Wetten auf der Blockchain Für jeden und auf alles – Ein Interview mit den Gründern von DigiOptions

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Wetten auf der Blockchain: Für jeden und auf alle Ereignisse – Ein Interview mit den Gründern von DigiOptions

Quelle: Ulf und Holger Bartel

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Die Blockchain-Technologie kann nicht nur genutzt werden, um einen dezentralen Handel von Bitcoin & Co. zu ermöglichen. Mit DigiOptions sollen zukünftig neue Wettmärkte erschlossen werden, die weit über den Handel mit Kryptowährungen hinausgehen. Was bis vor ein paar Jahren an zu vielen technischen und regulatorischen Hürden gescheitert ist, kann nun auf der Ethereum Blockchain verwirklicht werden. Wie die digitalen Optionen funktionieren, warum auch das Wetter getradet werden kann und wie man es schafft, für genügend Liquidität in einem Wettmarkt zu sorgen, haben uns die Gründer von DigiOptions Holger und Ulf Bartel im Interview verraten.

BTC-ECHO: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, DigiOptions zu gründen?

Holger: Wir hatten schon vor über zehn Jahren die Idee zu DigiOptions. Damals haben wir mit unserem ersten FinTech Market Making betrieben, als Dienstleistung für eine Finanzwettplattform. Das hat sehr gut funktioniert: Unser Trading Bot hat vollautomatisch das Orderbuch für unseren Kunden gefüllt – der war sehr glücklich, denn er hatte Liquidität auf seinen Märkten und damit den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Damals haben wir schon einmal DigiOptions gegründet, haben das Projekt aber wegen regulatorischer Anforderungen wieder gestoppt. Nun leben wir in der Blockchain-Welt und haben ganz frisch das OK der Aufsichtsbehörde BaFin erhalten. Jetzt können wir durchstarten.

BTC-ECHO: Wie funktionieren die digitalen Optionen, worin unterscheiden sie sich von anderen Finanzderivaten?


Holger: Eine digitale Option ist nichts anderes als eine Wette. Auf DigiOptions.com findest du zum Beispiel einen Bitcoin-Markt. Dort kannst du wetten, ob der Bitcoin heute Abend zwischen 7.250 und 7.500 US-Dollar wert ist. Das kostet zum Beispiel 0,2 Ether. Wenn du die Wette gewinnst, bekommst du automatisch 1 Ether auf deine Wallet überwiesen. Als Trader benötigt man lediglich eine Ether Wallet. Ein Bankkonto muss nicht eröffnet werden. Bei DigiOptions kann jeder wetten – auf alles.

BTC-ECHO: Warum kommt bei euch die Ethereum Blockchain zum Einsatz?

Ulf: Wir sind mit unserer Plattform vollkommen dezentral – vom Orderbuch über das Matchen von Angebot und Nachfrage bis hin zur Abrechnung. Das schaffen wir nur mit der Ethereum Blockchain und den dort möglichen Smart Contracts. Wir nutzen Smart Contracts und das Vertrauen in die Ethereum Blockchain. Es ist garantiert, dass jeder Nutzer am Ende auch seinen Gewinn ausgezahlt bekommt. Denn wer eine Wette anbietet, muss den Betrag vorher auf der Blockchain hinterlegen. Wir haben also das Ausfallrisiko eliminiert. Wir wollen mit der Blockchain nicht nur sicherer, sondern auch schneller werden: Ein neuer Markt kann mit wenigen Klicks eingerichtet werden. Die Kontrolle haben dabei die Nutzer: Diese eröffnen die Märkte und rechnen sie ab.

BTC-ECHO: Nun geht es bei euch nicht nur um Optionen auf Kryptowährungen. Eure digitalen Optionen sollen auch in der Lage sein, diverse Ereignisse beispielsweise aus der Welt des Sports und der Politik abzubilden. Könnt ihr genauer ausführen, was man sich darunter vorstellen kann?

