeintlich genügend Daten angesammelt hatten, erstellten sie einen Trading API Key und versuchten, eine hohe Anzahl an Käufen im Viacoin/Bitcoin-Markt zu platzieren. Im selben Moment verkauften 31 im Voraus platzierte Accounts Via, um den Preis in die Höhe zu treiben. Somit sollten die Bitcoin von den ausgespähten Accounts auf die 31 Accounts der Angreifer verteilt werden. Gleichzeitig versuchten die Angreifer, die erzielten Gewinne abzuziehen – und scheiterten. Da das Handelsvolumen bei diesen Versuchen ungewöhnlich hoch war, griff das Risikomanagement-System von Binance. Es fror die Vorgänge ein und verhinderte damit den Diebstahl, zusätzlich sicherte das System die Viacoins der Angreifer.

Binance fühlt sich nicht in der Lage, Trades rückgängig zu machen

Trotz einer positiven Darstellung von Binance räumen die Betreiber in ihrem Blogpost ein, dass die Angreifer einige Bitcoins stehlen konnten. Indem sie Kundendaten erfolgreich ausspähten, konnten die Angreifer mit den Bitcoin einiger Nutzer Viacoin kaufen. Das Binance-Team fühlt sich „nicht in Position, diese Trades rückgängig zu machen“. Auch die eingefrorenen Viacoin bleiben offenbar in der Obhut der Börse.

Der Vorfall zeigt erneut, dass Börsen mit dem technischen Standard der Kryptowährungen noch nicht mithalten können. Während letztere anonym, transparent und vor allem sicher sein mögen, sind die meisten Börsen das nicht. Erst kürzlich hatten wir darüber berichtet, dass sich Phishing-Angriffe im Finanzbereich häufen. Auch die wiederholten Angriffe auf koreanische Krypto-Börsen bestätigen, dass man seine Kryptowährungen besser auf Hardware- oder Paper-Wallets lagern sollte.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Studie: 72 Prozent der Deutschen schließen Bitcoin-Zahlungen aus
Studie: 72 Prozent der Deutschen schließen Bitcoin-Zahlungen aus
Bitcoin

Laut einer Studie schließt ein Großteil der Deutschen Zahlungen mit Bitcoin, der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, aus. Die Herausgeber der Studie vermuten als Grund technischen Hürden.

Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Bitcoin

Auf der Binance-Futures-Plattform schwankte der Bitcoin-Kurs am 16. September erheblich. Der vermeintliche Grund löste eine Tweet-Serie des Geschäftsführer Changpeng Zhao aus. Und zeigte die mangende Reife der weltweit größten Krypto-Börse.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
ICO

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) versucht Ordnung in die manchmal chaotische Krypto-Welt hineinzubringen. Manch einen mag dieser Regulierungseifer stören, doch oftmals erscheint er auch gerechtfertigt. So auch in diesem Fall.

Nordkorea: Nationale Kryptowährung in Planung
Nordkorea: Nationale Kryptowährung in Planung
Politik

Nach Venezuela, Russland und dem Iran will sich nun auch Nordkorea von US-Sanktionen freimachen. Über den blutigen Krieg und warum eine eigene Kryptowährung dabei helfen kann.

Kaffee transparenter produzieren mit Blockchain
Kaffee transparenter produzieren mit Blockchain
Blockchain

Das Blockchain-Start-up Farmer Connect stattet Kaffee-Produzenten und Händler mit der Blockchain-Technologie aus. Über den IBM Food Trust wird die Lieferkette von international produzierten Lebensmitteln in Zukunft nachvollziehbarer und kontrollierter. Dies ist insbesondere im Fall von Kaffee auch dringend nötig – denn der Kaffee-Weltmarkt ist höchst undurchsichtig. Mit dabei ist auch die Mutterfirma von Jacobs Kaffee und Senseo.

Benoît Cœuré (EZB): „Libra war ein Weckruf für Zentralbanken“
Benoît Cœuré (EZB): „Libra war ein Weckruf für Zentralbanken“
Altcoins

Benoît Cœuré, Mitglied der Geschäftsleitung der Europäischen Zentralbank (EZB), gab in einer Rede jüngst Einsichten, inwiefern Facebooks geplante Kryptowährung Libra die Banken- und Finanzwelt beeinflussen könnte. Darin kam auch zur Sprache, warum Bitcoin als Währung keine Chance habe.

Angesagt

Deutschland on Chain: Nationale Blockchain-Strategie veröffentlicht – Ein Überblick
Blockchain

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht ihre Blockchain-Strategie. Zeit, Stellung zu nehmen. Ein Kommentar von Dr. Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance.

IOTA: „Chronicle“ soll das Tangle durchsuchbar machen
Altcoins

IOTA hat einen neuen Baustein für sein Tangle-Netzwerk vorgestellt. „Chronicles“ soll es den Betreibern von Netzwerkknoten im Tangle ermöglichen, die Transaktionshistorie des Netzwerks mithilfe sogenannter „Permanodes“ über einen beliebig langen Zeitraum zu speichern.

LINE: Japanischer Messaging-Riese startet Bitcoin-Börse
Märkte

In Japan geht eine weitere Bitcoin-Börse an die Startlinie. Sie stammt dieses Mal vom Messaging-Anbieter LINE. Der Konzern integrierte die Börse in die eigene App. Sind derartige Geschäftsmodelle richtungsweisend?

Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW38 – Nur Bitcoin ist langweilig
Kursanalyse

Letzte Woche noch deklariert als „Die Ruhe vor dem Sturm?“, kommen die Altcoins nun richtig in Fahrt. Der „Verlierer“ der Woche heißt Bitcoin. Hier gibt es aber immerhin eine interessante Chartformation, die sich bald auflösen kann.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: