Sell your own Data Wie eine Daten-Dividende tatsächlich Realität werden könnte

Marlene Ronstedt

von Marlene Ronstedt

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Marlene Ronstedt

Marlene Ronstedt ist Autorin und PR Beraterin. Seit 2016 arbeitet sie an den Themen Web 3 und Blockchain, sowohl als Journalistin als auch in der Startup-Szene, unter anderem bei Wired, Finleap und Neufund. Aktuell unterstützt sie das P2P Projekt Streamr, wo sie sich mit der Datenökonomie von Morgen beschäftigt.

Eine Visualisierung von Daten

Quelle: Shutterstock

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Wem gehören unsere Daten? Im Gastbeitrag erläutert Marlene Ronstedt, wie eine Daten-Dividende Realität werden könnte.

Daten Silos öffnen

Facebook und Google haben nicht nur ein Quasi-Monopol darauf, Daten zu sammeln. Sie haben auch ein Monopol darauf, an wen sie die Daten verkaufen. Die Daten-Sets, die von Facebook und Google verschachert werden, erzielen Millionen-Erträge. Dadurch kommen kleine Start-ups, SMEs, Kommunen oder Forscher ganz kategorisch schon einmal gar nicht an den Schatz der Daten, um mit den Erkenntnissen, die man durch diese erhalten kann, selber neue spannende Business-Modelle zu entwickeln oder Forschung zu betreiben. 


Eine Daten-Dividende, die der Staat den Tech-Konzernen also wie eine Art Steuer abzieht und dann an seine Bürger verteilt, ist also nur die halbe Miete. Im Hintergrund würde sich nichts an der monopolistischen Struktur der großen Tech-Konzerne ändern.

Mit dem Data-Union-Modell kann jedoch nicht nur die Verkäufer-Seite, sondern auch die Käufer-Seite für Daten demokratisiert werden. Die Swash App, welche soeben ihre erste Seed-Finanzierung des britischen VCs Outlier Ventures erhalten hat, zeigt das ganz gut. Swash ist ein Web3 Browser-Plugin, welches in allen gängigen Browsern, sowie Brave, installiert werden kann. Die App baut auf der Streamr-Data-Union-Technologie auf und ermöglicht es ihren Nutzern, ihre Browserdaten gemeinsam mit anderen Nutzern zu verkaufen. Dabei werden genau die gleichen Daten gesammelt und verkauft, welche auch von Google, Facebook und Co monetarisiert werden. 

Zum Beispiel lässt Swash seine Nutzer Informationen darüber, was man bei Amazon gekauft hat, „crowdsourcen” und verkaufen. Diese Daten sind interessant für Amazon Händler. AMZN Investoren interessieren sich dafür, wie viel im letzten Quartal geshoppt wurde. Aber auch die Konkurrenz im Online-Handel würde wahnsinnig gerne wissen, nach was aktuell Amazon-Nutzer suchen, um so einen Teil des Marktes für sich zurückzugewinnen. Diese Daten sind jedoch bisher kaum zugänglich, oder wurden bisher nur unter rechtlich fragwürdigen Zuständen generiert

Durch Swash können diese Daten jetzt nicht nur von Amazon eingesehen werden, sondern auch von Millionen anderen Interessierten und das Ganze in Echtzeit. 

Dezentrale Netzwerke für mehr Datensicherheit

Doch wie kommen die Daten vom Produzenten zum Verkäufer? Wir erinnern uns: Im einzelnen sind die Daten nichts wert. Niemand interessiert sich dafür, was Daniel Rasch am 23ten Juni um 13:12 auf Google gesucht hat. Auch wenn das für das Individuum natürlich eine vertrauliche, private Information sein kann. Die Daten werden von der Data Union gesammelt, jedoch nicht auf einem zentralen Server gespeichert, sondern durch das dezentralen Streamr Netzwerk direkt vom Daten-Produzenten zum Daten-Käufer, verschlüsselt und anonymisiert, transportiert. Die Data Union ist auf der Infrastruktur-Ebene also nur Vermittler und nicht Intermediär und hat keine Einsicht in die Daten, welche transportiert werden. 

Das politisch spannende an einer Data Union ist, dass sie sowohl die Tech-Giganten umgehen kann, als auch von ihnen integriert werden kann. Eine Netflix Data Union könnte ein inoffizieller, Guerilla-Weg sein, die eigenen Netflix Binge-Watching-Gewohnheiten zu verkaufen. Netflix selbst könnte aber auch seinen Kunden direkt die Möglichkeit dazu geben, ihre Daten zu verkaufen. Auch denkbar ist, dass mehrere ähnliche Data Unions nebeneinander koexistieren. Letztendlich entscheidet hier der Verbraucher selbst, welche Daten er verkaufen möchte und was er lieber für sich behalten will. 

Politik und Technik müssen Hand in Hand gehen

Soweit, so gut. Dann gibt es noch eine letzte ungeklärte Frage. Und zwar: Wie können Data Unions an die Daten kommen? Im Fall von Spotify ist das einfach, es gibt eine offene API, an welche die Data Union andocken kann. Und auch im Fall des Browsers ist es relativ leicht. Bei Netflix jedoch gibt es keine offene Schnittstelle, und somit ist es auch schwieriger, eine Netflix Data Union zu bauen. 

Laut Artikel 20 der europäischen DSVGO zur Datenportabilität, haben wir das Recht, unsere Daten von einem Service zum anderen mitzunehmen. Das Problem ist aber, dass dieses Recht nur theoretisch gilt. In der Praxis haben Unternehmen bis zu 30 Tage Zeit, bis sie ihren Nutzern eine Excel-Liste mit deren Daten-Historie servieren. Von Portabilität kann da nicht die Rede sein. Die EU ist aktuell dabei, den Artikel 20 der DSGVO zu verbessern. Schließlich soll die Verbesserung durch den EU Data Act 2021 verabschiedet werden. 

Ganz ohne politischen Willen geht es also auch nicht. Aber Politik alleine ist eben auch nicht in der Lage, für eine gerechte Umverteilung des enormen Reichtums im Tech-Sektor zu sorgen. Ein Team-Effort muss her, und ein erster Schritt ist mit dem Einsatz von Leuten wie Andrew Yang oder Streamr’s Data Unions getan.

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