Ulf: Unsere Vision ist ein ganzes Universum dezentraler Wettmärkte. Wir starten mit Wetten auf Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Ripple. Dann folgen Märkte auf Politik („Wird Trump die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen?“), Sport, Wetter und Gesellschaft. Und schließlich können unsere Nutzer auch Märkte auf lokale Ereignisse anbieten („Wer gewinnt das Turnier des lokalen Fußballvereins?“). Wir sind selbst sehr gespannt, welche Wetten von unseren Nutzern erstellt werden.

BTC-ECHO: Wie ist hier die regulatorische Situation? Es darf ja nicht jeder einfach einen Wettmarkt eröffnen.

Holger: Personen oder Unternehmen, die einen Wettmarkt eröffnen, müssen die rechtlichen Vorgaben ihres Landes erfüllen. Darauf weisen wir auch in unserem Disclaimer hin. Wir wollen mit strategischen Partnern zusammenarbeiten, die über die entsprechenden Lizenzen verfügen.

BTC-ECHO: Wie seid ihr selbst denn reguliert?

Holger: DigiOptions entwickelt die Software für die Optionsmärkte und stellt sie als freie Software zur Verfügung. Wir betreiben die Börse nicht selbst, wir eröffnen keine Märkte und rechnen sie auch nicht ab. Wir sorgen nur über Online-Werbung dafür, dass interessierte Trader die Wettmärkte finden. Für diese Werbe-Dienstleistung werden wir erfolgsabhängig bezahlt. Wir sind also ein Online-Affiliate-Marketer. Wir haben Ende Oktober das OK der deutschen Finanzaufsichtsbehörde für unser Geschäftsmodell bekommen, da wir keine Finanzdienstleistungen betreiben.

BTC-ECHO: Sind die Plattformen Augur oder auch in Teilen Gnosis nicht Konkurrenten von euch, da diese ebenfalls Wetten auf diverse Ereignisse anbieten?

Ulf: Augur und Gnosis sind Konkurrenten und gleichzeitig Vorbilder für uns. Sie waren früh am Markt und haben wichtige Vorbereitungen für dezentrale Märkte entwickelt. Sie nennen dies Prediction Markets, da man an den Preisen ablesen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ereignis eintritt.
Wir hoffen, dass wir in einem Punkt von unserer Konkurrenz gelernt haben: Wir haben bei unserem früheren Market Making gesehen, dass die Liquidität in den angebotenen Märkten wichtig ist.

BTC-ECHO: Und wie gewährleistet ihr, dass genügend Liquidität auf euren Wettmärkten vorhanden ist?

Ulf: Wir haben einen Trading Bot entwickelt, der auf den Märkten handelt und somit das Orderbuch füllt. Wenn jemand also handeln will, kann er einfach eines der vorliegenden Angebote annehmen. Der Bot betreibt für sich striktes Risikomanagement: Wird das Risiko in einem Ereignis zu hoch, so kauft er einfach das entgegengesetzte Ereignis. So können wir mit begrenzten Mitteln Liquidität in vielen Märkten sicherstellen.

BTC-ECHO: Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Holger: Wir sind Affiliate-Marketer. Wenn jemand einen Markt eröffnet, kann er im Smart Contract angeben, welchen Anteil seiner verdienten Transaktionskosten er für Online-Marketing abgeben will. Ist der Anteil für uns attraktiv und der Markt seriös, so schalten wir Online-Werbung für seinen Markt. DigiOptions soll so zur zentralen Stelle für digitale Optionsmärkte auf der Blockchain werden.

BTC-ECHO: Wie ist der aktuelle Stand? Was sind die nächsten Schritte, damit DigiOptions an den Start gehen kann?

Holger: Seit einem Jahr läuft unser Prototyp stabil auf dem Ethereum Testnet. Der technische Machbarkeitsnachweis ist damit erbracht und wir konnten schon Verbesserungswünsche der Testnutzer umsetzen. Nach dreijähriger Vorbereitungszeit haben wir die Firma im August 2019 gegründet und im Oktober 2019 das OK der Aufsichtsbehörde erhalten. Das waren wesentliche Meilensteine. Anfang 2020 gehen wir mit DigiOptions.com dann Live auf der Ethereum Mainchain. Unsere Testnutzer erwarten dies schon ungeduldig.

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