DeFi 200% pro Jahr durch Compound Liquidity Mining und Yield Farming

Dr. Julian Hosp

von Dr. Julian Hosp

Am · Lesezeit: 8 Minuten

Dr. Julian Hosp

Dr. Julian Hosp ist der Co-Founder und Präsident von TenX (www.tenx.tech), einer Blockchain-Firma, welche Kryptowährungen mit einer Debitkarte ausgebbar macht.

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ein goldenes ei in einem nest, daneben liegt eine feder

Quelle: Shutterstock

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Im Gastbeitrag erläutert Julian Hosp, was es mit Compound auf sich hat und wie man damit Gewinne erwirtschaften kann.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 7. Juli 2020 10:07 Uhr von Phillip Horch

„200 Prozent pro Jahr auf US-Dollar mit Decentralized Finance (DeFi)” – oft hören wir solche Behauptungen im Krypto-Space und in letzter Zeit vor allem über eine neue Plattform namens Compound. Investoren behaupten, dass durch Liquidity Mining und Yield Farming 200 Prozent Rendite möglich sind. Was genau bedeuten diese Begriffe und wie sind die 200 Prozent Rendite überhaupt möglich? Schauen wir uns diese Fragen und mehr an, um zu verstehen, ob solche Investitionen sinnvoll sind oder nicht.

Die Grundlagen: Was ist DeFi?

DeFi verwendet Open-Source-Software und verteilte Netzwerke, um traditionelle Finanzprodukte in vertrauenswürdige und transparente Protokolle umzuwandeln, die ohne unnötige Zwischenhändler funktionieren. In einem solchen System gibt es keine zentrale Behörde, die Entscheidungen für alle treffen kann. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer seine eigenen Finanzen in der Hand hat und unabhängige und freie Entscheidungen treffen kann.

Bildnachweis: https://defichain.io 

Das nächste große Ding: Compound


Compound hat es sich zur Aufgabe gemacht, Renditen aus Kryptowährungen zu generieren. Das Unternehmen gibt es schon seit geraumer Zeit und ist dezentralisiert. Wenn man sich auf die Plattform begibt, stellt man schnell fest, dass sie sich ähnlich wie eine Bank verhält:

Das bedeutet, dass man problemlos verschiedene Währungen wie Ethereum oder Basic Attention Token auf der einen Seite ausleihen oder auf der anderen Seite verleihen kann. Wenn man genauer hinsieht, wird schnell festgestellt, dass es einen „Spread“ gibt. Genau dasselbe Prinzip wie bei jeder Bank, die einen Gewinn erzielt.

Die Plattform basiert auf der Turing-completeness von Ethereum, was viele Möglichkeiten, aber auch viele Risiken bedeutet. Compound ist robust gebaut, hat gute Entwickler und eine Menge Development hinter sich. Dies spiegelt sich auch bei den Investoren wider. Sowohl große Fonds als auch große Investoren sind bereits investiert, wie etwa Andreessen Horowitz oder Polychain Capital.

200 Prozent im Jahr – wie funktioniert das genau?

Dies funktioniert im Prinzip genauso wie bei einer Bank. Zuerst besorgt man sich Kapital und gibt es der Bank. Mit dem eingezahlten Geld als Sicherheit kann wieder Geld geborgt werden, welches bei der nächsten Bank wieder hinterlegt wird. Dann versucht man, die Strategie zu optimieren, um maximale Erträge zu erzielen, vor allem, wenn die Kredit- und Leihzinsen stimmen.

In Compound geschieht dies über 3 sich wiederholende Schritte:

1. Hinterlegen

Zuerst wird Kapital eingezahlt. Da die Plattform dezentralisiert ist, wird Ledger oder Metamask verwendet, um die Private Keys (Seed) zu speichern. Sobald ein Gerät angeschlossen ist und einen Betrag eingezahlt ist, wird zwischen den verschiedenen Währungen ausgewählt. Sobald eine Währung eingezahlt wurde, gibt es nun die Möglichkeit, diese als Sicherheit (Collateral) zu verwenden. Wenn etwas als Sicherheit verwendet wird, hat man anschließend – wie bei einer traditionellen Bank – die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. 

2. Leihen

Es gibt mehrere Möglichkeiten: Nehmen wir den US-Dollar als Beispiel. Legen wir die Dollars ein und tauschen diese gegen Ethereum. Dazu kommen verschiedene Kosten, zum einen Zinsen für das, was verliehen wird, und zum anderen werden Zinsen gezahlt, um die nächste Währung zu leihen. Da alles dezentralisiert ist, hat jeder die Verantwortung, alles selbst zu optimieren.

Durch dieses Tool: https://dsa.instadapp.io/compound kannst du dir alles berechnen lassen und deine Entscheidungsfindung optimieren lassen. Das Interessante folgt jetzt im dritten Punkt.

3. Nochmal Verleihen

Wenn sich jemand Geld von der Bank leiht, bei der derjenige bereits sein Sparkonto hat, kann er anschließend zu einer anderen Bank gehen und den Betrag einzahlen und wieder Zinsen erhalten. Da sich das Geld bereits auf der ersten Bank und nun zusätzlich bei einer anderen Bank befindet, kann so die doppelte Rendite erzielen werden. Genau dasselbe funktioniert hier mit Compound. Mit den US-Dollar, die eingezahlt werden, können über die Sicherheiten Geld leihen werden, welches wir für mehr US-Dollar wieder verleihen können. Und so weiter und so fort. Dieses System wird „Yield Farming” genannt. 

Resultat

Dieser Hebelprozess ist es, worum es bei dem ganzen Krypto-Wahnsinn im Moment geht. Beantworten wir nun also die Frage nach der Schlagzeile:

Wie entsteht die Rendite von 200 Prozent APY?

Wenn man sich die Spreads genau ansieht, stellt man schnell fest, dass es allein durch das Staken der Kreditvergabe und Leihen ziemlich unmöglich ist, 200 Prozent pro Jahr zu erreichen. Hier kommt Liquidity Mining ins Spiel, und genau das hat Compound gerade in den letzten Tagen so attraktiv gemacht, da der TLV (Total Value Locked) auf über eine halbe Milliarde USD hochgepumpt ist.

Zum Vergleich: Maker DAO, das bisher Protokoll Nr. 1 im DeFi-Raum ist, hat nur etwa 400 Mio. USD TLV::


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