Allzeithoch Absegnung der Behörden lässt Aave in die Höhe schießen

Dana Hajek

von Dana Hajek

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Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

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Im DeFi-Kosmos geht es immer noch heiß her. Aaves (LEND) jüngster Streich stieß Marktführer MakerDAO vom Thron. Mit gutem Grund: Aave ist das erste dezentralisierte Protokoll mit Absegnung der Behörden.

Im Laufe der letzten Wochen und Monate entwickelten sich Dezentralisierte Finanzen (DeFi) zu einem immer heißeren Thema im Kryptoversum. Allen voran stehen Lending Services und dezentrale Börsen (DEX), die in ihrem Volumen explodieren. Zu den Gewinnern gehört hier neben MakerDAO, Compound und Balancer vor allem Aave (LEND).

Die neue Nummer 1

Derzeit schlägt sich das Protokoll nach dem neusten Stand als die Nummer 1 im DeFi Lending-Sektor. Die Gesamtsumme an Geldern im Protokoll verdoppelte sich in nur zwei Wochen im August. Somit ist es mit 1,51 Milliarden US-Dollar an gebundenem Kapital das bisweilen größte DeFi-Projekt in dem Bereich. Dicht gefolgt von MakerDAO mit 1,42 Milliarden US-Dollar und Curve Finance mit 1,15 Milliarden US-Dollar. Aave ist also neben Compound (kurzzeitig am 20. Juni) eins der zwei einzigen DeFi-Projekte, die MakerDAO überhaupt jemals überholten.

Behörde gibt ihren Segen für DeFi

Zum führenden DeFi-Projekt wurde es allerdings erst nachdem die britische Finanzaufsicht dem Unternehmen im Juli eine Lizenz genehmigte, die Aave Limited als E-Geld-Institut qualifiziert. Damit wird dem Sektor nicht nur eine zunehmende Legitimität zugesprochen, sondern eröffnet sich Aave auch eine ähnliche Dimension wie etwa Coinbase oder Revolut. Zweck der Lizenz soll es sein, Nutzern den Zugang zu erleichtern. Das Unternehmen hatte den Antrag eigentlich schon 2018 gestellt, bewilligt wurde er trotzdem erst jetzt. Perspektivisch wird Aave durch den Brexit höchstwahrscheinlich noch weitere EU-konforme Lizenzen erwerben müssen. Nichtsdestotrotz ist das DeFi-Projekt das erste dezentralisierte Protokoll mit Absegnung der Behörden,

Hintergrund des Protokolls


Das Lending-Protokoll hieß 2017 noch ETHLend und sammelte damals 16,2 Millionen US–Dollar in einem Initial Coin Offering (ICO) ein. Das Kapital nutzte das Projekt, um eine dezentrale Kreditplattform aufzubauen. Erst kurz darauf wandelte es sich zum heutigen Aave um, integrierte eine ganze Auswahl an neuen Funktionen (Flash Loans, Interest Rate Switching) und gab jüngst die geplante Veröffentlichung von Aave v2 bekannt. Diese Phase 2 des Protokolls umfasst auch Margin Trading, Vote Delegation und Swap für Kreditgeber und Kreditnehmer. Zuletzt erlebte das Protokoll neben diesen Erweiterungen aber auch durch den Umbau von LEND in eine dezentrale autonome Organisation (DAO) ,einen immensen Aufschwung.

Perspektivisch wird auch noch das Testnet Aavenomics eingespielt werden. Dadurch sollen existierende LEND Tokens bei einer Rate von 100:1 zu Aave Token konvertiert werden.

Die Begeisterung dämpfen

Dem Datenaggregator DeFi Pulse zufolge, hat sich der Gesamtwert des in den Protokollen gebundenen Kapitals in weniger als zwei Monaten mit 271 Prozent fast verdreifacht. Kürzlich hat der Gesamtwert zum ersten Mal 7 Milliarden US-Dollar überschritten. Wenn diese Rallye so weitergeht, wird das gebundene Kapital bis Ende diesen Jahres vermutlich auf mehr als 27 Milliarden US-Dollar ansteigen. Nur zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Commerzbank liegt bei 462 Milliarden US-Dollar. Derweil bringt das aggressiv voranschreitende Wachstum jedoch auch kritische Seiten mit sich. So halten beispielsweise nur 500 Adressen 90 Prozent aller DeFi-Token und sechs Protokolle verwalten 90 prozent des Collaterals. Sicher gab es einige wenige, die sich des DeFi-Sektors rasant ermächtigt haben. Allerdings werden sich wahrscheinlich nur die wenigsten im Sektor wirklich langfristig etablieren können.


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