Finanzielle Inklusion 5 Gründe wieso wir Bitcoin brauchen

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Die Bitcoin-Götterdämmerung.

Quelle: Shutterstock

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„To the moon“ schön und gut. Neben ungeahnten Kursgewinnen gibt es gute Argumente, wieso man Bitcoin gut finden sollte. Hier sind 5 Gründe, wieso wir BTC brauchen.

Abschaffung des Bargelds

Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor. Aufgrund einer globalen Krisensituation hören EC-Karten plötzlich auf zu funktionieren; Bürger strömen an die Bankschalter um abzuheben, was als Zahlungsmittel noch funktioniert: Bargeld.

Doch halt, wieviel Bargeld gibt es überhaupt? Laut Europäischer Zentralbank (EZB) befinden sich aktuell etwa 1,3 Billionen Euro als physisches Geld (Banknoten und Münzen) in Umlauf. Verglichen mit der deutlich weiter gefassten Geldmenge M3 (13,9 Billionen Euro) ist das nur ein Bruchteil.

Folglich lässt sich nur etwa 10 Prozent des Bankguthabens der Bürgerinnen und Bürger in Bargeld umtauschen – soll heißen, wir sind auf elektronische Zahlungen bereits heute angewiesen. Als zentralisiertes System ist der traditionelle Banken- und Finanzsektor natürlich deutlich anfälliger als dezentrale Systeme wie Bitcoin. Wer sich absichern will, hält also BTC.


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Dieses Szenario hatte übrigens auch Post Malone in der neuesten Ausgabe der Joe Rogan Experience eröffnet.

Absicherung gegen Inflation

Man muss realistisch sein. In Europa und den USA wird man vermutlich auch in den kommenden Jahren keinem signifikantem Druck auf den Verbraucherpreisindex ausgesetzt sein. Dafür sind Euro und US-Dollar als Weltreservewährungen trotz unkonventioneller Geldpolitik nach wie vor zu stark.

Anders verhält es sich etwa in Argentinien und der Türkei. Mit dem letzten Bull Run hat BTC bereits jetzt das Allzeithoch gemessen in Argentinischen Pesos (ARS) erreicht. Will heißen: Jeder Argentinier, der jemals Bitcoin gegen ARS getauscht hat, ist im Plus. Das dürfte nicht mehr lange unentdeckt bleiben und für weitere Nachfrage sorgen.

Mit seiner begrenzen Geldmenge ist BTC ein durchaus geeignetes Mittel, um sich gegen überbordende Inflation abzusichern.

BTC/ARS seit 2015. Quelle Coingecko.

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Alex Gladstein

Damit trifft es Alex Gladstein, seines Zeichens Chief Strategy Officer der Human Rights Foundation (HRF) und ein Befürworter der Kryptowährung Nr 1., auf den Kopf. Denn wie der Aktivist in einem Twitter-Video zusammenfasst, könnte die Abschaffung des Bargeldes langfristig zum gläsernen Bürger führen. Denn über elektronische Zahlungen, die von zentraler Stelle verwaltet werden, lassen sich viele Rückschlüsse auf den Käufer beziehungsweise Verkäufer ziehen.

Bitcoin kann da Abhilfe schaffen. Schließlich verzichtet BTC auf zentrale Intermediäre wie Banken und ermöglicht Peer-to-Peer-Zahlungen, die dezentral verbucht werden. Das setzt Überwachungstendenzen durch Unternehmen und Regierungen gewisse Grenzen.

Finanzielle Inklusion

Etwa 1,7 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu rudimentärer Fiananzintermediation. Dies geht aus Daten des Global Findex hervor, einer Datenbank, die die Weltbank jährlich herausgibt. Der Löwenanteil befindet sich in Subsahara-Afrika sowie in Indien.

Mangelende Finanzintermediation bedeutet, dass die Betroffenen kein Bankkonto eröffnen können und den Großteil der Ersparnisse als Barreserven lagern müssen. Vor allem diejenige, die auf Unterstützung von Verwandten im Ausland angewiesen sind, stellt unzureichender Zugang zum Finanzsektor ein großes Problem dar. Schließlich lässt sich Bargeld nicht per Überweisung sondern nur mittels Remittance-Dienstleistern wie Western Union versenden – und die sind teuer.

Wer auf Bitcoin setzt, hat indes bessere Karten. Schließlich benötigt man für die Teilnahme am Protokoll nur ein mobiles Endgerät und Zugang zum Internet. Zwei Dinge, die deutlich weiter verbreitet sind, als Bankkonten.

Kapitalkontrollen

Wer heute versucht, über die Türkisch-Griechische Grenzen in die EU zu gelangen, riskiert alles. Neben Gefahren wie eine Corona-Ansteckung sind die europäischen Grenzschützer nicht gerade für ihr bedachtes Vorgehen bekannt. Berichte über Misshandlungen sowie Diebstähle an Geflüchteten sind keine Seltenheit. Wer Wertsachen wie Bargeld dabei hat, dem droht der Verlust.

Auch hier lässt sich eine Verknüpfung mit dem digitalen Gold herstellen. Schließlich ist der Besitz an BTC über die Kenntnis des Private Key der dazugehörigen UTXOs geregelt. Wer in der Lage ist, den Seed Phrase mnemonisch auswendig zu lernen, kann sein gesamtes Vermögen im Kopf über Landesgrenzen hinweg bei sich tragen. Diebstahl, Beschlagnahmung oder Verlust ausgeschlossen.


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